Kaiserslautern Torwarttraining auf Topniveau
Mit Jan-Ole Sievers und Lennart Grill stehen derzeit zwei Eigengewächse des 1. FC Kaiserslautern im Kader der Profis auf der Torhüterposition. Aber auch in den Mannschaften darunter blickt Torwartkoordinator Sven Höh auf viele Talente, die die Roten Teufel aktuell erfolgreich aus- und weiterbilden.
Dass der 1. FCK in der Vergangenheit immer wieder stark auf der Torhüterposition besetzt war, ist kein Geheimnis. Dafür sorgt die über die Grenzen Kaiserslauterns bekannte Torwartschule von Gerry Ehrmann, dem legendären FCK-Keeper. Die Ausbildung setzt aber schon eine Ebene darunter an. „Mit viermal gesondertem Torwarttraining in der Woche beginnt die Torhüterausbildung bereits im Nachwuchsleistungszentrum des FCK. Hier schleifen wir unsere Rohdiamanten schon im frühen Alter, um dann einen fließenden Übergang zum Profikader und Gerry zu erreichen“, beschreibt Höh den Ausbildungsprozess auf dieser speziellen Position. „Die Torhüterausbildung ist alles andere als ein Selbstläufer. Da steckt harte Arbeit dahinter. Im Jahr 2013 hatten wir in kaum einem Jahrgang Torhüter, die in Auswahlmannschaften vertreten waren. Lediglich Marius Müller hatte zu diesem Zeitpunkt das gewünschte Niveau. 2018 sind wir nun in allen Jahrgängen mit Toptorleuten besetzt und mit ihnen in diversen Junioren-Nationalmannschaften vertreten, die alle die gewünschte Perspektive für eine Profikarriere mitbringen“, zeigt der 34-Jährige die erfolgreiche Entwicklung in den vergangenen fünf Jahren auf. Die von Höh aufgestellte Liste der großen Talente zwischen den Pfosten ist derzeit lang und gibt zu berechtigten Hoffnungen Anlass. So zeigte Lennart Grill eine herausragende Saison bei der U19 und kämpft nun mit Jan-Ole Sievers um den Stammplatz bei den Profis. Ein Jahrgang darunter lauert bereits der 17-jährige Jonas Weyand auf den Sprung nach oben zu den Profis. Hinzu kommt Lorenz Otto, der bei der U17 immer wieder hervorstach und mit seiner Konstanz großen Anteil daran hatte, dass der FCK lange um den Klassenverbleib in der B-Junioren-Bundesliga kämpfen konnte. Dahinter steht der erst 16 Jahre alte Elija Wohlgemuth, ebenfalls schon im Blickpunkt vieler Topclubs der Bundesliga. „Mit Sievers, Grill und Otto haben wir gleich drei Talente, bei denen wir den Erstkontakt herstellten und die im Nachwuchsleistungszentrum ausgebildet wurden“, ist Höh auf das Scouting ebenso stolz wie auf die Ausbildung. „Spieler in so jungen Jahren aus ihrem vertrauten Umfeld zu reißen und zum FCK zu lotsen, ist Schwerstarbeit und streckt sich über Monate“, gewährt der gebürtige Kaiserslauterer Einblick in diesen Bereich und weist auf die Trümpfe der Roten Teufel hin: „Wir bieten den Jungs eine Ausbildung auf absolutem Topniveau, wie wir es bei der letzten Lizenzierung auch wieder vom DFB bescheinigt bekamen. Unser Ausbildungskatalog ist in allen deutschen Topligen einmalig.“ Während andere Clubs sich mit Geld im Torwart-Pool anderer Vereine bedienen, müssen die Roten Teufel andere Wege finden. „Es ist einfach, Geld auf den Tisch zu legen und sich die fertigen Spieler zu kaufen. Wir haben diese finanziellen Mittel nicht, müssen daher Spieler früh holen, die nichts kosten, perspektivisch jedoch einmal dieselbe Qualität erreichen, um weiterhin die Profis mit sehr guten Torleuten bedienen zu können“, schildert Höh den mühevollen Weg, der bereits im Grundlagenbereich beginnt. Doch auch Höh ist auf die Mitarbeit seiner Kollegen angewiesen: „Ohne die sehr gute Zusammenarbeit mit unseren Torwarttrainern von der U9 bis zur U16 sowie der Kommunikation von den jüngsten Abteilungen bis hoch zu Gerry wäre dieser Erfolg nicht möglich“, so der Torwartkoordinator, der sich nur als ein Zahnrad in einem großen funktionierenden Getriebe sieht und die Motivation der Torwarttrainer betont: „Das ist ein super Team. Jedem einzelnen ist darin der FCK eine Herzensangelegenheit, sonst wären diese Leistungen nicht möglich.“