Handball
Tod von Betreuer Heiner Gorecki überschattet Spiel des TuS Dansenberg gegen Bingen
Am vergangenen Donnerstag ereilte den TuS Dansenberg die traurige Nachricht über den unerwarteten Tod von Betreuer Heiner Gorecki (er wurde 71 Jahre alt): „Es war ein unheimlicher Schock, der durch die ganze Mannschaft gegangen ist. Das geht uns allen sehr nahe, Heiner war ein Teil des Teams“, so ein sichtlich berührter Robin von Lauppert. Gorecki war seit den 1980er-Jahren als Betreuer für die erste Herrenmannschaft des TuS im Einsatz und darf daher getrost als Vereinslegende bezeichnet werden: „Es ist unheimlich traurig, dass der TuS so einen Menschen verliert. Er war ein totaler Herzensmensch und ein ganz feiner Charakter. Er war für jeden da, stellte sich selbst immer in den Hintergrund und die Mannschaft in den Vordergrund. Er war sich für nichts zu schade“, ehrt von Lauppert den Verstorbenen.
Vor Anpfiff liefen die Spieler des TuS Dansenberg mit selbstbemalten T-Shirts ein, die, nebeneinander gestellt, „Danke Heiner!!!“ zeigten und hielten das Trikot hoch, welches Gorecki zu seinem 70. Geburtstag von der Mannschaft geschenkt worden war. Im Anschluss wurde ihm mit einer Schweigeminute gedacht.
Kranke und Verletzte
TuS-Trainer Theodoros „Theo“ Megalooikonomou hatte im Vorfeld der Partie gegen die HSG Rhein-Nahe Bingen mit Verletzungssorgen und Krankheitsfällen zu kämpfen. So hatte er nur wenige Wechselmöglichkeiten und musste auf Abwehrchef Christopher Seitz verzichten. Der Ausfall von Stammtorhüter Michael Hoppe fiel dagegen nicht ins Gewicht, da sein Ersatzmann Simon Gabrys einen Sahnetag erwischte und knapp 20 Paraden zeigen konnte: „Simon hat eine sehr starke Leistung gezeigt. Er hat uns mit seinen Paraden im Spiel gehalten und im zweiten Durchgang ins Spiel zurückgebracht“, lobt Megalooikonomou den Schlussmann.
Auch Robin von Lauppert war eigentlich nicht spielfähig: „Ich bin krank und habe die ganze Woche nur im Bett gelegen und wusste gar nicht, wie ich spielen sollte. Ich habe mich dann irgendwie aufgerafft, weil ich mir gesagt habe, ich muss heute Abend spielen, für Heiner, das war mir sehr wichtig. Es war in meinem Zustand sicherlich nicht das Klügste, aber ich hätte heute Nacht kein Auge zugetan, wenn ich nicht gespielt hätte. Es war etwas Persönliches, es ging darum, jemandem auf dem Spielfeld die letzte Ehre zu erweisen, der sein Leben für den TuS gelebt hat, das muss honoriert werden“, erklärt von Lauppert seine Motivation.
Zeitstrafe zieht dem TuS den Zahn
Allerdings kamen die Hausherren sehr schleppend ins Spiel, leisteten sich bereits viele Fehler und lagen nach zehn Minuten mit 2:6 hinten. Nach einer Viertelstunde waren die Dansenberger endlich aufgewacht und glichen zum 8:8 (20.) aus. Bis zur Pause entwickelte sich nun eine ausgeglichene Partie, in der die Gäste oft das glücklichere Händchen hatten und so mit einer knappen 12:11-Führung in die Kabinen gingen.
Der Start in die zweite Halbzeit verlief aus Dansenberger Sicht zunächst nicht besser, nach nur drei Minuten lag man mit 12:16 (34.) hinten. Doch dann brachte der eingewechselte Felix Dettinger mit einem Doppelschlag binnen 14 Sekunden frischen Schwung in die Partie. In der 45. Minute gelang es dem TuS, erstmals in Führung zu gehen (22:20). Doch eine fragwürdige Zwei-Minuten-Zeitstrafe gegen Kapitän Niklas Jung führte zu einem Bruch im Spiel der Hausherren. Bingen gelang es, die Begegnung entscheidend auf 26:22 (55.) zu drehen. In der Schlussphase wurde es zudem noch richtig hitzig. Bingens Luca Hochstetter geriet mit TuS-Coach Megalooikonomou aneinander, beide kassierten eine Zeitstrafe: „Das ist mein Fehler, dass darf mir nicht passieren“, entschuldigt sich der Dansenberger Trainer.
Von Lauppert enttäuscht
Megalooikonomou resümiert: „Wir waren in der Schlussphase nicht konzentriert genug, hatten in einigen Situationen auch Pech. Bingen hat es aber über weite Strecken, vor allem in der Schlussphase, einfach besser gemacht und verdient die zwei Punkte mitgenommen.“ Von Lauppert war sichtlich enttäuscht über die 24:29-Niederlage: „Ich wünschte wir, hätten heute gewonnen, um Heiner den Sieg zu schenken. Ich habe versucht, alles zu geben, so gut ich in meinem Zustand konnte. Wenn es diese Saison einen Spieltag gab, an dem man sich hätte den Arsch aufreißen sollen, dann heute. Es ging nicht um einen selbst, sondern um Heiner, der es mehr als verdient hat.“