Kaiserslautern
Thorsten Hemmer stellt sich am Westpfalz-Klinikum als Geschäftsführer vor
Zur Antrittsveranstaltung hat der Geschäftsführer in den Kräutergarten im Innenhof des Kaiserslauterner Klinikums eingeladen. Rund 150 Gäste sind gekommen, darunter auch Vertreter des Stadtrats. An den anderen Standorten – Kusel, Kirchheimbolanden und Rockenhausen – wird es ebenfalls eine Antrittsveranstaltung des neuen Geschäftsführers geben.
Der stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrates, Otto Rubly, zugleich Landrat des Kreises Kusel, blickt auf die Suche nach einer geeigneten Person für die Geschäftsführung zurück. Deutschlandweit habe man gesucht. Hemmer, als „Eigengewächs“ des Klinikums, Pfälzer und vertrautes Gesicht, war von Anfang an im engeren Kreis. Rubly thematisiert die demografische Entwicklung ebenso wie die steigenden Energiepreise und den Fachkräftemangel – Herausforderungen, die Hemmer angehen müsse.
Digitalisierung steht an
„Ich freue mich, dass Sie als Insider sich beworben haben, und es ist gut, dass Sie es geworden sind“, begrüßt Christian Mönch, Ärztlicher Direktor des Westpfalz-Klinikums, Hemmer. In einer Analogie zu einem Knochen-Bruch müsse ein Kulturwandel vollzogen werden, um Prozesse zu automatisieren und die Digitalisierung voranzutreiben. Zum Beispiel das derzeit noch manuelle Zusammenstellen der Medikamente. „Dabei gibt es automatische Systeme, die diese Aufgabe erledigen können.“ Dass dafür zunächst einmal Geld investiert werden muss, ist ihm klar. „Geld folgt der Medizin“, bringt er es auf eine einfache Formel: Wenn die medizinische Behandlung gut durchgeführt wird, dann fließe auch Geld in die Kasse.
„Das Miteinander ist wegen Corona auf der Strecke geblieben“, beschreibt Andrea Bergsträßer, Pflegedirektorin, die menschlichen Auswirkungen der Pandemie. „Dauernd Abstand halten, keine Besprechungen, getrennte Pausenzeiten – dadurch fehlt der gemeinsame Austausch, der für unsere Arbeit so wichtig ist.“ Zu Hemmer gewandt, meint sie: „Der Pflegedienst wird Sie durch den Wind – oder besser: durch den Sturm begleiten.“
Zukunftsängste in der Belegschaft
Der Betriebsratsvorsitzende Leonel Alves berichtet von der Stimmung in der Belegschaft: „Die Mitarbeiter haben Ängste und Befürchtungen. Es fehlt Personal. Ein ,Weiter so’ wird es nicht geben können.“ Alves habe im Bewerbungsverfahren Hemmer als Mensch wahrgenommen, der motiviert habe und mit Visionen Lösungen aufgezeigt habe.
Den einsetzenden Regen zu Beginn seiner Rede nimmt Hemmer sportlich: „Bei schönem Wetter kann jeder feiern. Das ist jetzt Fritz-Walter-Wetter.“ Er habe die neue Aufgabe mit Freude und Zuversicht angenommen und möchte mit Ideen und Visionen das Westpfalz-Klinikum voranbringen. „Ich zolle den Mitarbeitern Respekt“, sagt der 46-jährige, der seit 27 Jahren am Westpfalz-Klinikum arbeitet. „Ich kenne das Potenzial dieses Hauses. Meine drei Hauptziele sind die Weiterentwicklung der Unternehmenskultur, die Umsetzung eines Medizinkonzepts mit Ausbau der Zentralmedizin inklusive Palliativ- und Geburtsmedizin und die Modernisierung der Gebäudestruktur.“