Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Thomas Hengen Augenzeuge der Heimschlappe

 Emre Erkus (rechts) vom FCK versucht Nathaniel Esslinger vom FC Arminia Ludwigshafen vom Ball zu trennen.
Emre Erkus (rechts) vom FCK versucht Nathaniel Esslinger vom FC Arminia Ludwigshafen vom Ball zu trennen.

Der FC Arminia Ludwigshafen kann sich auch mit seinem zweiten Anzug in der Oberliga sehen lassen. Ohne Kapitän Pantano, Torhüter Urban, Abwehr-Ass Herchenhan und die Angreifer Amberger und Tahedi landete die Mannschaft einen nicht unverdienten 2:0 (0:0)-Sieg vor 200 Zuschauern beim 1. FC Kaiserslautern II.

„Der Elfmeter war der Knackpunkt. So darfst du da nicht hingehen“, befand Kaiserslauterns Coach Alexander Bugera, der seine Rot-Sperre abbrummte und von Co-Trainer Nicola Karl vertreten wurde. Leon Robinson hatte den sprintstarken Giuliano Cultrera in der 58. Minute von den Beinen geholt, den Elfmeter verwandelte Matteo Monetta. „Ich wusste, dass die Jungs mir vertrauen“, sagte der clevere Routinier.

In der Folge war Robinson bemüht, auch offensiv Akzente zu setzen, um seinen Fehler auszubügeln. Es gelang nicht. „Arminia wollte ja eigentlich nichts, außer einen Punkt mitzunehmen“, sagte Alexander Bugera, der mit der Angriffsleistung seiner Mannschaft haderte.

„Die Jungs haben ja alles versucht. Aber wenn du in solchen Spielen wie heute oder zuletzt in Quierschied kein Tor schießt, dann ist das eben auch eine Frage der Qualität“, kritisierte der Lauterer Trainer. Bugera: „Wir hatten auch zu wenig Biss, das Spiel gewinnen zu wollen.“ Der Blick muss nun nach unten gerichtet werden, mahnte der Ex-Profi. Angesichts der kritischen Tabellensituation spielen auch die Nerven manch einem einen Streich, mutmaßt der Coach: „Der Kopf arbeitet …“

Unerwarteter Sieg

Die Arminen, seit sieben Spielen ungeschlagen, haben dabei 15 von möglichen 21 Punkten geholt. Mit dem Erfolg im Sportpark Rote Teufel war angesichts der Personallage nicht unbedingt zu rechnen. Aber das Kollektiv funktionierte, oft lautstark von den Routiniers Monetta und Ricardo Antonaci dirigiert. „Weil Nico Pantano fehlte, habe ich Verantwortung übernommen“, sagte Monetta, der zwischen Mittelfeld und Spitze pendelte.

Herausragend die Ludwigshafener Innenverteidiger Lukas Hartlieb und Lukas Kebernik vor dem guten Urban-Ersatz Robin Schneider. Er hatte wohl Glück bei einem Freistoß, den Görkem Koca an den Pfosten setzte (38.), strahlte aber große Sicherheit aus. Die Lauterer hatten 9:1 Ecken, chancenmäßig aber standen die Arminen dem FCK kaum nach.

Der Joker sticht

Aus einer gewissen Dominanz wussten die jungen Lauterer unter den Augen von FCK-Geschäftsführer Thomas Hengen wenig zu machen. „Wir haben die ersten zehn Minuten verschlafen“, sagte Steffen Straub, der am linken Flügel wirbelte. Immer wieder sorgte er mit seinen Dribblings und Flanken für Gefahr und hätte in der 35. Minute fast für das 1:0 der Arminia gesorgt. Großartig, wie er in der 89. Minute mit einem tollen Dribbling klärte, mit einem langen, perfekten Pass Noah Maier fand. Der Joker stach, traf gekonnt zum 2:0.

So glücklich ihn die drei Punkte machten, so sehr trübte das Verletzungspech die Freude von Arminia Ludwigshafens Trainer Andreas Brill. Wal Fall, der starke Sechser, schied mit Verdacht auf Schlüsselbeinbruch aus. Nathaniel Esslinger, der gegen Marius Bauer gut verteidigte, musste ebenso verletzt ausgetauscht werden wie Bastian Hommrich. „Die vielen englischen Wochen fordern ihren Tribut. Das sind alles Amateure“, klagte Brill.

Am Freitag (19.30 Uhr) gegen Wormatia Worms hofft Kapitän Pantano wieder an Bord zu sein. Die Lauterer gastieren zum Ausklang der Hinrunde nächsten Sonntag (13 Uhr) beim Tabellenletzten FC Bitburg. Zeit, dass sich was dreht, weiß Trainer Bugera angesichts der Nähe zu den Abstiegsplätzen: „Wir haben nur noch drei Punkte Vorsprung.“

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