Handball
„Theo“ soll den TuS retten
Dass Theordoros Megalooikonomou zur Stelle ist, wenn es bei den Dansenbergern wieder mal brennt, ist für den 39-Jährigen nichts Neues. Als sich die Oberligamannschaft der Westpfälzer im November 2022 nach sieben Niederlagen in Folge im freien Fall befand, sprang der ehemalige Kreisläufer gemeinsam mit seinem Co-Trainer Patrick Schulze in die Bresche und führte das Team zum Klassenerhalt.
Nach der Vertragsauflösung von Drittliga-Cheftrainer Frank Müller Mitte Dezember 2022 war Megalooikonomou als Nothelfer gefragt. Gemeinsam mit Co-Trainer Jochen Schwartz leitete er bis zur Verpflichtung von Thomas Weber, dessen Nachfolge er nun antritt, die Geschicke der ersten Mannschaft.
Dass Weber intern angezählt war, wurde spätestens deutlich, als im Dezember 2023 von Seiten des Vereins verkündet wurde, dass sich die Wege spätestens zum Ende der Saison trennen sollten. Der blutleere Auftritt bei Spitzenreiter TuS Ferndorf, wo die Dansenberger mit 22:36 untergingen, führte dann zur Freistellung des in seinen Analysen oft unbeholfen und ratlos wirkenden Übungsleiters.
„Thomas ist ein absoluter Fachmann, der sich beruflich ausschließlich mit Handball befasst. Mit seiner Erfahrung wird er der Mannschaft weiterhelfen, um wieder zu mehr Konstanz zu finden. Außerdem soll er sich bei uns auch konzeptionell in die Anschlussförderung von der A-Jugend bis zum Perspektivteam in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar einbringen“, sagte der zwischenzeitlich ausgeschiedene Teammanager Alexander Schmitt bei der Vorstellung des erfahrenen Trainers im Januar 2023.
Er sollte sich jedoch auf ganzer Linie getäuscht haben. Die erhoffte Trendwende blieb aus und der Sturz auf einen Relegationsplatz konnte erst am letzten Spieltag verhindert werden. Auch die aktuelle Saison begann wenig verheißungsvoll, aus den ersten fünf Partien glückte nur ein Sieg.
Der Weg nach unten zeichnete sich frühzeitig ab. Der Kader erwies sich bislang nur in Bestbesetzung als drittligatauglich. Ausfälle von Leistungsträgern wie Jan Claussen und Frano Vujovic konnten nicht kompensiert werden, für dringend benötigte Neuzugänge war kein Geld da.
Dass zahlreiche Spieler der aktuellen Mannschaft den Verein am Ende der Saison verlassen, macht die Aufgabe für „Theo“ Megalooikonomou, wie er beim TuS Dansenberg genannt wird, nicht einfacher. Die Frage, ob sich alle Spieler noch zu 100 Prozent mit ihrem Arbeitgeber identifizieren, kann nur auf dem Platz beantwortet werden. Schwaches Abwehrverhalten und lustlose Auftritte müssen ab sofort der Vergangenheit angehören, wenn der Klassenerhalt gelingen soll.
Neben Toptorjäger Jonas Dambach (TV Gelnhausen) und Spielmacher Jan Claussen (Karriereende) werden nach Informationen der RHEINPFALZ auch Bennet Löhmar und Kapitän Sebastian Bösing von Bord gehen. Auch Torwart Michel Fiedler dürfte angesichts seiner eigenen Ambitionen nicht zu halten sein. Schließlich bewegte er sich vor nicht allzu langer Zeit noch im Dunstkreis der U21-Nationalmannschaft.
Megalooikonomou übernimmt die Mannschaft nun ausgerechnet vor dem richtungsweisenden Saar-Pfalz-Derby (Samstag, 18.30 Uhr) beim mit großen Ambitionen in die Saison gestarteten Tabellenvorletzten TV Homburg. Ein Sieg ist für beide Teams Pflicht.