Kaiserslautern
Tänzer Hoang Anh Ta Hong aus Vietnam ist neu am Pfalztheater Kaiserslautern
Zwölf Tänzer und Tänzerinnen des Pfalztheaters feierten gerade eine triumphale Premiere mit der Choreographie „Sacre“ des Tanzdirektors James Sutherland. Einige von ihnen sind neu am Haus. So auch Hoang Anh Ta Hong.
Hoang Anh Ta Hong wusste mit zehn Jahren: „Tanz ist meins.“ Und das, obwohl er Tanztheater und Ballett nur vom Fernsehen her kannte und niemand aus seinem Umfeld für ihn Vorbild für diesen Beruf war. Nichtsdestotrotz unterstützten die Eltern seinen Traum und ließen ihn von 2002 bis 2009 an der Tanzschule Vietnam in Hanoi studieren − parallel zum regulären Schulunterricht.
Profikarriere beginnt mit 18
Es waren Kinder- und Jugendjahre, in denen nichts anderes zählte als das Tanzen an sich. Mit dem erfolgreichen Abschluss in der Tasche startete er 18-jährig seine Profikarriere direkt anschließend beim „Vietnam National Opera and Ballet“ − einem hochrangigen Ensemble, das in Ländern wie Russland und Kambodscha auftrat. Vor sieben Jahren verabschiedete er sich, um auf den europäischen Kontinent zu wechseln.
Der neue Lebensabschnitt begann im Schweizer Neuhausen bei der „kleinen Compagnie eines kleinen Theaters“, wie er sagt. 2014 folgten vier „abwechslungsreiche“ Jahre am Theater St. Gallen. Unter anderem war er dort Mitglied der Truppe „Rotes Velo“, in der Künstler genreübergreifend zusammenarbeiten.
Motorsport ist sein Hobby
Mit seinem Auftritt in der Produktion „Pit Stop“, in der es um Formel-1-Mechaniker am Boxenstopp ging, kam er seinem eigenen Hobby sehr nah: Denn „just for fun“ betreibt er Motorsport. Zumindest galt das bis zum vergangenen Jahr, als er zurück nach Vietnam ging.
Hoang Anh Ta Hong nennt diese Zeit „Urlaub“ − trotz freier Arbeiten als Tänzer und Choreograph auf, vor und hinter verschiedenen Bühnen seines Heimatlands. Auf die beliebten Strecken rund um Johanniskreuz muss der Vietnamese noch etwas warten, bis er die passende Maschine besitzt. Als weiteres „Hobby“ nimmt er Dozenturen an, vorrangig für zeitgenössischen Tanz, wie etwa bei „Fusion“ in St. Gallen. „Ich liebe es, den Tanz um seinetwillen zu entdecken, zu performen und weiterzuentwickeln“, schwärmt er.