Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel SV Morlautern: Nach 146 Tagen wieder Fußball

Zwei Tore und ein Extralob vom Trainer: Alex Tuttobene (im gelben Trikot). Hier wird der Morlauterer Stürmer von den beiden Abwe
Zwei Tore und ein Extralob vom Trainer: Alex Tuttobene (im gelben Trikot). Hier wird der Morlauterer Stürmer von den beiden Abwehrspielern des SV Steinwenden, Friedrich Altmaier und Ezequiel Santiago Souza, bedrängt.

Wieder ein Fußballspiel. Zwei Mannschaften spielen 90 Minuten vor Zuschauern, und die Partie läuft nicht im Fernsehen. Man ist selbst leibhaftig dabei. Das klingt in diesen Coronazeiten wie ein Märchen. Aber der VfB Reichenbach und der SV Morlautern haben am Samstag nach langer Zwangspause tatsächlich ein Testspiel bestritten. Dabei haben die beiden Teams nicht mit Toren gegeizt.

Zwischen dieser Partie und dem letzten Ligaauftritt der Morlauterer lagen 146 Tage. Eine Zeit der Ungewissheit, in der viele Fans sich bange Fragen stellten. Wie geht es mit dem Fußball weiter? Sehen wir überhaupt noch einmal ein Spiel unserer Mannschaft? Die Pandemie hat alles erschüttert, was früher so fest und sicher schien, dem Leben Struktur und Sinn gab. Aber auch wenn am Samstag in Reichenbach wieder Fußball gespielt wurde, so kann von Normalität noch keine Rede sein. Dass diese Partie tatsächlich über die Bühne ging, erforderte Anstrengungen und Vorbereitungen des gastgebenden Vereins.

„Alles in der Schwebe“

„Wir haben ein Hygienekonzept ausgearbeitet“, informierte Uwe Kadel, der Vorsitzende des VfB Reichenbach. Ja, er und sein Team hatten auf alles geachtet. So mussten die Zuschauer vor dem Betreten der Sportstätte ein Blatt mit Namen, Adresse und Telefonnummer ausfüllen und dieses dann an der Kasse abgeben. Die Laufwege waren trassiert, und vor der Getränkebude achteten die Durstigen auf Abstand. Aber auch diese Vorsichtsmaßnahmen garantieren nicht, dass der Ligabetrieb wieder ins Laufen kommt. „Alles ist in der Schwebe und nach wie vor ungewiss“, sagte Kadel im Hinblick auf den Saisonstart im September. Man mag sich gar nicht ausmalen, was passiert, wenn die vielen in den Süden gereisten Urlauber zurückkehren, das Virus wieder einschleppen und dadurch die Infektionszahlen in die Höhe schnellen. Ob dann der Ball in den Amateurligen tatsächlich wieder rollt? Wohl kaum.

Aber am Samstag rollte er. Zur Freude der Spieler und der Zuschauer, die trotz brütender Hitze gekommen waren. Die in der Landesliga spielenden Reichenbacher und ihr neuer Trainer Frank Weber hatten einen attraktiven Gegner zu Gast: den Verbandsligisten Morlautern. Klar, dass beide Mannschaften nach der langen Spielpause kein Feuerwerk zündeten. Die favorisierten Morlauterer taten sich schwer in der Offensive gegen die gut verteidigende Heimelf. Mit der Vorstellung seines Teams sei er zufrieden, stellte Weber später fest. Die Seinen waren in der 48. Minute durch Johannes Klein mit 1:0 in Führung gegangen. Fast unbedrängt konnte er im Strafraum vollstrecken. Doch nach einer Stunde hätten die Kräfte seiner Mannschaft nachgelassen, so Weber.

Erik Tuttobene gleicht per Elfmeter aus

Als die Morlauterer die Partie zu dominieren begannen, waren die beiden Abwehrroutiniers des VfB, Friedrich Altmaier und Daniel Föckler, nicht mehr auf den Platz. Für den Ausgleich zum 1:1 sorgte Erik Tuttobene (61.) per Elfmeter. Auch am Führungstreffer zum 2:1 war er beteiligt. Er trat den Eckball, den sein Bruder Alex (74.) am zweiten Pfosten ins Tor beförderte. Von besonderem Reiz waren die Zweikämpfe, die sich der linke Außenverteidiger des VfB, Ezequiel Santiago Souza, und der vom Ligarivalen SV Steinwenden zum SVM gewechselte Außenstürmer Florian Bicking lieferten. In der 79. Minute vermochte der Abwehrspieler Bickings Sturmlauf im Sechzehner nur noch mit einem Foul zu stoppen. Den fälligen Strafstoß setzte Quincy Henderson an die Latte.

Besser machten es die Tuttobene-Brüder: Erik traf in der 83. Minute zum 3:1, und sein Bruder Alex erhöhte drei Minuten später auf 4:1. Alex bekam „für sein gutes Spiel“ ein Extralob von SVM-Trainer Daniel Graf. Das letzte Tor zum 2:4-Endstand erzielte Tim Fuder (87.). „Für uns war es wichtig, dass wir diesen Test hatten“, stellte Graf nach dem Schlusspfiff fest. Seine Elf ist am Dienstag (19 Uhr) wieder gefordert, beim SV Spesbach.

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