Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel SV Morlautern: Drinbleiben heißt wieder die Devise

Eine verschworene Gemeinschaft bilden, die erneut den Verbleib in der Oberliga schafft: Das sind die Ziele des SV Morlautern.
Eine verschworene Gemeinschaft bilden, die erneut den Verbleib in der Oberliga schafft: Das sind die Ziele des SV Morlautern.

Mit dem Flugzeug von Los Angeles zum Saisonauftakt. Kurz nach seinem Urlaub beginnt für Daniel Graf der Ernst in der Fußball-Oberliga. Für den Coach des SV Morlautern und sein Team ist es nach dem Aufstieg die dritte Spielzeit in dieser Liga.

Schon seit einigen Jahren gönnt sich Daniel Graf mit seiner Familie einen Sommerurlaub in den Vereinigten Staaten. Vor zwei Jahren überlappte sich die Ferienzeit mit dem Rundenbeginn, und prompt legte die trainerlose Mannschaft einen Fehlstart hin. Diesmal ist aber alles genau getimt. Und so wird Daniel Graf am 3. August, einem Samstag (15 Uhr), im Stadion Kieferberg an der Linie stehen und seine Mannschaft gegen den SV Gonsenheim coachen.

Gleich gegen einen Top-Favoriten

„Da haben wir gleich einen Top-Favoriten vor der Brust“, bemerkt der 46 Jahre alte Trainer zum Auftaktgegner, der die vergangene Oberligarunde als Tabellenzweiter hinter dem souveränen Meister Eintracht Trier abschloss, dann aber in den Aufstiegsspielen zur Regionalliga Südwest am 1. Göppinger SV scheiterte. So stehen also auch in dieser Runde für die Graf-Truppe zwei Duelle mit der spielstarken Mannschaft aus dem Mainzer Ortsbezirk Gonsenheim auf dem Programm.

Nach diesem Kracherauftakt folgen zwei Partien gegen Mannschaften, die wegen der bei ihnen zu erwartenden Euphorie zu Beginn der Runde nicht unbedingt zu den Lieblingsgegnern gehören: nämlich die Aufsteiger FV Eppelborn und SC Idar-Oberstein.

Nach wie vor Außenseiter

Daniel Graf sieht in Eppelborn, dem Meister der Saarlandliga, eine spielstarke Mannschaft. Und dass es sein Team im zweiten Heimspiel gegen den SCI mit einem ambitionierten Gegner zu tun bekommt, der in der vergangenen Saison die Verbandsliga Südwest rockte und sich lange vor Rundenende den Titel sicherte, das weiß natürlich der Morlauterer Trainer. Zum Aufsteigerquartett gehören noch die Sportfreunde Eisbachtal aus dem Westerwald, die sich als Meister der Rheinlandliga für die fünfthöchste Spielklasse qualifizierten, und der SV Viktoria Herxheim aus der Südpfalz, der sich das Oberligaticket in den Aufstiegsspielen sicherte.

Obwohl der SV Morlautern nun schon im dritten Jahr hintereinander in der Oberliga am Ball ist, denkt Graf nicht daran, die Seinen zu den Etablierten der Liga zu zählen. Er sieht sein Team nach wie vor in der Außenseiterrolle. Wie in den zwei Spielzeiten zuvor sei das Saisonziel unverändert, betont der ehemalige Fußballprofi, der mit seiner Elf auch diesmal „den Klassenverbleib“ schaffen will. In der vorigen Runde war dies eine überaus schwierige Aufgabe. Die Oberliga glich einem Haifischbecken. Blieben doch am Ende sieben der 20 Teams auf der Strecke. Die volle Abstiegshärte. Dass seine Elf am Ende nicht zu diesem unglücklichen Septett gehörte, erfüllte Graf zu Recht mit Stolz. In jener Extremsaison den achten Platz im Endklassement erreicht zu haben, das sei für den SV Morlautern eine gefühlte Meisterschaft gewesen, merkt Graf zum Abschneiden seiner Mannschaft an.

Ein Neuer vom FKP

Damit es auch nach der neuen Saison 2024/25 gefühlsmäßig stimmt, setzt man beim SVM auf Kontinuität. Die erfolgreiche Mannschaft der vergangenen Runde ist zusammengeblieben – nur Abwehrspieler Sascha Theis hat den SVM verlassen, um als Spielertrainer beim FV Kusel einzusteigen. Zu den wenigen Neuzugängen zählt der vom Oberligarivalen FK Pirmasens gekommene Moritz Jung. „Er ist zweikampfstark und hat eine gute Einstellung“, zeigt sich Graf von dem 25 Jahre alten defensiven Mittelfeldspieler beeindruckt. Neu ist auch der erst 19 Jahre alte Offensivspieler Tim Ratkowski (SV Alsenborn). Nur ein Jahr älter als er ist Florian Stopp, der vom luxemburgischen FC Mondercange zum SVM wechselte. Ein Defensivspieler mit einer guten Ausbildungsadresse, nämlich der des 1. FCK. Ein Mann für die rechte Außenbahn, sowohl defensiv als auch offensiv, ist der vierte Neuzugang, der 21-jährige Franzose Thomas Roetynck, der unter anderem in der U19 des OSC Lille und bei Schweinfurt 05 spielte.

Mehr Konkurrenz in Abwehr

Für Angriffsschwung und Tore sollen weiterhin Felix Bürger, Bobby Edet, Florian Bicking und der Shootingstar der vergangenen Runde, Marc Knapp, sorgen. Der Stürmerhüne erzielte in seiner Debütsaison in der Oberliga 15 Tore und war damit der erfolgreichste Angreifer beim SV Morlautern. Im Verhindern von Gegentreffern zeichnete sich der Keeper Bakary Sanyang aus, der diese Aufgabe auch in der kommenden Runde erfüllen soll. Vor allem in der Defensive hat sich aufgrund der neuen Abwehrspieler die Konkurrenzsituation verschärft.

Das ist ganz im Sinne von Trainer Graf, der seine Mannschaft in der abgespeckten Oberliga – in dieser Saison sind es nicht mehr 20, sondern nur noch 18 Teams – vor einer anspruchsvollen Aufgabe sieht. Die Liga ist seiner Einschätzung nach durch die beiden Regionalliga-Absteiger TSV Schott Mainz und TuS Koblenz noch stärker geworden. Sorgen bereiten dem Coach die in der Vorbereitung auf die Runde gezeigten Leistungen. „Die sind nicht so, wie ich sie mir vorgestellt habe.“ Aber vielleicht sorgt ja der alte Theaterglaube, dass eine schlechte Generalprobe ein gutes Omen für die Premiere sei, für Zuversicht. Die Fans des SV Morlautern dürfen sich wieder auf eine aufregende Runde freuen. Besonders auf die beiden Derbys mit dem großen Rivalen vom Betzenberg. Zum ersten Kräftemessen mit der U21 des 1. FC Kaiserslautern kommt es am Sonntag, 22. September.

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