Kaiserslautern
„Superstar“ Thomas Godoj begeistert im Irish House
Keine Frage: Der „Deutschland sucht den Superstar“-Sieger von 2008 hat seine damals gewonnene Chance genutzt und sich bis heute mit viel Energie über sauber durchkomponierte Titel und Texte mit ordentlich Tiefgang konsequent weiterentwickelt. Neun Alben zeugen inzwischen von den Fähigkeiten Godojs, und genau aus diesen Entwicklungsstationen der vergangenen 15 Jahre präsentierte er an jenem Abend im brechend vollen Haus an der Eselsfürth etliche Glanzlichter seines bisherigen Schaffens.
Nach dem Opener „Vermisst du nicht irgendwas“ über die Gedanken nach einer Trennung reichte das Repertoire an nachdenklichen Stücken von sehr persönlichen Songs etwa über Erinnerungen an frühere Zeiten und über Lieder zum bedenklichen Zustand der Welt („Astronaut“) bis hin zu prägnanten Titeln mit politischer Aussage wie „Keine Option“, den Godoj in den Zusammenhang mit den aktuellen Demonstrationen gegen Rechts stellte. „Brücken bauen“ und „Tabula Rasa“ aus seinem gerade erst im November veröffentlichten Album „Album des Jahres“ markierten dabei den aktuellen Stand seiner musikalischen Kompetenz.
Zu einem kleinen Höhepunkt geriet „Dächer einer ganzen Stadt“, ein ungewöhnliches, atmosphärisch prägnantes Liebeslied, das sich nicht nur durch die darin beschriebene und interessante Interpretationen zulassende Situation am besonderen Ort (nämlich hoch über einer nächtlichen Stadt) auszeichnet. Zudem wurde der Titel von den Zuhörern – und nicht nur direkt an der umlagerten Bühne – laut und auswendig und dann auch ohne jegliche instrumentale Begleitung bis in die anschließende Pause hinein (mit-) gesungen. Das hatte schon was.
Die nicht nur rein räumliche große Publikumsnähe Godojs während des Konzerts und dazwischen (in der Pause unterhielt er sich gerne und angeregt mit Fans) war nur eines der prägenden Elemente für den Erfolg dieses Auftritts. Ein anderes war die musikalische Qualität auch und besonders bei Godojs Mit-Musikern. Gitarrist Arjuna de Souza, der unter anderem schon mit David Garrett und Beatrice Egli zusammen arbeitete, Pianist Sebastian Heuckmann und Schlagzeuger Oliver Schmitz gaben den eigentlich „härteren“ Titeln Godojs auch in den „Verstärker Aus!“ genannten Shows wie jener im Irish House die nötige Energie, eine ansprechende Form und zusätzlich noch das „gewisse Etwas“. Oder zusammenfassend anders gesagt: Sie kamen, spielten und überzeugten.