Kaiserslautern Supercomputer schneller machen
Großer Erfolg für Andrii Chumak vom Fachbereich Physik der TU Kaiserslautern: Der 33-jährige Wissenschaftler wird über fünf Jahre 1,5 Millionen Fördergelder vom Europäischen Forschungsrat ERC erhalten. „Magnonik“ heißt das Zauberwort – so heißt die Technologie, mit der Chumak Supercomputer noch schneller machen will.
Ein spontanes Glas Sekt mit der Gruppe – das war Chumaks erste Reaktion auf die sensationelle Neuigkeit, erzählt er. „Zuallererst ist es eine großartige Möglichkeit, die Forschung zu machen, die ich machen will. Ideen, die verrückt erscheinen mögen, weiterzuverfolgen. Und zweitens hilft es mir, in meiner Laufbahn weiterzukommen. Mein Ziel ist es, Professor zu werden, am liebsten in Deutschland“, schildert er seine Pläne. Von 3000 Bewerbern aus ganz Europa erhalten rund 300 die EU-Förderung, berichtet Chumak und macht damit deutlich, wie hart der Wettbewerb unter den Antragstellern ist. Für die starke Unterstützung durch die Gruppe und insbesondere Burkard Hillebrands sei er sehr dankbar, so Chumak. Auch Rückschläge im Verlauf der Bewilligung habe es gegeben. Als gebürtiger Ukrainer kam Chumak im Jahr 2008 als Gruppenleiter zum Forscherteam von Burkard Hillebrands, Professor für Experimentalphysik. Chumak ist mit seiner Forschung integriert im Landesforschungszentrum Optimas und plant 2016 seine Habilitation abzuschließen. Supercomputer noch schneller machen – dafür bestehe ein großer Bedarf, sagt Chumak. Superschnelle Berechnungen seien beispielsweise bei der Wettervorhersage erforderlich. Chumaks Forschung zielt darauf, die heute übliche Halbleiterelektronik abzulösen durch die Magnonik. Hier werden Informationen durch magnetische Phänomene übertragen, die durch den Eigendrehimpuls der Elektronen entstehen. „Wir wollen einen Werkzeugkasten entwickeln, mit dem man magnonische Leitungen herstellen kann, die kleiner sind als 100 Nanometer“, sagt Chumak über seine Pläne. Im März werden voraussichtlich alle Formalitäten für die EU-Förderung abgewickelt sein. Dann werden im vierten Stock des TU-Gebäudes 56 noch einmal Gläser klingen. (cbg)