Pfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Statt Bekleidung bald Wissenschaft für den Alltag

Informierten sich am Montag vor Ort: Ministerpräsident Alexander Schweitzer (rechts) und Innenminister Michael Ebling (Zweiter v
Informierten sich am Montag vor Ort: Ministerpräsident Alexander Schweitzer (rechts) und Innenminister Michael Ebling (Zweiter von links) mit PRE-Geschäftsführer Michael Wenk und Professor Dieter Rombach (links).

Transferzentrum „42kaiserslautern“ als neue Chance der Innenstadtentwicklung Pilotprojekt in Rheinland-Pfalz

Im Idealfall traut sich jeder, einfach reinzugehen und sich umzuschauen. Schließlich betrifft die digitale Welt alle – und gerade für Kaiserslauterer liegt das Gute so nah. Sofern denn die Kompetenz der Technischen Universität und der Institute nicht im vielzitierten Elfenbeinturm am Rande der Stadt verharrt, sondern mitten in die City kommt. Dazu startet im Februar 2025 in zentraler Lage in Kaiserslautern ein sogenanntes Science & Technology Center. Dort, wo früher C&A seine Bekleidung feilbot, soll es dann um Bürgerdialog und Wissensaustausch gehen.

Doch der Reihe nach. Voraussetzung war, dass sich ein privater Investor für den seit acht Jahren leerstehenden C&A-Komplex in der Eisenbahnstraße fand, jener Meile, auf der bei Heimspielen des 1. FCK Tausende Fans gen Betzenberg pilgern. Früher blühte dort der Handel, doch spätestens mit dem Wegzug von C&A in die Mall „K in Lautern“ und der Schließung des Müller-Drogeriemarkts verlor die Straße an Attraktivität.

Vom Osten in die City

2021 dann stieg die Kaiserslauterer PRE GmbH ein. Die Gesellschaft hat beispielsweise auch den PRE-Park auf dem Gelände der früheren Holtzendorff-Kaserne im Osten der Stadt an der A 6 entwickelt. Sie kaufte den C&A-Komplex und investiert nach eigenen Angaben rund 30 Millionen Euro. Im entkernten Altbestand entstehen Mietwohnungen und Büroräume samt Dachterrasse, ergänzt durch einen Wohnungsneubau auf dem früheren Parkplatz. Der Erstbezug soll im Frühjahr 2025 sein.

Das alte C&A-Erdgeschoss indes soll Kern des neuen Quartiers werden und deshalb als eine Art Transferzentrum mit Ausstellungs- und Begegnungsflächen dienen. Dieses „Science & Technology Center“ namens „42kaiserslautern“, abgeleitet von der Hausnummer, wird von der Science & Innovation Alliance Kaiserslautern (SIAK) getragen, einem lokalen Wissenschaftsnetzwerk. Vorstandsvorsitzender ist Dieter Rombach, bis zum Ruhestand 2021 Professor für Software Engineering sowie Gründer des Kaiserslauterer Fraunhofer Instituts für Software Engineering (IESE).

Viel Geld vom Land

Allerdings muss das Netzwerk seine Projektidee nicht allein stemmen. Unterstützt wird es durch das Land Rheinland-Pfalz. Fast 700.000 Euro steckt das Innenministerium in die Projektentwicklung. Im besten Fall sollen damit zwei Dinge erreicht werden: Zum einen die Belebung der Innenstadt durch eine neue Form der Stadtentwicklung, die beispielgebend für andere Kommunen sein könnte, zum anderen die Vernetzung von digitalem Wissen und digitalem Bedarf durch den Kontakt zwischen Wissenschaft und Bürgern.

Darüber hinaus wird das Projekt von lokalen Partnern gefördert, neben Uni, Hochschule, Instituten und Firmen gehört die Handwerkskammer der Pfalz dazu. Zwei Beispiele, um das etwas greifbarer zu machen: Die Kammer will ein Modellhaus für digitale Gebäudetechnik aufstellen, das IESE hat eine Schau „Nachbarschaftsdiagnostik“ im Sinn, bei der es um patientennahe Diagnostik im ländlichen Raum geht. Zudem waren Bürger eingebunden worden, um die für sie wichtigen Themen auszuloten. Das Ergebnis: Mobilität, Energie, Gesundheit sowie Industrie 4.0.

Café als Türöffner

Dass Otto Normalverbraucher trotzdem nicht so einfach den Weg ins „42kaiserslautern“ finden könnte, wissen die Initiatoren. Deshalb soll, quasi als Türöffner, auch ein Café eingerichtet werden, die Suche nach einem Betreiber läuft. Bezuschusst wird dieser Teil des Plans nicht.

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