Kaiserslautern Stadtleben: Wie Eva Klamroth auf der Orgel „schöne Farben zaubert“
Die Orgel – auch Königin der Instrumente genannt – spielt die Hauptrolle im Gottesdienst um 18 Uhr in der evangelischen Kirche. Predigt, Lesung und Gebet treten in den Hintergrund. Begleitet wird Klamroth diesmal von der Sopranistin Jessica Fründ.
„Ein Kleinod“, sagt Klamroth über die Walcker-Orgel, „mit einem wunderschönen weichen, romantischen Klang. Damit kann man ganz schöne Farben zaubern.“ Die Walcker-Orgel in Erlenbach hat zwar nur acht Register und zwei Manuale, aber sie ist eine der wenigen, die noch in ihrem Ursprungszustand von 1900 zu hören ist, führt Klamroth aus. 2013 ist sie von Orgelbauer Johannes Zimnol restauriert worden. 30.000 Euro Spendenmittel hatte der Orgelbauverein damals dafür zusammengetragen. Die Gründer des Vereins: Eva und Jörg Klamroth. Zum elften Mal seit der Restaurierung wird jetzt zum Orgelgottesdienst eingeladen.
Eva Klamroth und die Musik – eine unzertrennliche Verbindung, von klein auf. Bei ihrer Mutter, Kirchenmusikerin, sang sie schon als Kind im Kirchenchor, wuchs mit Kirchenmusik auf. Mit fünf Jahren gab’s den ersten Klavierunterricht, mit neun kam dann das Cello dazu. Beide Instrumente hat sie dann jeweils im Hauptfach studiert – eine Seltenheit unter Musikern. Am liebsten hört sie den Komponisten Johannes Brahms: „die ganze Klaviermusik.“
Schlaflose Nächte bleiben nicht aus
Klamroth ist ein echtes musikalisches Allroundtalent: Aktuell gibt sie 16 Schülerinnen und Schülern Klavier- oder Cellounterricht. Sie leitet die Kirchenmäuse und die Kinderkantorei der evangelischen Singschule, unterstützt die Probenarbeit der evangelischen Kantorei an der Stiftskirche, spielt Orgel. Daneben begleitet sie Konzerte wie etwa der Seniorenkantorei oder Musicals der Jugendkantorei. Sie veranstaltet selbst Konzerte, unter anderem zweimal im Jahr – seit 30 Jahren – öffentliche Hauskonzerte bei sich in Erlenbach zusammen mit ihrem Mann Jörg, Fagottist am Pfalztheaterorchester. Dort hat sie vor wenigen Wochen Schuberts Liederzyklus „Schwanengesang“ zu Gehör gebracht.
Das alles will akribisch geplant und vorbereitet, geprobt und organisiert werden, bis am Ende der Schlussapplaus für alle Mühen entschädigt. „Ich hatte schon ein paar schlaflose Nächte“, verrät Klamroth über die Herausforderungen. Den nötigen Ausgleich finden die Klamroths beim Fahrradfahren oder Laufen in der Natur. Dennoch gilt für sie: „Ich muss Musik machen.“