Kaiserslautern Stadtleben: „Papa Leo“ und „Mama Bruni“
Seit rund einem Jahr kann im Hause Pütz vom Ruhestand des Hausherrn Leo Pütz nicht mehr wirklich die Rede sein. Eine ganze Weile schon hatte der ehemalige Betriebswirt für Datenverarbeitung bei der BASF sich Gedanken über das Leben der Flüchtlinge im ehemaligen Kreiswehrersatzamt gemacht, hatte schließlich einen von ihnen getroffen und war mit ihm ins Gespräch gekommen: Es war der Anfang von einem intensiven ehrenamtlichen Engagement. „Papa Leo“ und „Mama Bruni“ – so nennen einige der Syrer und Afghanen inzwischen das Paar – betreuen seither zwischen acht und zehn Personen intensiv; andere kommen gelegentlich dazu. Leo Pütz begleitet sie zum Arzt, zum Sozialamt, dem Jobcenter und weiteren Ämtern, die im Leben der Flüchtlinge nach und nach eine Rolle spielen. Ganz nebenbei hat er so auch die Tücken des deutschen Ämterwesens und manchen nicht immer kundenfreundlichen Beamten kennengelernt. Als Vorstandsmitglied des Ambassador Clubs Deutschland, lebt Pütz sowieso die Völkerverständigung und Humanität, der sich der Club als tragender Idee verschrieben hat. „Wo kann ich helfen, wo kann ich mich ein bisschen engagieren?“ Es ist mehr als ein „bisschen“ daraus geworden. Ausflüge in die Umgebung, bei denen ausschließlich Deutsch gesprochen wird, gehören ebenfalls zum Engagement und wenn er mit einer Tüte Süßes in der Unterkunft vorbeischaut, verstehen die Kinder ihn auch ohne Worte. Manchmal taucht auch schon mal einer mit dem Deutschheft bei dem Ehepaar auf und fragt nach Hilfe. Neulich erst hat Pütz seinen örtlichen und den überregionalen Club animiert, damit er der Flüchtlingsunterkunft zwei Tischtennisplatten spendiert und außerdem die Zutaten an Speisen und Getränken, die die Flüchtlinge dann selbst für das gemeinsame Fest zubereitet haben. Pütz’ Fazit nach einem Jahr ehrenamtliches Engagement: „Man kriegt auch was zurück, wenn man die dankbaren Augen der Menschen sieht.“ |krh