Kaiserslautern Stadtleben: Obst und Gemüse mit Tradition

Thomas Gerber ist auf dem Kaiserberg fast zu Hause. In der Kleingartenanlage, die einmal die Kammgarn-Spinnerei für ihre Arbeiter anlegte und die inzwischen von der Stadt übernommen wurde, hat schon seine Oma Obst und Gemüse angepflanzt. Gerbers Eltern hatten dort ebenfalls einen Garten gepachtet. Die Parzelle gehört inzwischen ihm, während die Eltern sich mit ein paar Beeten begnügen und sich ansonsten um die Vereinsgaststätte kümmern. Vergangenes Jahr hat Gerber im Verein den Vorsitz übernommen. In dieser Funktion muss der 33-Jährige sich jetzt darum kümmern, dass die Pächter im voll belegten Gelände die Spielregeln einhalten, nach den Vorgaben der Stadt überwiegend heimische Blumen und Gehölze anpflanzen, die Heckenhöhe im Zaum halten und die jährlichen zehn Pflichtstunden für die Anlage ableisten. Lange vorbei die Zeiten, als er mit den fünf Geschwistern und einem knappen Dutzend Cousins und Cousinen durch die damals noch viel kleinere Anlage toben konnte, Drachen steigen ließ und sich kein Pächter darüber aufregte, wenn die Kinder mal laut waren. Heute sei das anders, schildert der Vorsitzende. Nachbarschaftsstreitigkeiten zu schlichten gehöre zum Tagesgeschäft. Als der jüngste Vorsitzende des Kleingartenvereins, eventuell sogar dessen jüngstes Mitglied – ganz sicher ist er sich da nicht – wünscht er sich, dass der Umgang untereinander besser wird und „alle lieb und nett sind“. Pächter mit Kindern, die Verjüngung des Vorstands, dazu mehr freiwilliges Engagement und Interesse der Mitglieder kann Gerber sich auch gut vorstellen. Das gilt nicht für den Vergnügungsausschuss. Der hatte sich für die Feier zum 25-jährigen Bestehen im August im Vereinsheim ins Zeug gelegt. Abgesehen vom Vorsitz – „man macht das mehr oder weniger gern“ – ist Gerber natürlich auch Gärtner. Mit der Umgestaltung seiner Parzelle hatte er in diesem Jahr ziemlich viel zu tun. Wegen seiner ordentlich ein auf zwei Meter angelegten und eingefassten Beete hatten die Nachbarn zuerst gefrotzelt. „Gräberfelder“ − von wegen! Sein Konzept habe schon Nachahmer gefunden, verrät er. In Gerbers Garten reifen momentan gelbe Zucchini, Lauch und Salate heran; natürlich auch Blumen. Am liebsten aber hat er es mit dem Knoblauch und mit Zwiebeln. Vom Harken und Pflanzen abgesehen genießt er die schöne Lage auf dem Kaiserberg vor allem dann, wenn er auf der Bank bei seinem Teich sitzen und dem Plätschern des Wassers lauschen kann. (krh)