Kaiserslautern stadtleben: Nur noch wenige Steine übrig

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Maurer legen in diesen Tagen letzte Hand an die historischen Fundamente von Barbarossas Kaiserpfalz und in der Werkstatt von Steinmetzmeister Mark Schlösser sind die rund 100 Tonnen Rohmaterial, die ursprünglich zu bearbeiten waren, auf wenige Steine zusammengeschmolzen. „Das Schöne ist, dass dies hier die ursprüngliche Steinmetzarbeit ist, das grobe Zurichten von Steinen für eine Baumaßnahme“, schwärmt Schlösser. Deshalb, und weil er gewusst habe, dass die Sache in erfahrenen Händen liegen und Hand und Fuß haben würde, hatte er sich um den Auftrag beworben. Die besondere Herausforderung für ihn und seine drei Mitarbeiter: „Das Schwierigste war, mit den heutigen Mitteln die Arbeit so darzustellen, wie sie damals gewesen ist.“ Die Voraussetzungen damals und heute machten den nicht unerheblichen Unterschied. Als die Kaiserpfalz gebaut wurde, wurde den Steinmetzen ein grober Sandsteinklotz aus dem Steinbruch geliefert mit dem Auftrag, daraus etwas Feines zu machen. In Schlössers Werkstatt lief es genau umgekehrt: Sie mussten dem fein gesägten Sandstein aus dem Natursteinwerk Picard erst sein grobes Aussehen geben. „Für die Steinmetze ist die Oberflächenbearbeitung das Wichtigste, deshalb macht das so viel Spaß“, schildert Schlösser. Im Prinzip werden immer noch dieselben Werkzeuge wie im Mittelalter benutzt, vorzugsweise geschmiedet, und die alten Techniken werden bei der Ausbildung noch gelehrt, wenn auch in geringerem Umfang. Wenn die Arbeiten am Burgberg abgeschlossen sind, werden die wenigsten Bürger erkennen, welche Steine aus dem Natursteinwerk gekommen sind und welche beim Bau der Kammgarn aus dem nahen Kröckel’schen Steinbruch gebrochen wurden. Schlösser selbst hatte die Klötze entdeckt, die dort beim Bau der neuen Fachhochschule auf dem alten Fabrikareal aus dem Untergrund herausgerissen worden sind. Die Steinmetze werden ihre Arbeiten noch nach Jahrzehnten identifizieren können. „Jeder hat eine andere Handschrift, wenn sich das eingespielt hat, kann man sofort erkennen, wer was gearbeitet hat“, erläutert Schlösser. Er selbst hat an den Steinen in der Mauer ebenfalls seine Spuren hinterlassen, jedenfalls zu Beginn der spannenden Aufgabe. Dann zwang eine Knieoperation ihn an zwei Krücken; er arbeitet jetzt „auf Krankenschein“. Jedenfalls sahen die Maurer das so, die ihn gestern auf der Baustelle entdeckten. (krh)

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