Kaiserslautern Stadtleben: In Dansenberg ein Zuhause gefunden
Vor 50 Jahren verließ er seine Heimat in Sizilien und ließ sich im saarländischen St. Ingbert nieder. „Ich war Lehrer und wollte nicht unbedingt einen Mähdrescher fahren“, erinnert sich Salvatore Siracusa an die 1960er Jahre und den landwirtschaftlichen Betrieb seines Vaters auf der italienischen Mittelmeerinsel zurück. In Deutschland fasste der Sizilianer rasch Fuß, wechselte von einer mehrmonatigen Beschäftigung als Fabrikarbeiter bei der Firma Jega zum Lehrer für Italienisch in die Westpfalz. Hier unterrichtete er an Schulen in Kaiserslautern, Landstuhl, Ramstein und in Neustadt die Kinder der Gastarbeiter in Italienisch. Salvatore Siracusa hat ein bewegtes Leben hinter sich: Er arbeitete als Fräser beim Nähmaschinenhersteller Pfaff in Kaiserslautern und wieder als Lehrer für seine Muttersprache an der hiesigen Röhmschule und in Baden-Württemberg. „Kaiserslautern ist meine zweite Heimat“, sagt der Italiener, der beim Olympia-Musikzug der Bayerischen Brauerei Kaiserslautern (BBK) Trompete gespielt und 1971 seine heutige Ehefrau Brigitte-Margarethe kennengelernt hat. Er erzählt: „Es war Damenwahl, und sie hat mich aufgefordert.“ Es folgten drei Jahrzehnte, in denen Salvatore Siracusa beruflich in Mainz und Aalen tätig war. Seit er 2010 wieder in der Pfalz lebt und sich mit seiner Familie in Dansenberg niedergelassen hat, fühlt er sich in dem Stadtteil wie zu Hause. So ganz nebenbei hat sich der Dozent bei der Volkshochschule für Italienisch auch schriftstellerisch betätigt. Gedichte und Erzählungen über das Leben in Sizilien und in Deutschland hat er geschrieben. Novellen und Fabeln des griechischen Dichters Äsop in Sonette umgeschrieben. Eine Auswahl aus seiner eigenen Schreibe wird er anlässlich des 50. Jahrestages seiner Auswanderung am Donnerstag, 28. März, 19 Uhr, bei italienischer Musik und einem „buon bicchiere di vino“ in der Friedenskapelle vortragen. Auch wenn Salvatore Siracusa in Sizilien noch ein Haus stehen hat und jährlich seine Verwandten dort besucht, möchte er Kaiserslautern nicht missen. „In der Pfalz fühlen sich mein Geist und mein Körper wohl.“