Kaiserslautern Stadtleben: Blumen kündigen den Frühling an
Er steht in einem Meer von Frühlingsblühern und hat ordentlich zu tun. Umgeben von Stiefmütterchen und Hornveilchen, Vergissmeinnicht und Traubenhyazinthen, Bellis und Primeln nimmt Hans Karlin die Wünsche der Kunden auf dem Wochenmarkt entgegen. Der Samstagmorgen geizt nicht mit Sonnenstrahlen, verheißt einen Frühlingstag. Der Blumenstand gleicht einem Farbkasten. Die Lust am Gärtnern steht den Kunden ins Gesicht geschrieben. „Seit heute ist Frühling“, meint Hans Karlin, dessen Eltern bereits seit 1956 aus Steinbach am Donnersberg den Wochenmarkt auf dem Stiftsplatz mit Blumen und Pflanzen aus der eigenen Gärtnerei bereicherten. Seit drei bis vier Wochen warteten die Frühlingsblüher, an die frische Luft zu kommen. „Heute ist die Nachfrage groß“, so der Gärtner, der nicht nachkommt, Hornveilchen und Primeln für Kunden in Zeitungspapier zu verpacken. Gefragt sind Primeln der Sorte „Belarina“, „Rosen für den Frühling“. Mit ihren kleinen und üppig gefüllten Blütenblättern ziehen sie die Augen der Marktbesucher magisch an. Gefragt sind ebenso Salatpflänzchen und Kräuter. Rosmarin und Salbei, Schnittlauch und Basilikum, Petersilie und Thymian, locken mit ihrem frischen und zarten Grün. Doch so farbenfroh und üppig das Pflanzenangebot, die Nachfrage ist rückläufig. „Spürbar seit sechs Jahren“, verweist Hans Karlin auf einen geschrumpften Umsatz auf noch 30 Prozent. Von ehemals zehn Beschickern mit Blumen seien heute noch drei auf dem Wochenmarkt. Als Ursachen führt er eine zurückgehende Friedhofskultur, das Angebot der Garten- und Baumärkte und die unzureichende Parksituation um den Stiftsplatz an. Alleine vom Wochenmarkt könne er nicht existieren, ist er froh, den Einzelhandel als Kunden beliefern zu können. „Ganz zu schweigen vom Dienstagsmarkt“, fügt er hinzu. Den Donnerstagsmarkt in der Königsstraße fährt Hans Karlin seit dem vergangenen Jahr schon nicht mehr an. Noch will er nicht aufgeben. Der Sommerflor steht in den Gewächshäusern seiner Gärtnerei bereits in den Startlöchern.