Kaiserslautern STADTLEBEN: Über 10 000 kleine Kunstwerke
Sein Herz schlägt für Fußballembleme. Die finden sich auf kleinen Anstecknadeln, Ansteckern und Pins mit Aufdruck des Vereinsnamens, mit Farben und Logo des Vereins. Dass Rolf Conrad bei der Jahreshauptversammlung der „Interessengemeinschaft der Sammler von Fußballemblemen in Europa von 1973“ jüngst wiederholt zum Vorsitzenden gewählt wurde, ehrt ihn. Ist er doch Vorsitzender eines über 250 Mitglieder zählenden Vereins, die auf ganz Europa verteilt sind. Weit über 10.000 Anstecknadeln füllen seine Leitz-Ordner im Din-A-4-Format. Geordnet sind die Sammelobjekte nach Fußballverbänden und nach Ländern. Seine Leidenschaft für die kleinen farbigen Anstecker, die für Vereine und Sportverbände im Fußball stehen und bei Sammlern hoch im Kurs sind, muss der Finanzbeamte im Ruhestand von Albert Conrad, seinem Onkel, geerbt haben. Der hat über einen längeren Zeitraum in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts beim 1. FC Kaiserslautern und später in Frankfurt und Mannheim Fußball gespielt. Wenn Rolf Conrad von seinen Anstecknadeln spricht, spricht er von kleinen Kunstwerken, die früher nicht selten von Juwelieren hergestellt wurden. „Natürlich gibt es viele Fälschungen.“ Ebenso viele unbekannte Nadeln, die nur schwer einzuordnen seien. „Wir versuchen, sie zu identifizieren“, verweist der Sammler auf beinahe kriminalistische Fähigkeiten, die benötigt werden. Die Flut an Billigausführungen sei groß. Andererseits gebe es Embleme, die in einem vierstelligen Bereich gehandelt werden. Eine übliche Anstecknadel liegt preislich bei drei bis fünf Euro. Für etliche Sammler sind die Anstecker Anlass, sich mit der Vereinsgeschichte von Clubs auseinanderzusetzen. So verfügt Rolf Conrad beispielsweise über eine Nadel, die auf die Fusion des früheren FVK und Phönix Kaiserslautern zum heutigen 1. FCK hinweist. Für ihn ist es ein Schmuckstück von bleibendem Wert. |jsw