Kaiserslautern STADTGESPRÄCH

Fast könnte man sagen, Kaiserslautern sei ein heißes Pflaster. Zumindest wenn es um den Straßenbelag geht. Da wird diskutiert, was Pflaster taugt, ob es schlechter als Asphalt ist. Die SPD möchte, dass künftig nicht mehr gepflastert wird, weil dieser Belag viele Schäden aufweist, die Experten des Referats Tiefbau halten dagegen, Steine seien sehr wohl geeignet, man müsse nur genügend Zeit einplanen, damit sie richtig versanden können. Diese Argumentation ist schwer verständlich. Entweder ist Pflaster als Straßenbelag nicht geeignet, dann nimmt man halt Asphalt. Oder Pflaster taugt was, dann muss man aber auch warten, bis alles richtig fest ist. Es zu verlegen und die Straße wieder zu öffnen, bevor es richtig versandet ist, heißt eigentlich, dass man wissentlich spätere Schäden in Kauf nimmt.
Bei Straßen rund um den Stadtpark ist die Entscheidung, ob Pflaster oder nicht knifflig. Wenn die Stadt dort auf Asphalt ausweicht, läuft sie Gefahr, 80 Prozent Zuschüsse zum Straßenausbau zu verlieren. Der Baudezernent macht sich deshalb für Pflaster stark. Ein nachvollziehbarer Standpunkt. Die SPD ist nun am Zug. Es dürfte ihr schwerfallen, auf ihrer Meinung zu beharren, denn so hohe Zuschüsse setzt man nicht leichtfertig aufs Spiel. Mal sehen, ob die Genossen noch weich werden. Den Schwarzen Peter haben sie allemal.
Bei der Frage nach freiem WLAN für die Innenstadt hat sich die SPD stark aufgeplustert. Sie hat Forderungen erhoben, Möglichkeiten des Zugangs skizziert, von Kostenberechnungen gesprochen und dem Abrufen der E-Mails im Caféhaus ganz ohne Kosten geschwärmt, kurzum: Man konnte den Eindruck gewinnen, die SPD habe die Idee geboren und treibe sie vehement voran. Das dachte wohl auch die FDP, die keine Antwort schuldig blieb und die Idee eines freien WLAN als nicht mehr zeitgemäß bezeichnete. Währenddessen hat die Zukunftsregion Westpfalz dezent darauf verwiesen, dass auf ihre Initiative hin bereits seit Sommer vergangenen Jahres überlegt wird, wie in den größeren Städten der Westpfalz freies WLAN installiert werden kann - und dass sie die Kosten für die Einrichtung der sogenannten Hotspots in Kaiserslautern übernimmt. Da darf man vermuten: Die SPD ist auf einen fahrenden Zug aufgesprungen und hat sich mit fremden Federn geschmückt. Man darf ebenfalls vermuten, das sich die FDP mit ihrer Kritik zurückgehalten hätte, wenn auf dem Paket freies WLAN nicht das Etikett SPD geklebt hätte. Und man darf sicher sein: Der Kommunalwahlkampf mit seinen Hahnenkämpfen hat längst begonnen. Und wenn die Zukunftsregion Westpfalz mit ihren Plänen schnell zu Potte kommt, können sich die geneigten User sogar noch vor dem Wahltag im Caféhaus via WLAN an den Ergüssen der Parteien laben - sofern ihnen das eingeräumte Gratisstündchen zum freien Surfen dafür nicht zu schade ist.
Neue Wege geht die Stadt in Sachen Bestattungen. Nach dem Ruheforst soll es nun ein gärtnerbetreutes Grabfeld geben. Beiden ist gemeinsam: Anstrengende Pflegearbeiten entfallen. Derartige Angebote werden immer wichtiger, denn viele Menschen sind nicht mehr in der Lage, die nötigen Arbeiten körperlich zu verrichten - wieder anderen fehlt vielleicht schlichtweg die Zeit für die Grabpflege. Für sie alle ist ein von Gärtnern gepflegtes Grabfeld auf dem Hauptfriedhof eine feine Sache. Nicht nur die Ruhestätte der Angehörigen ist immer sauber, man muss sich auch nicht mehr über ungepflegte Nachbargräber aufregen.