Kaiserslautern stadt RHEINPFALZ Plus Artikel Stadtbibliothek Kaiserslautern: Ebooks schon vor Corona ein Erfolg

Die Kinder- und Jugendbuchabteilung der Stadtbibliothek lebt auch von den Besuchen der Schulklassen. Diese dürfen in Zeiten von
Die Kinder- und Jugendbuchabteilung der Stadtbibliothek lebt auch von den Besuchen der Schulklassen. Diese dürfen in Zeiten von Corona aber nicht stattfinden. Geöffnet ist die Bücherei dennoch.

Die Stadtbibliothek Kaiserslautern profitiert nun in Zeiten von Corona davon, schon seit Herbst 2016 E-Books in ihr Sortiment mitaufgenommen zu haben. Besucher und gerade die Veranstaltungen mit Schulklassen fehlten aber trotzdem, erklärt der Leiter der Kinder- und Jugendbuchabteilung Franz Josef Huschens.

Seit dem 4. Mai hat die Stadtbibliothek wieder für Besucher geöffnet und bleibt es derzeit auch. Denn von den aktuellen Einschränkungen des öffentlichen Lebens sind Bibliotheken nicht betroffen. E-Books und Hörbücher standen die ganze Zeit über online zur Verfügung. Ebooks seien auch schon vor Corona bei den Kunden sehr beliebt gewesen, erklärt Huschens. So hatte es während April und Mai jeweils deutlich mehr Anmeldungen als in den Monaten vor dem Lockdown gegeben, nämlich pro Monat circa 25 Neuanmeldungen, was sich nur mit dem Angebot an E-Books erklären lässt. Hier sind Romane das gefragteste Genre, während bei den Printmedien nach wie vor Kinderbücher am häufigsten ausgeliehen werden, gefolgt von Romanen.

5000 Euro für neue E-Books

Die Neuzugänge bei den gedruckten Büchern wie bei den Ebooks sind laut Huschens besonders wichtig, denn hier sei das Interesse groß. So habe die Stadtbibliothek erst kürzlich für 5000 Euro neue Ebooks gekauft. Das aktuelle Angebot an Ebooks und Hörbüchern ist im Internet einsehbar. Generelle Neuerwerbungen der Bücherei können in einem Zeitraum von 100 Tagen ebenfalls online eingesehen werden. Dabei besteht zwischen der Veröffentlichung eines Buches und dessen Aufnahme in das Sortiment der Bibliothek meistens nur eine geringe zeitliche Verzögerung, sodass Titel, die von Interesse sind, zeitnah ausgeliehen werden können. E-Books sind nur 14 Tage lang ausleihbar, allerdings ebenfalls mit der Möglichkeit zur Fristverlängerung.

Huschens schätzt an seinem Beruf vor allem den Kontakt mit der Kundschaft und die Vielfalt, da er von Erstlesern bis hin zu Teenagern alle Altersstufen betreut. Somit setzt er sich mit sehr unterschiedlichen Interessen und Nachfragen von Seiten der jungen Leser auseinander. Zurzeit fehlen ihm daher auch am meisten die Schulklassen (zweites bis zehntes Schuljahr), die er sonst betreut, da er bei dieser Gelegenheit auch stets diejenigen kennenlernen konnte, für „die er seine Arbeit macht“. Abgesehen davon sei er auch für die Auswahl an Neuanschaffungen in seiner Abteilung zuständig und das Signieren der Bücher (eine gelbe Signatur kennzeichnet beispielsweise das Genre „Abenteuer„).

Die meisten Besucher sind zwischen 20 und 50 Jahre alt

Und wie sieht es mit den derzeitigen Besucherzahlen aus? Besucht wird die Bibliothek, unabhängig von Corona-Zeiten, hauptsächlich von Personen im Alter von 19 bis 49 Jahren und Kindern. Studenten zählten eher nicht zu den regelmäßigen Besuchern. In den Sommermonaten, so Huschens, kämen generell immer die meisten Leute, was er auf die Schulferien und Sommer-Urlaub zurückführt.

Dabei werden die derzeitigen Hygienemaßnahmen und Abstands-Regelungen von den Besuchern gut eingehalten, obwohl Huschens auch eine gewisse „Regelmüdigkeit“ erkennt. So hat er den Eindruck, dass die Menschen eher darauf verzichten, ein Geschäft oder eben die Bibliothek zu besuchen, um den Mund-Nasen-Schutz nicht anziehen zu müssen.

Auf die Frage, wie er die Zukunft der Stadtbibliothek sieht, bleibt Huschens optimistisch und erklärt, dass der Bedarf nach wie vor groß sei. Zurzeit wünsche er sich aber auch, wie die meisten Besucher, einfach wieder Normalität zurück und hofft auf das Jahr 2021.

Zuschuss nicht in Gefahr

Christoph Dammann, Leiter des Referats Kultur, erklärt, dass die freiwilligen Zusatzleistungen der Stadt, die auch die Zuschüsse für die Stadtbibliothek beinhalten, seit Jahren gleichbleiben: um die 800.000 Euro pro Jahr. Das Geld werde auch weiterhin geszahlt.

Bei der 1839 gegründeten Stadtbibliothek in Kaiserslautern handele es sich um die erste Bibliothek in Deutschland, die von Anfang an mit kommunalen Mitteln gefördert wurde. Macht die Stadtbibliothek Einnahmen, wenn beispielsweise mehr Anmeldegebühren gezahlt werden, komme das allein der Institution zugute, die davon wieder neue Ausleihobjekte anschaffen kann, erklärt Dammann.

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