Kaiserslautern
St. Norbert: Kirche wird abgerissen und eine größere Kita wird gebaut
Der Gemeinde St. Norbert sei das Betreiben einer Kita sehr wichtig, verweist Dekan Steffen Kühn auf das Pastorale Konzept der Pfarrei Maria Schutz. „Dafür verzichtet die Gemeinde auf alle anderen Immobilien.“ Das bedeutet, dass die Kirche St. Norbert, das Pfarrhaus und die bestehende Kita mit Pfarrheim nach und nach zurückgebaut werden.
Die neue Kita, die als zweigeschossiger Winkelbau konzipiert ist, wird am Standort der jetzigen Kirche St. Norbert entstehen. Die Kirche soll am Samstag, 16. Januar 2021, profaniert werden. Das Gotteshaus mit 550 Sitzplätzen wird laut Kühn an Sonntagsgottesdiensten maximal von 50 Personen besucht, und eine notwendige Dachsanierung des Gebäudes würde mit 450.000 Euro zu Buche schlagen. „Wir hätten die Kirche in Zukunft nicht halten können“, verweist Kühn auf einen Umbruch in der Pfarrei Maria Schutz. Auch sei die Anzahl der Gemeindemitglieder in St. Norbert (1650) rückläufig.
Kühn zeigt Verständnis dafür, dass für viele Christen aus der Gemeinde St. Norbert mit dem Rückbau der Kirche ein Stück Geschichte verloren geht. „Viele der heute meist älteren Gemeindemitglieder verbinden wichtige Familienereignisse und Erinnerungen mit dem Kirchengebäude aus dem Jahr 1955.“ Dass der Gemeindeausschuss diese emotionale Entscheidung für eine neue Perspektive der Gemeindeentwicklung einstimmig beschlossen habe, verdiene Anerkennung, so der Pfarrer.
Zu dem Vorhaben positiv hat sich auch Bischof Karl-Heinz Wiesemann in seiner Rückmeldung zur Visitation 2019 ausgesprochen: „Deutlich habe ich den Handlungsbedarf, der auf den Verantwortlichen vor Ort lastet, wahrgenommen. Ich stimme mit ihnen überein, dass hier eine Gesamtlösung angestrebt werden muss, die in guter Vernetzung zum Prozess der Entwicklung des Pastoralen Konzeptes entstehen wird“, so Wiesemann.
Erinnerungsstücke an die Kirche St. Norbert wie Teile der farbigen Kirchenfenster, Gong, Franzosenglocke, Taufstein und das große Holzkreuz ziehen mit um und finden einen neuen Bestimmungsort. Während der Bauzeit und darüber hinaus werden die Gottesdienste der Gemeinde in der protestantischen Christuskirche gefeiert, die in der unmittelbaren Nachbarschaft steht. Auch Versammlungen können im dortigen Pfarrheim stattfinden.
Wie Kühn betont, werde das gute Miteinander von Gemeinde und Kita auf diese Weise weiterentwickelt. Die Kita selbst könne noch deutlicher als Ort von Kirche und Gemeinde erfahrbar werden. Im Erdgeschoss des neuen Kita-Gebäudes entsteht ein Raum, der für die generelle Gemeindearbeit genutzt werden kann. Dieser Raum ist 40 Quadratmeter groß, hat einen eigenen Eingang, eine eigene kleine Küchenzeile und einen WC-Bereich. Gemeinsam mit der Mensa kann dieser Raum bei Bedarf auf 100 Quadratmeter erweitert werden. Es können dort Gottesdienste gefeiert werden und er steht den kirchlichen Gruppen zur Verfügung.
Bislang hat die Pfarrei Maria Schutz zwei zweigruppige Kitas in den Einrichtungen St. Anton in der Lutzerstraße und in St. Norbert unterhalten. Diese sollen künftig in der neuen Kita St. Norbert zusammengefasst werden. Gleichzeitig gebe es von der Protestantischen Gesamtkirchengemeinde Überlegungen, so Kühn, die Verlagerung der Kita in der Lutzerstraße nach St. Norbert, durch einen Neubau zu kompensieren. Dazu wäre die Pfarrei Maria Schutz bereit, einen Teil des Klostergartens hinter dem ehemaligen Klostergebäude der Franziskaner-Minoriten zur Verfügung zu stellen.