Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Spieler und Trainer verzichten auf Gehalt

Stehen zusammen: Mannschaft und Fans in Dansenberg.
Stehen zusammen: Mannschaft und Fans in Dansenberg.

Die Saison in der Dritten Handball-Bundesliga wurde aufgrund der Corona-Pandemie am Dienstag offiziell beendet (wir berichteten). Dem TuS Dansenberg, der die Spielzeit 2019/20 damit auf Rang drei beendet, entgehen durch den vorzeitigen Saisonabbruch fest eingeplante Einnahmen in fünfstelliger Höhe. „Bis Juli können wir uns irgendwie durchhangeln, danach geht es um die Existenz“, betont der zweite Vorsitzende Andreas Wilhelm, der den Verein gemeinsam mit Teammanager Alexander Schmitt lenkt.

Die vereinseigene Halle erweist sich in der aktuellen Situation als Fluch und Segen zugleich. „Wir haben laufende Kosten für Strom, Gas, Wasser und Versicherungen, auf der Gegenseite aber keine Einnahmen“, erläutert Wilhelm. Dem Pächter der Gaststätte habe man die Pacht gestundet, da auch der keine Einnahmen habe. Die angekündigte Soforthilfe der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz lässt nach wie vor auf sich warten. Bei den Schwarz-Weißen rechnet man mit rund 15.000 Euro. Drei Mitarbeiter befinden sich in Kurzarbeit, Kredite bei der Stadtsparkasse Kaiserslautern wurden für die kommenden sechs Monate ausgesetzt. Es wurden Stundungsanträge bei der Berufsgenossenschaft und dem zuständigen Finanzamt gestellt und die Auszahlung der Übungsleiterentgelte verschoben.

Handballer als Aushängeschild

Der TuS Dansenberg unterhält Abteilungen in Karate, Turnen und Tischtennis. Gut angenommen wird auch der Rehasport. Das Aushängeschild des über 700 Mitglieder zählenden Vereins sind die Drittliga-Handballer. Die Mannschaft um ihren scheidenden Kapitän Christopher Seitz hat beschlossen, rückwirkend ab März bis Juni auf 30 Prozent ihrer Bezüge zu verzichten. „Wir wollen selbstverständlich auch unseren Teil dazu beitragen und haben uns deshalb umgehend zu einem Gehaltsverzicht bereiterklärt. Wir hoffen natürlich mit diesem Verzicht, dem Verein unter die Arme greifen zu können und mit einem guten Beispiel voranzugehen. Der Verein braucht jetzt jede Unterstützung, und nur gemeinsam schaffen wir das“, heißt es dazu in einer auf der Vereinshomepage veröffentlichten Stellungnahme der Mannschaft.

Alle Register ziehen

Das Trainerteam um Steffen Ecker verzichtet komplett auf seine Bezüge. „Anders hätten wir die aktuelle Situation nicht stemmen können“, betont Schmitt.

„Andreas Wilhelm und ich müssen als Ehrenamtler sehr viel Arbeit reinstecken, um den Verein durch die aktuelle Situation zu führen. Wir müssen alle Register ziehen, um diese Krise zu überstehen.“

Sponsoren bleiben

Auf die Sponsoren der Schwarz-Weißen ist Verlass. Der Vertrag mit Hauptsponsor Layenberger, der auch die Namensrechte an der Sporthalle hält, läuft noch drei Jahre. „Bislang ist noch keiner abgesprungen. Zwei Sponsoren haben ihr Engagement sogar verlängert. Das ist ein tolles Zeichen, das uns Hoffnung macht. Viele Gönner sind dem Verein ja schon sehr lange verbunden“, freut sich Wilhelm über die große Loyalität der externen Geldgeber. „Fakt ist aber auch, dass wir irgendwann eine Gegenleistung erbringen müssen“, stellt der zweite Vorsitzende klar.

Nicht zu viele Geisterspiele

Die Planungen für die neue Spielzeit gestalten sich schwierig. „Wir wissen ja nicht, wann wir wieder Geld verdienen können. Ohne Einnahmen können wir nicht überleben. Keiner kann heute sagen, wie es weitergeht. Zwei, drei Spiele ohne Zuschauer zu Beginn der neuen Saison zu überbrücken wäre sicherlich denkbar. Mehr aber auch nicht“, sieht Schmitt in Geisterspielen keine Alternative, da die Einnahmen aus dem Ticketverkauf und Catering rund ein Drittel des sechsstelligen Gesamtetats ausmachen. „Die Gespräche mit neuen potenziellen Geldgebern ruhen. Da macht jetzt keiner eine verbindliche Zusage“, weiß der Teammanager. Ein Licht am Ende des Tunnels könnte das vom Land Rheinland-Pfalz angekündigte Hilfsprogramm für Sportvereine sein.

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