Kaiserslautern Spät aus dem Dornröschenschlaf erwacht

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Der TuS Dansenberg hat am Samstag die große Chance vertan, zumindest über Nacht an die Tabellenspitze der Handball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar zurückzukehren. Die Mannschaft von Trainer Jürgen Hartz kam beim 28:28 (13:14) gegen Außenseiter HSG Bingen nicht über ein Remis hinaus und musste am Ende sogar froh sein, nicht verloren zu haben.

Punktgewinn oder Punktverlust? Diese Frage war kurz nach Spielschluss gar nicht einfach zu beantworten. Durch die 29:30-Niederlage von Tabellenführer SF Budenheim im Topspiel gegen Verfolger HF Ilttal hätten die Lauterer im Falle eines Sieges in der Tabelle an ihren beiden Rivalen vorbeiziehen können. Dass Hartz nach dem Spiel dennoch von einem Punktgewinn sprach, war der Tatsache geschuldet, dass seine Mannschaft 36 Sekunden vor Schluss mit 27:28 im Hintertreffen lag und daher froh sein musste, überhaupt etwas Zählbares ergattert zu haben. „Schade, aber kein Beinbruch. Noch ist nichts passiert. Auch wenn wir heute gewonnen hätten, wären wir nicht viel weiter“, gab Lauterns Trainer nach dem Spiel zu Protokoll. Während seiner Analyse der vorangegangenen 60 Minuten war der Trainer die Ruhe selbst. In der Auszeit kurz vor dem Ende der hochdramatischen, da bis zur letzten Sekunde auf des Messers Schneide stehenden Partie hatte Hartz die Seinen noch lautstark zusammengefaltet, um danach mit der Auflösung des Torhüters zugunsten eines siebten Feldspielers alles auf eine Karte zu setzen. Vorausgegangenen war ein schlampiges Zuspiel von Christopher Seitz auf Florian Lammering, der den Ball auf der linken Außenbahn nicht unter Kontrolle bekam und die Gäste somit beim Stand von 27:27 in Ballbesitz brachte. „Ich muss meiner Mannschaft ein großes Kompliment machen. Als Tabellenachter bei einem Spitzenteam wie Dansenberg zu punkten, damit bin ich voll zufrieden“, lobte HSG-Coach Konrad Bansa sein Team, das Mitte der ersten Halbzeit einen Vier-Tore-Rückstand wettmachte und den ersten Durchgang mit 14:13 knapp für sich entschied. Als Lauterns Pascal Bock eine tolle Vorarbeit von Christopher Seitz mit einem Heber zum 6:2 (12.) veredelte, schien die Partie den von vielen erwarteten Verlauf zu nehmen. Bingen hatte bis dahin jegliche Durchschlagskraft vermissen lassen. HSG-Coach Bansa hatte jetzt genug gesehen und bat sein Team zur Auszeit. Bingen agierte danach sehr viel zielstrebiger, legte einen 3:0-Lauf aufs Parkett und lieferte sich mit dem TuS einen offenen Schlagabtausch. Dansenberg, das im Positionsspiel phasenweise auf dem schmalen Grat zwischen geduldig und pomadig wandelte, erlag im zweiten Durchgang der Verlockung, es mit Würfen aus der zweiten Reihe zwingen zu wollen, anstatt die Angriffe auszuspielen. „Wir haben zu hektisch agiert, waren zu hastig“, räumte Lauterns Coach ein. „Bingen war ein sehr unangenehmer Gegner. Nach der Führung im ersten Durchgang dachten wir wohl, es geht so weiter.“ Als die Gäste mit 20:18 (40.) in Front gingen, erwachte die Halle aus ihrem Dornröschenschlaf. Die Zuschauer hatten ein gutes Gespür dafür, dass die Mannschaft trotz einiger Unzulänglichkeiten in Form von technischen Fehlern und schlechten Anspielen bereit war, alles für den Sieg zu tun, und feuerten sie bis zur letzten Sekunde unermüdlich an. Als der bärenstarke Bostjan Hribar mit seinem elften Treffer des Tages auf 26:25 (56.) stellte, waren zwei wichtige Punkte im Kampf um die Meisterschaft wieder in greifbare Nähe gerückt. Am Ende durfte sich der TuS bei Nachwuchsspieler Luca Munzinger und Florian Lammering bedanken, dass sie mit ihren Treffern zumindest ein Remis retteten. (kkm) So spielten sie TuS Dansenberg: Pivac/M.Seitz (Tor), Hribar (11/4), Hartz (5), Bock (5), C. Seitz (2), Kiefer (2), Munzinger (2), Lammering (1), Eberhard, Neumann, Lamotte, A. Schulze.

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