Handball RHEINPFALZ Plus Artikel So startet der TuS Kaiserslautern-Dansenberg in die Dritte Liga

Will sich der Herausforderung stellen: das Team des TuS Dansenberg. Hier Frano Vujovic (rechts) vom TuS im Testspiel gegen Leute
Will sich der Herausforderung stellen: das Team des TuS Dansenberg. Hier Frano Vujovic (rechts) vom TuS im Testspiel gegen Leutershausen.

Mit sechs gänzlich Unbekannten bekommt es das Team von Trainer Thomas Weber in dieser Saison zu tun – weil es der Staffel Süd-West neu zugeteilt wurde.

In den Jahren vor der Corona-Pandemie hatte der TuS Dansenberg der Südstaffel angehört und auch in der außerordentlichen Saison 2021/22 hatte man es in der verkleinerten Staffel F, neben den Regionalderbys die natürlich auch weiterhin stattfinden werden, mit Gegnern aus Baden-Württemberg zu tun. Doch seit dem vergangenen Sommer ist ein neuer Trend in der Einteilung der Staffeln erkennbar, der die Dansenberger vom Süden abtrennt und klar im Westen – und damit auch weit nach Nordrhein-Westfalen hinein – positioniert. Am Samstag treten die Handballer des TuS Kaiserslautern-Dansenberg beim TuS Opladen zum ersten Spiel in der Saison 2023/24 in der Dritten Liga an.

TuS-Kapitän Sebastian Bösing (28) sieht diese Entwicklung positiv: „Ich freue mich, gegen einige neue Mannschaften, in neuen Hallen, in interessanten Städten spielen zu können.“ Während Dansenberg bereits im vergangenen Jahr gegen Mannschaften aus Hessen und NRW antrat, waren auch noch Vereine aus Bayern vertreten. Dieses Jahr kommen in der neuen Staffel, die wieder ihre ursprüngliche Größe von 16 Mannschaften erreicht hat, noch sechs Vereine aus dem Süden Nordrhein-Westfalens hinzu. TuS-Trainer Thomas Weber sieht „vier sehr starke Staffeln, die alle sehr ausgeglichen sind“.

Die drei Favoriten

Unter den neu hinzugekommenen Teams aus NRW sticht vor allem die HSG Krefeld-Niederrhein heraus, die als einer der Aufstiegsfavoriten in die Saison gehen wird. Die Krefelder sind in der abgelaufenen Saison Zweiter in der Weststaffel geworden und haben die anschließende Aufstiegsrunde auf einem starken vierten Platz beendet. Mit der HSG sind der Vorjahreszweite TuS Ferndorf und der amtierende Meister der Süd-West-Staffel, die HSG Hanau, wohl die stärksten Mannschaften: „Die Favoriten sind Hanau, Ferndorf und Krefeld“, ist sich auch Sebastian Bösing sicher. Auch Thomas Weber sieht das Trio als Favorit im Kampf um die Meisterschaft, prophezeit allerdings: „Es wird mit Sicherheit wieder ein Überraschungsteam geben, das man nicht auf dem Schirm hat. Letztes Jahr war es sehr überraschend, wie dominant Hanau war“. Die Brüder-Grimm-Städter wollen auch im kommenden Jahr wieder um den Aufstieg mitspielen und haben sich auf dem Transfermarkt hervorragend verstärkt.

Auch der neue Torhüter des TuS, Alexander Lein Martinsen (28), sieht Hanau und Ferndorf als Favoriten: „Das sind die beiden Gegner, auf die ich mich am meisten freue, da sie die stärksten Mannschaften haben.“ Nach Ablauf der regulären Spielzeit, werden der Erst- und Zweitplatzierte an einer Aufstiegsrunde teilnehmen um die beiden Aufsteiger in die Zweite Handball-Bundesliga (2. HBL) zu ermitteln.

Für wen kann es eng werden?

In Sachen Abstieg hingegen ist es deutlich schwerer, klare Kandidaten zu benennen: „Ich finde die Staffel so ausgeglichen, dass ich bei keinem vorhersagen würde, die spielen gegen den Abstieg“, sagt Thomas Weber. Kapitän Bösing sieht ein „großes Mittelfeld“, bei dem es „schwer ist, Abstiegskandidaten festzulegen“. TuS-Schiedsrichter Simon Meyer ist sich hingegen sicher: „Einer aus dem Duo TSG Haßloch und HLZ Friesenheim/Hochdorf steigt ziemlich sicher ab.“ Auch Aufsteiger Interaktiv.Handball Düsseldorf-Ratingen dürfte wohl zum Kreis der vom Abstieg bedrohten Mannschaften zählen. Am Ende werden die Teams auf den Plätzen 14, 15 und 16 absteigen.

Neben den altbekannten Rivalen HG Saarlouis, Haßloch und Hochdorf sticht aus der Region vor allem Aufsteiger TV 1878 Homburg heraus. Die ambitionierten Saarländer wurden souverän Meister der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar (RPS) und wollen schnellstmöglich in die Zweite Liga aufsteigen. Der finanzstarke Verein – FCK-Hauptsponsor Theiss Naturwaren steht als Investor hinter dem Klub – hat seinen Kader um Starspieler Yves Kunkel (29) dafür erneut kräftig verstärkt. Der ehemalige deutsche Nationalspieler Kunkel war mit 243 Toren in 30 Spielen mit Abstand Torschützenkönig in der RPS-Oberliga.

Die Lieblingsgegner des Trainers

Mit Linkshänder Robin Egelhof (25) ist nun ein weiterer Dansenberger nach Homburg gewechselt. TuS-Coach Thomas Weber glaubt indes nicht, dass den Saarländern der Durchmarsch gelingt: „Der TV Homburg hatte in der Oberliga eine Sonderstellung, aber ob das in der Dritten Liga auch so wird, wage ich zu bezweifeln. Sie haben viele Neuzugänge und müssen sich erst mal einspielen.“ Am vierten Spieltag (23. September) kommt es in der Layenberger Sporthalle zum ersten Aufeinandertreffen der beiden Teams.

Besonders freut sich Thomas Weber auf die Duelle gegen die HSG Dutenhofen-Münchholzhausen II, bei denen er sechs Jahre lang als Trainer aktiv war, sowie gegen die HSG Rodgau Nieder-Roden, den TV Gelnhausen und die HSG Hanau, die er alle durch seine langjährige Arbeit beim Hessischen Handballverband bestens kennt.

TuS mit schwerem Auftaktprogramm

Der TuS hat das Ziel, im oberen Tabellenmittelfeld zu landen und im Idealfall den dritten oder vierten Platz zu belegen, der zur Teilnahme an der DHB-Pokal-Qualifikation berechtigt. Beim Kampf um diese Plätze werden auch der Longericher SC Köln und die Bergischen Panther eine gute Rolle spielen. Sie hatten in der abgelaufenen Saison die Plätze drei und vier in der Weststaffel belegt.

Die Dansenberger haben ein schweres Auftaktprogramm, gleich zu Beginn stehen zwei weite Auswärtsfahrten bevor. Nach dem Duell beim TuS 82 Opladen am ersten Spieltag geht es in der dritten Partie zum TV Aldekerk 07 an die niederländische Grenze. Dazwischen steht das Top-Spiel gegen den TuS Ferndorf zu Hause und dann das Derby gegen Homburg an. Weber hätte sich zwar einen einfacheren Start gewünscht, sieht es aber auch positiv, gleich zu Beginn gefordert zu sein und eine gute Standortbestimmung zu haben. Das erste Heimspiel in Dansenberg steht am 9. September gegen den TuS Ferndorf an. Anpfiff ist um 20 Uhr in der Layenberger Sporthalle.

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