Ramstein-Miesenbach RHEINPFALZ Plus Artikel Simply Unplugged Acoustic Music heizt die „Sommer Lounge“ noch weiter auf

Starker Auftritt in der Ramsteiner „Sommer Lounge“: die Band Simply Unplugged Acoustic Music (auf der Bühne von links Harald Bür
Starker Auftritt in der Ramsteiner »Sommer Lounge«: die Band Simply Unplugged Acoustic Music (auf der Bühne von links Harald Bürthel, Markus Hemmer, Thilo Schank, Betty Bohn und Steffen Bürthel).

Ein heißer Abend mit heißer Band und heißen Hits: In der vollbesetzten „Sommer Lounge“ des Congress Center Ramstein wartete am Freitagabend das Quintett Simply Unplugged Acoustic Music mit Akustik-Power vom Feinsten auf. Und „simpel“ war die stromlose Session ganz und gar nicht.

Coverbands gibt es ja wie Sand am Meer. Sich da aus der oft eintönigen Masse hervorzuheben, ist fast unmöglich – erst recht, wenn man seine Cover einem einzigen Genre und einem Stil verschreibt. Bei der Cover-Truppe „Simply Unplugged Acoustic Music“ gibt es keine Genre- und Stil-Schubladen. Da wird von Rock und Pop bis zu Folk und Country eine ordentliche Bandbreite bedient. Zugegeben, grantigen Hip-Hop oder pathetischen Schlager gibt es eher weniger im bandeigenen Greatest Hits-Programm.

Dafür aber einen nicht zu knappen Acapella-Part, in dem die Herren Steffen Bürthel (Percussion, Schlagzeug), Markus Hemmer (Gitarre, Gesang), Thilo Schank (Bass, Gesang) und Harald Bürthel (Piano, Gitarre, Gesang) und die Dame Bettina Bohn (Gesang, Saxophon) immer wieder demonstrieren, was für ein perfekt aufeinander eingestimmtes Team sie sind. Und so einige Demonstrationen gab es auch in der Sommer Lounge. Ihre vokale Interpretation von Curtis Mayfields „It's Alright“ war makellos. Ebenso wie Billy Joels „The Longest Time“.

Klanggewaltig auch ohne Stecker in der Dose

Keine Frage: Eingespielt und eingestimmt sind sie. Und waren es ganz besonders – so schien es – an diesem glühenden Sommerabend, der schöner hätte nicht sein können. Und nicht besser besucht. Die Servicekräfte ackerten auf Hochtouren, zwängten sich mit vollen Tabletts durch die engen Tisch-Gassen und servierten im Eiltempo. Angesichts der Hitze, der Masse und der winddichten Masken im schwitzenden Gesicht gebührt dem Team dafür mal ein „Hut ab!“.

Aber im Sekundentakt serviert hat auch das Quintett auf der Bühne. Und zwar klanggewaltig, auch ohne Stecker in der Dose. Auf elektrischen Wumms sind die Musiker nicht angewiesen. Denn auch ohne Strom in den Instrumenten hatten sie an diesem Abend genug Volt im System. Supertramps „Give a Little Bit“ und der Doobie-Brothers-Evergreen „Long Train Runnin'“ klangen in der Acoustic-Liveversion schlicht blendend und hatten den 1970's Vibe so tief verinnerlicht, dass er durch alle Gliedmaßen groovte.

Vor allem, als Sängerin Bettina Bohn das goldene Saxophon zückte und ein vollendetes Solo aus der Lunge schüttelte. Harald Bürthel, der parallel Piano und Gitarre bespielt und der Gag-Lieferant der Band ist, erwies sich gerade bei solchen Nummern als astreiner Sänger. Und die Verschmelzung der vier Stimmen – Schlagmann Steffen Bürthel singt als einziger nicht - kitzelte schon mal heftig an der Gänsehaut. Etwa bei „Goodbye Baby“ von Fleetwood Mac.

Bekannten Songs frischen Wind verpasst

Bei jedem Song herrscht scheinbar die Devise: „Geht nicht? Gibt's nicht!“ Oder anders gesagt: Es gibt wohl kaum einen Song, den das Quintett nicht in ganz eigener Manier in eine adrette Akustik-Version umwandeln kann. Vom Oldschool-Klassiker „Take It Easy On Me“ der Little River Band bis zu modernen Stücken wie Ed Sheerans „Thinking Out Loud“ – gesungen von Bassist Thilo Schank, der sich in den höchsten Oktaven hörbar alle Mühe gab.

Die Experimentierfreude war beachtlich, manchmal reichte schon eine Nuance, um einem bekannten Song frischen Wind zu verpassen. Und bei alledem setzte die beeindruckende Harmonie der Truppe das Sahnehäubchen auf die Torte.

Akustisch und unplugged? Absolut. Aber simpel wie in „simply“ ist bei der Band gar nichts. Alles ist wohl durchdacht, vom Intro bis zum Finale erfrischend und geistreich und vom Klassiker bis zum modernen Chart-Hit unerschrocken eigen und hochgradig komplex. Damit heben sich die Fünf immerhin schon mal ein bisschen von der eintönigen Masse ab.

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