Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Simon & Garfunkel Tribute Duo begeistert im letzten Kulturgarten 2021

Das Simon & Garfunkel Tribute Duo auf der Bühne: Thomas Wacker (links) und Thorsten Gary.
Das Simon & Garfunkel Tribute Duo auf der Bühne: Thomas Wacker (links) und Thorsten Gary.

Simon & Garfunkel-Coverbands gibt es ja etliche. Die meisten sind schlicht gut, weil sie den großen Vorbildern schon recht nahe kommen. Und einige sind hervorragend, weil sie das Original zwar ebenfalls berühren, aber den musikalischen Vorgaben zugleich ihren eigenen Stempel aufdrücken. Dazu gehört das aus dem Karlsruher Raum stammende Simon & Garfunkel Tribute Duo, das am Donnerstagabend erstmals in der Kammgarn gastierte.

Die anhaltende Faszination, die vom Folkrock allgemein und von seiner Ausprägung im Musikschaffen der amerikanischen Musiker/Komponisten Paul Simon und Art Garfunkel im Besonderen ausgeht, beruht auf der ansprechenden Zeitlosigkeit des Stils. Kein Wunder, dass er auch viele Jahrzehnte nach seiner Blütezeit noch ungezählte Fans hat, dass Welthits wie „Bridge Over Troubled Water“ und „The Sound Of Silence“ noch immer gut bekannt sind, oft gehört und vielfach gecovert werden.

Nicht nur diese großen Hits allerdings, sondern auch zahlreiche weniger bekannte – aber ebenso anspruchsvolle – Stücke des berühmten Duos wie etwa „The Only Living Boy In New York“ oder „April Come She Will“ präsentierten an jenem Abend die beiden Gitarristen/Sänger Thomas Wacker (der den Part Paul Simons übernahm) und Thorsten Gary, die Verkörperung Art Garfunkels (dem er zwar mit etwas weniger vokaler Präsenz, aber mindestens ebenbürtiger Expressivität gerecht wurde).

Dazu kamen Titel, mit denen die Original-Interpreten nach ihrer Duo-Zeit allein erfolgreich waren, so etwa Art Garfunkels „Bright Eyes“. Damit wurde ein breites, sauber durchkalkuliertes Repertoire geschaffen, das sowohl wissenden Kennern als auch Neulingen in Sachen Simon & Garfunkel etwas zu bieten hatte.

Wacker und Gary zeigen sich als fugenlose Einheit

So entstand im Spannungsfeld von Original und Interpretation in diesem letzten freiluftigen „Kulturgarten“-Konzert der Saison (alles Weitere findet ab jetzt witterungsbedingt im Haus statt) von Anfang an eine atmosphärisch ungeheuer dichte Stimmung. Diese wurde noch zusätzlich von etlichen bemerkenswerten musikalischen Kabinettstückchen gestützt. Hier wären Paul Simons auf einer Bach-Komposition beruhender Song „American Tune“ zu nennen und die durch das Duo zu besonderer Bekanntheit gekommene Adaption des alten englischen Volkslieds „Scarborough Fair“.

Paul Simon und Art Garfunkel mögen im wirklichen Leben ja manche Differenzen gehabt haben; ihre Epigonen Thomas Wacker und Thorsten Gary indes (die man außer als Simon & Garfunkel Tribute Duo übrigens auch als Duo Graceland kennt) zeigten sich beim Kammgarn-Konzert als eine fugenlose Einheit. All die typischen Simon & Garfunkel-Songs wirkten in jedem Bereich zwischen Melancholie und Energie wie aus einem Guss. Den beiden Originalen würden die technisch und interpretatorisch guten Musiker mit ihrem perfekten Gitarrenspiel und ihren eindrücklichen Stimmen vermutlich gefallen. Denn sie sind eben nicht nur gut, sondern hervorragend.

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