Kaiserslautern „Senioren haben Lust zu lernen“

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Die Volkshochschule (VHS) boomt seit Jahren. 2013 besuchten 14.290 Menschen 1340 Kurse und absolvierten 38.806 Unterrichtsstunden. Im 13. Jahr hintereinander konnte die Einrichtung zulegen. Unser Redakteur Andreas Sebald hat sich mit dem Direktor der VHS, Michael Staudt, über den abermaligen Rekord sowie über beliebte Kurse und Pläne unterhalten.

Herr Staudt, haben Sie eine Erklärung für den anhaltenden Zuspruch, den das VHS-Programm seit Jahren hat?

Jedes Jahr, wenn wir an die Statistik gehen, ist es spannend, ob wir wieder einen Rekord landen. Ich weiß: Irgendwann ist der Punkt erreicht, da geht es wieder nach unten. Aber der ist noch nicht da. Unser Angebot ist einfach gut nachgefragt und erfährt viel Zuspruch.

Nennen Sie ein paar Details aus Ihrem Programm. Was geht gut?

Das wechselt über die Jahre, mal kommen neue Kursfelder hinzu, mal fällt etwas Altes weg, mal wird das Programm angepasst. Beispielsweise bieten wir Fortbildungen für Kindergartenpersonal an, haben aber auch viele Kurse zur Grundbildung im Programm. Vor Jahren etwa hätte man Computerräume en masse bauen können, das hat nun etwas nachgelassen. Bei Sprachen ist der Zuspruch enorm. Da hat sich die Stundenzahl in zwölf Jahren verdoppelt. So 100 Prozent kann man nie sagen, woran der gute Zuspruch liegt. Und natürlich lassen wir auch hin und wieder ein paar Versuchsballons steigen ...

Welche Ballons haben Sie da steigen lassen?

Etwa bei der Grundbildung. Das ist einer unserer Schwerpunkte bis zum Jahresende. Und wir arbeiten verstärkt mit den Seniorenheimen zusammen. Wir gehen zu den Menschen, haben unsere Laptops und Tablets dabei und bringen den Menschen etwas bei. Einige machen Gedächtnisübungen, andere hören einfach Schlager aus den 50er Jahren. Die alten Menschen nutzen die neuen Medien. Das sollte auch in Zukunft ein wichtiges Konzept werden: Bildung vor Ort anzubieten, raus aus der Einrichtung gehen. Viele alte Menschen sind einfach nicht mehr so mobil und können nicht mehr zu uns in die Kurse kommen. Dabei haben die Senioren Lust zu lernen!

Wie erklären Sie sich den großen Boom auf dem Sektor Sprachen?

Das hängt viel mit den Integrationskursen zusammen, also den Deutsch-Kursen für Ausländer. Die machen im Moment 50 Prozent der Kurse aus. Wir fungieren da oft als Ansprechpartner für ausländische Menschen, die nach Kaiserslautern kommen und hier leben wollen. Mittlerweile können wir alle Niveau-Stufen zu fast jeder Tageszeit anbieten. An der VHS kann man mittlerweile 23 Sprachen lernen. Dabei sind auch ausgefallenere Sprachen. Im Moment etwa ist besonders bei jungen Menschen Japanisch sehr in. Aber auch Schwedisch wird stark nachgefragt.

Welche Kurse brechen weg? Sie haben Computerkurse angesprochen ...

Die Computer-Grundkurse werden weniger. Grundkenntnisse hat heutzutage ja fast jeder. Wir bieten jetzt Kurse in Kleingruppen an. Da bringen die Teilnehmer ihre eigenen Laptops und Tablets mit und lernen mit denen. Der Kurs „Mein Tablet“ etwa ist ausgebucht. Da haben wir einen kleinen Gegentrend. Was übrigens ebenfalls gut läuft ist die Jugendkunstschule. Wir haben mehr Kursteilnehmer unter 18 Jahren als über 65 Jahre.

Sagen Sie noch was zur Altersstruktur.

Wir haben eine sehr ausgeglichene Altersstruktur. Bei uns findet generationenübergreifendes Lernen statt. Die stärkste Gruppe sind die 35- bis 50-Jährigen, die knapp ein Viertel stellen. Und: 75 Prozent unserer Teilnehmer sind Frauen.

Warum ist das so, dass mehr Frauen zur VHS kommen?

(lacht) Das war schon immer so! Die Frauen haben die VHS zu ihrer Einrichtung gemacht. Männer sagen, sie gingen lieber zur Uni. Und machen es dann doch nicht. Ein Punkt ist vielleicht, dass Männer kaum Kurse zur Gesunderhaltung belegen wie Yoga oder Entspannung. Hier haben wir sogar 80 Prozent weibliche Teilnehmer.

Was für einen Kurs würden Sie gerne noch anbieten?

Im Moment gehe ich schwanger mit einer Studienreise nach Togo. Die ist in Zusammenarbeit mit dem Verein „African New Hope“ geplant, der sich um die Schul- und Weiterbildung von Kindern und Jugendlichen in Afrika kümmert.

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