Kommentar
Selbst denken statt querdenken
Damit wir uns nicht falsch verstehen: Versammlungs- und Meinungsfreiheit sind fundamental wichtige Grundrechte. Die stellt niemand infrage. Auch nicht die Entscheidung, dass die „Querdenken“-Demonstration in Kaiserslautern nun untersagt wurde. Wie eine Demo mit dem Infektionsschutz zu vereinbaren ist, zeigte vor kurzem eine „Fridays for Future“-Demo in der Innenstadt mit reichlich Abstand und diszipliniert getragenen Masken.
Doch Erfahrungen von verschiedenen „Querdenken“-Demonstrationen in den vergangenen Wochen – etwa Landau – lassen massive Zweifel aufkommen, ob sich deren Teilnehmer an Recht und Regeln wie Abstandhalten oder Masketragen halten. Zu oft schon haben sich die Menschen im Umfeld dieser „Querdenken“-Kundgebungen daneben benommen. Weil Teilnehmer sich nicht an die Spielregeln hielten, mussten Behörden und Polizei die Einhaltung der Auflagen durchsetzen. Gegen das Verbot werden die Veranstalter sicher juristisch vorgehen.
Doch unabhängig vom Ausgang des möglichen Rechtsstreits: Ob man zu einer Demonstration geht, muss jeder für sich entscheiden. Und bei der Entscheidungsfindung vielleicht unsere Berichterstattung vom Mittwoch im Hinterkopf haben. Da haben ein Leitender Arzt und ein Stationsleiter des Westpfalz-Klinikums von der angespannten Lage und der hohen Arbeitsbelastung auf den Isolierstationen berichtet. Wer dem Gesundheitssystem helfen will, braucht nicht für die Pflege zu klatschen. Der kneift die Pobacken zusammen und bleibt daheim.
