Was Bürger ärgert RHEINPFALZ Plus Artikel Seit fünf Wochen ohne Internet und Telefon

Angeblich macht der Standort des Baukrans der Telekom Probleme bei der Behebung der Störung.
Angeblich macht der Standort des Baukrans der Telekom Probleme bei der Behebung der Störung.

Am 28. Juli ging in der Morlauterer Haselstraße und in Teilen der Otterberger Straße plötzlich nichts mehr. Surfen im weltweiten Netz, anrufen – Fehlanzeige. Schuld soll ein Leitungsschaden bei der Telekom sein. Doch etwas Genaues wissen die Morlauterer nicht. RHEINPFALZ-Leser Otto Braun ist verzweifelt. „Wir werden von Woche zu Woche vertröstet. Es ist ein Drama.“

Otto Braun weiß nicht mehr weiter. Rund 30 Haushalte seien von der Telekom-Störung betroffen. Obwohl sie sich die Finger wund wählten, erhielten sie bei der Telekom keine verlässlichen Informationen. „Die reagieren einfach nicht, immer wieder wird ein neuer Termin genannt, wann wir wieder ans Netz gehen.“ Zuletzt sei vom 13. September die Rede gewesen. „Es kann doch nicht sein, dass man sieben Wochen ohne Telefon ist“, so Braun. Alarmierend findet er, dass mindestens vier Nutzer von Hausnotrufen betroffen sind. „Die Notfallarmbänder funktionieren nicht, weil sie ebenfalls am Netz hängen. Das ist besorgniserregend.“ Braun moniert zudem, dass er quasi gezwungen wurde, seinen Mobilfunkvertrag aufzurüsten, für 17 Euro im Monat. Der Morlauterer berichtet, auch Ortsvorsteher Alexander Lenz sei ratlos.

Hausnotrufe seit Wochen lahmgelegt

„Ich kriege bei der Telekom keine Auskunft, weil ich nicht betroffen bin“, sagte Ortsvorsteher Alexander Lenz auf Anfrage. Auch er findet es besonders tragisch, dass selbst Hausnotrufe seit Wochen lahmgelegt sind. Zu allem Ärger müssten die Bürger ihre Telefonrechnungen bezahlen, obwohl sie schon seit Ende Juli keine Leistungen mehr erhielten. Ziemlich bald nach dem Leitungsschaden, von dem laut Lenz auch die Nutzer von Magenta-TV betroffen sind, war nach seinen Informationen ein Subunternehmer der Telekom vor Ort, habe einen Leitungsfehler gefunden und repariert. „Es gab aber offenbar noch ein zweites Problem“, so Lenz. Das könne aber angeblich nicht zügig behoben werden, weil an der Stelle, an die die Telekom ran müsste, ein Baustellenkran steht.

Lenz hatte schon Anfang August seinen Parteifreund, den SPD-Bundestagsabgeordneten Matthias Mieves, eingeschaltet, der früher bei der Telekom beschäftigt war. Durch seinen Einsatz schien die Sache zunächst Fahrt aufzunehmen. Mitte August sollte die Störung behoben sein. Doch wieder nichts. „Wir werden weiter vertröstet“, so der Ortschef.

Im Ort war erzählt worden, bei den Bauarbeiten an den Wächterwiesen, wo die Stadtentwässerung gerade ein Regenrückhaltebecken errichtet, sei es zur Beschädigung der Telekom-Leitung gekommen. „Das stimmt nicht“, sagte der Geschäftsführer der Firma F.K. Horn, Holger Schwambach, nachdem er mit seinem Bauleiter Rücksprache gehalten hat.

„Die Fehlerquelle ist eingegrenzt“

Telekom-Sprecher Pascal Kiel erklärte am Mittwoch auf Anfrage, „der Grund für den Ausfall ist eingedrungenes Wasser in unser Kabel.“ Das klinge banaler als es ist. Zunächst habe die Fehlerquelle lokalisiert werden müssen. „Man kann die Straße nicht einfach auf Verdacht aufreißen.“ Die Techniker konnten laut Kiel die Fehlerstelle mittlerweile eingrenzen, die Behebung sei jedoch erschwert. „Dort steht ein großer Baukran, um den wir uns herumarbeiten müssen. Unter diesen Umständen gehen wir aktuell davon aus, die Störung bis Ende nächster Woche beheben zu können.“ Der Sprecher der Telekom betonte, er könne den Unmut verstehen. „Dass unsere Technik-Kollegen nichts unternehmen, möchte ich allerdings entkräften.“

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