Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Schwitzen für den Erfolg: Was Garde-Tänzer im Sommer erleben

Erfolgreiche Gardetänzerinnen werden im Sommer gemacht, wie hier beim gemeinsamen Training mehrerer westpfälzischer Vereine.
Erfolgreiche Gardetänzerinnen werden im Sommer gemacht, wie hier beim gemeinsamen Training mehrerer westpfälzischer Vereine.

Bei Hitze schwitzen, um im Winter zu glänzen: Bereits jetzt, wenn die meisten noch nicht an Karneval denken, beginnt das Training der Gardetänzer in einem besonderen Projekt.

Eine Sporthalle im Sommer: die Luft steht, Wärme breitet sich über den gesamten Raum aus, viele Trinkflaschen stehen vor der Eingangstür. Zum Beginn der Fastnachtszeit muss das Wefa-Garde-Tanzprojekt stehen. Damit das klappt, müssen die Tänzerinnen und Tänzer früh mit dem Proben beginnen. Dann, wenn noch kaum einer außerhalb der Karnevalvereine an die närrische Zeit denkt.

Die jungen Gardetänzer der verschiedenen westpfälzischen Fastnachtsvereine trainieren seit Jahren in diesem Projekt gemeinsam, um ihren Tanz bei der Westricher Fastnacht (Wefa) – die älteste Gemeinschaftssitzung in Deutschland, die 2025 zum 62. Mal stattfand – und Vereinsjubiläen zu zeigen.

Im Sommer ist das Training besonders hart

„Das Training findet in der Regel alle zwei Wochen an einem Samstag beziehungsweise Sonntag statt und dauert ungefähr vier Stunden“, erklärt Kristin Weber aus Miesenbach, Trainerin der Ü15-Garde. Geübt wird in diesem Jahr in Landstuhl und Ramstein-Miesenbach. Im Sommer ist das Training besonders hart. Neben intensiven Dehnübungen und Aufwärmspielen wird der Tanz viele Male wiederholt – bis die Choreographie perfekt sitzt.

Dafür schieben die Tänzerinnen und Tänzer Extraschichten, denn das gemeinsame Training findet zusätzlich zu ihren regulären Trainings in ihren Stammvereinen statt. „Den Zeitaufwand auf sich zu nehmen und sich freiwillig in einer weiteren Garde zu engagieren, ist bemerkenswert“, lobt Julia Heinz, Trainerin der U15-Juniorengarde. Dabei dürfen, aufgrund des hohen Anspruchs der vereinsübergreifenden Gardetänze, nur die Besten der jeweiligen Vereine daran teilnehmen. Und auch „die Eltern, die ihre Kinder auf eigene Kosten zu den einzelnen Trainings bringen“ sowie die Trainer und Betreuer zeigten besonderen Einsatz, um dieses Projekt möglich zu machen, erzählt Peter Schwiewager, Vorsitzender des Bezirks Westpfalz in der Vereinigung Badisch-Pfälzischer Karnevalvereine.

Jugendliche aus vielen Vereinen

Ursprünglich als Juniorengarde ins Leben gerufen wurde das Projekt 2023 um die Über-15-Jährigen erweitert, erzählt Trainerin Melanie Braun aus Rammelsbach. „Zwischen zwölf und 24 Teilnehmer sind bei dem Tanzprojekt dabei, aktuell jeweils zwölf bei den Junioren und den Ü15ern“, berichtet ihre Trainerkollegin Selina Maue. Auch Jungs seien gerne im Training gesehen. Aktuell sei ein Tänzer dabei.

Die Kinder und Jugendlichen kommen aus Vereinen aus Landstuhl, von den Ramsteiner Bruchkatzen oder den Miesenbacher Vielläppcher, aber auch die Kaiserslauterer Klubs haben ihre Besten bereits geschickt.

Das Wefa-Gardetanz-Projekt soll „den Zusammenhalt im Bezirk fördern und erhalten“, erzählt Christian Pöbl, Bezirksjugendleiter. Auch die vereinsübergreifenden Freundschaften seien ein wichtiger Aspekt, um in Zukunft „unser Brauchtum zu erhalten“, erklärt Schwiewager. Umso mehr wünsche man sich zukünftig eine stärkere Beteiligung aus noch mehr Vereinen.

Die besten Tänzerinnen

Der Bezirk Westpfalz der Vereinigung Badisch-Pfälzischer Karnevalvereine gründete 2009 die Kinder- und Jugend-Wefa. Die Bezirksjugend erhielt damit eine Bühne, um mit ihren Tänzen aufzutreten. Dafür entstand das gemeinsame Garde-Tanzprojekt, bei dem Tänzerinnen und Tänzer aus den verschiedenen Vereinen des Bezirks eine gemeinsame Choreographie einstudieren.

In der Vereinigung Badisch-Pfälzischer Karnevalvereine ist die Westpfalz einer von insgesamt vier Bezirken. Die 50 Mitgliedsvereine haben in dem Gemeinschaftsprojekt die Möglichkeit, „die besten Tänzerinnen aus ihren Gruppen auszuwählen, die dann ihren Verein vertreten“, erklärt Sonja Kreutz, erste Trainerin des Tanzprojekts und heutige Schatzmeisterin des Bezirks.

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