Sport in der Corona-Krise
Schwimmer zurück im Wasser
Die Freibäder sind geöffnet, es kann wieder losgehen. Der Kaiserslauterer Schwimmsportklub (KSK) wie auch die Aqua-Kids vermelden größte Vorfreude auf erste Wasserplumpser, zaghafte Startsprünge, auf erstes richtiges Training. Jetzt dürfen sie wieder ins Wasser, dürfen wieder dort sein, wo sie sich am wohlsten fühlen, dürfen an den Schwimmtechniken feilen, die Geschwindigkeiten verbessern, dürfen Wasserbälle im Tor versenken, und fürs Synchronschwimmen üben, das dürfen sie auch. Noch keine Formationen, aber auch die Wassernixen können wieder eintauchen ins Nass, um elegant – eins mit dem Wasser und in schönster Harmonie – wieder aufzutauchen.
Auf dem Trockenen
Was dem Kicker sein Ball, ist dem Schwimmer das Wasser. Nicht vergleichbar, aber auf beiden Seiten ist der geliebte Sport ohne nicht ausführbar. Während nun der Ball zur Not in den letzten Wochen und Monaten auch im Garten rollen konnte, saß der Wassersportler bei geschlossenen Bädern schlicht auf dem Trockenen und litt an schwerem Entzug. Kein Sport, kein Miteinander und auch kein Vereinsleben. Es war hart und wäre ohne das Improvisationstalent in den Schwimmvereinen wahrscheinlich gar nicht auszuhalten gewesen. Trockentraining via Fernschalte war mal mehr und mal weniger angesagt.
Sowohl die Aqua-Kids als auch der KSK hielten durch solche Online-Angebote einen Großteil ihrer Mitglieder zwar nicht so ganz in Form wie gewohnt, aber doch zumindest bei der trockenen Stange und damit viele auch im Verein. Nun also wieder Wasser, mit weitgehend geregelten Wasserzeiten und mit einem dicken Hurra.
Warten auf die Vorgaben
Das mit dem Hurra stellt sich selbstverständlich auch bei Thilo Vollrath, dem KSK-Vorsitzenden, ein, so richtig breit ist seine Vorfreude aber noch nicht. „Die Wasserzeiten sind gesichert, wir planen ohne große Einschränkungen“, lässt der Vorsitzende durchblicken, dass bis kurz vor dem ersten Einlass noch alles in der Schwebe hängt. Die Hygienevorschriften des Landes lassen auf sich warten. Besteht für die Schwimmer Testpflicht, dürfen vielleicht nur fünf Schwimmer gleichzeitig auf die Doppelbahn? Vollrath gibt sich optimistisch und verplant seine Wasserzeiten mit möglichst wenig Einschränkungen, damit alle Vereinsschwimmern wieder viel Zeit mit Trainer und Trainingsgruppe im Wasser verbringen können.
„Unsere Wettkampfgruppe war an sechs Tagen in der Woche im Wasser“, blickt Vollrath auf eine lang vermisste Zeit zurück. So oft wird es noch nicht klappen, aber vier bis fünf Mal die Woche sollte es nun funktionieren. Der KSK hat im Kaiserslauterer Warmfreibad für seine Schwimmer, die Wasserballer und die Nixen Wasserzeiten nach dem regulären Badebetrieb. So lange die Schulen noch im Wechselunterricht laufen, können die KSK-Schwimmer auch vor der Öffnung des Bades trainieren. In Rodenbach gibt es für den KSK ebenfalls Wasserzeiten. „Mit dem Trippstadter Bad sind wir noch im Gespräch“, so Vollrath. Es läuft also wieder an mit dem Schwimmsport beim KSK.
Sprung ins Wasser
Das sieht bei den Aqua-Kids nicht anders aus. Der Verein war vor der Krise den lieben langen Sommer im Rodenbacher Waldfreibad zuhause und ist nun auch dort wieder zurück. „Endlich“, bringt es Gerd Backhaus, Vorsitzender und einer der Trainer der Aqua-Kids, auf den Punkt. Klar gab es auch in seinem Verein Online-Training, wo und wann möglich gab es Waldläufe. Die allermeisten haben seiner Meinung nach die lange wasserlose Zeit gut durchgehalten, aber nun sei die Zeit mehr als reif für den Sprung zurück ins Wasser. Zwischendurch konnte Backhaus mit einem Assistenztrainer und zwei seiner Schwimmerinnen mal in Luxemburg trainieren. Durch persönliche Kontakte und kurzfristig freigewordene Wasserbahnen war solch ein als Luxus empfundenes Training möglich.
Von der Normalität sind die Schwimmer noch weit entfernt, viele wohl auch davon, gut in die Badehosen und Badeanzüge zu passen. Nun, die dehnen sich, bis alles wieder in Form ist. Und dann gibt es tatsächlich noch das Fördertraining Westpfalz, das von Gerd Backhaus ins Leben gerufen wurde, um Sondertrainingseinheiten anbieten zu können. „Wer ins Kadertraining will, der muss bis Mainz fahren“, nennt er seinen Anlass, den Schwimmsport in der Region breiter aufstellen zu wollen. Viele Vereine hat er angefragt, bislang sind außer seinen Aqua-Kids die Pirmasenser, die Enkenbacher und die Grünstadter Schwimmvereine mit dabei.