Kaiserslautern
Schwester Sabine verlässt Kaiserslautern und geht nach Bamberg
Als die Oberin des „Montanahauses“ in Bamberg Schwester Sabine gefragt hat, ob sie sich eine neue Aufgabe vorstellen könne, hat sie kurz überlegt und ja gesagt. „Die meist älteren Schwestern brauchen Verstärkung“, so die 66-jährige Franziskanerin. „Das Bildungshaus der Diözese Bamberg soll weiterleben.“ Mit Schwester Sabine wird sich die dortige Gemeinschaft von sieben auf acht Ordensfrauen erhöhen. In Kaiserslautern wird der Konvent künftig nur noch sieben Schwestern zählen. „Nachwuchs ist nicht in Sicht. Ordensgemeinschaften in Deutschland leiden große Not.“
Schwester Sabine stammt aus Kaiserslautern. Am „Institut der Franziskanerinnen“, dem heutigen St.-Franziskus-Gymnasium und -Realschule, macht sie Abitur. „Seit meinem zehnten Lebensjahr hat mich Franziskus neugierig gemacht.“ Als Schülerin und Gruppenleiterin bringt sie sich in der Jugendarbeit der Pfarreien St. Martin und Maria Schutz ein. Ihr Wunsch, nach dem Abitur als Pastoralreferentin zu arbeiten, führt sie zum Theologiestudium nach Freiburg. Sie denkt darüber nach, ihr Studium in München fortzusetzen. An Heiratsanträgen fehlt es ihr nicht. Doch bereits nach dem Vordiplom entscheidet sie sich für ein Noviziat bei den Dillinger Franziskanerinnen in Bamberg. „Einmal Franziskus, immer Franziskus“, so ihre Lebensphilosophie. Nach zwei Jahren Noviziat kehrt sie 1985 nach Kaiserslautern zurück und schließt in Speyer mit einem zweijährigen Pastoralkurs ihr Theologiestudium ab.
Seit 35 Jahren in Lautern tätig
Für die nächsten 35 Jahre ist Kaiserslautern ihre Wirkungsstätte. Mit je einer halben Stelle arbeitet die Ordensfrau als Pastoralreferentin in der Pfarrei St. Maria und als Religionslehrerin in der Schule der Franziskanerinnen. Parallel dazu bringt sie sich auf Diözesanebene in der Schulseelsorge und beim Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) ein. Als Leiterin von Besinnungstagen führt sie der Weg immer wieder zur katholischen Bildungsstätte Maria Rosenberg bei Waldfischbach.
Der Öffentlichkeit in Kaiserslautern bekannt wird Schwester Sabine als Mitglied des „ABS-Trio“. Zusammen mit den Musiklehrerinnen Brigitte Gemmecker-Gropp (Geige/Klavier) und Andrea Liese (Geige/Klavier) tritt sie mal mit ihrer Gitarre, mal mit dem Kontrabass auf. In der Fußgängerzone macht sie in den 90er-Jahren Straßenmusik für Straßenkinder in Brasilien. Aus der „Kleinen Marktmusik“ mit dem ABS-Trio in der Stiftskirche wurde in den vergangenen Jahren die „Mittagsmusik“ in der Aula der Schule. Ihr Herz schlägt für Klezmer-Musik, eine Festmusik, wie sie in jüdischen Gemeinschaften zu besonderen Anlässen üblich ist und in der Vergangenheit oft bei der Verlegung von Stolpersteinen in Kaiserslautern zu hören war. Gerne erinnert sie sich an die Jugendkreuzzüge, die sie vor Jahren in der Karwoche durch die Stadt begleitet hat.
„Bunt“ ist ihre Lieblingsfarbe
Auch wenn sie als Ordensfrau schwarze Kleidung bevorzugt, ist „bunt“ ihre Lieblingsfarbe. Ihren Schleier hat Schwester Sabine nach einem Unfall mit dem Fahrrad abgelegt. „Mein Arm schmerzte beim Aufsetzen des Schleiers.“ Sie mag es, wenn man sie als Ordensfrau erkennt, zeigt sie auf das „Tau“, ein kleines Kreuz, das sie um den Hals trägt. Für Mitglieder des Franziskanerordens ein Symbol für Gottes Segen und des Friedens.
Nach dem Tod ihrer Eltern, ihr Vater hatte ein Optikergeschäft in der Schneiderstraße, fällt Schwester Sabine der Ruf nach Bamberg leichter. „Franziskanisches Leben heißt, sich einbringen“, ist sie bereit umzuziehen. Einige Kisten sind bereits gepackt, vieles hat sie hergegeben. Nicht verzichten wird Schwester Sabine auf ihre Gitarre. „Ich hatte das Glück, in Kaiserslautern lange wirken zu dürfen.“ Auf künftige Heimatbesuche in Kaiserslautern freuen sich ihre Schwester und zwei Neffen.
Info
Am Samstag, 4. Februar, wird Schwester Sabine im Rahmen der „Mittagsmusik“, 12 Uhr, Alte Turnhalle, von der Schulgemeinschaft St. Franziskus Gymnasium und Realschule verabschiedet.