Kaiserslautern Schwache Bauern am Damenflügel

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Am fünften Spieltag der Pfalzliga hat sich der SC Ramstein-Miesenbach knapp, aber verdient mit 4,5:3,5 beim TSV Hütschenhausen durchgesetzt und damit den Konkurrenten vom zweiten Tabellenplatz verdrängt.

Das Überraschende in diesem mit Spannung erwarteten Verfolgerduell und Derby war die doch recht problemlose Art und Weise, wie der SCR gegen den favorisierten TSV die Oberhand gewann. Der Sieg hätte deutlicher ausfallen können. Die einzige Gewinnpartie des Heimteams gelang Holger Diehl mit den weißen Steinen am vierten Brett gegen Tobias Schneider. In dieser Kurzpartie spielte die Schwäche der schwarzen Grundreihe eine entscheidende Rolle. Am dritten Brett stand der Gästespieler Maurice Christmann mit einer Mehrfigur gegen Roman Bayer glatt auf Gewinn. Da es in dieser unkomplizierten Endspielstellung kaum taktische Schwindelchancen gab, schien das Schicksal des Nachziehenden besiegelt zu sein. Doch in Zeitnot verlor Christmann zusehends den Überblick und ließ Bayer ins Remis entschlüpfen. „Es sah zeitweise ziemlich böse für mich aus“, bemerkte Roman Bayer lachend nach dem aus seiner Sicht glücklichen Partieende. Ebenfalls remis endeten die Partien an den Brettern sieben (Philipp Rölle (SCR) -Thomas Anschau) und acht (Dragan Nikolic (TSV) - Marcel Agne). Der für die Kiebitze interessanteste Kampf wurde am sechsten Brett ausgefochten. In einer Italienischen Partie war der erfahrene Hütschenhauser Spieler Hermann Wagner als Anziehender gegen seinen jungen Gegner Max Koch in eine schlechte Stellung geraten. Letzterer hatte seinen König einfach in der Mitte stehen lassen und seine Flügelbauern in Richtung der weißen Rochadestellung in Marsch gesetzt. Diese an sich riskante Vorgehensweise konnte er sich ungestraft erlauben, da das Zentrum geschlossen war und ihm dadurch keine Gefahren drohten. Nach einem hübschen, aber auch naheliegenden Zwischenzug geriet der weiße König heftig unter Beschuss. Da dieser nicht aus der Gefahrenzone füßeln konnte und der Drohungen zu viele waren, musste Wagner die Dame geben, um das Matt zu verhindern. Obgleich dadurch materiell in großen Nachteil geraten, wehrte er sich noch hartnäckig und erreichte sogar noch ein Endspiel, das aber auch hoffnungslos war und von ihm dann aufgegeben wurde. Da zuvor an Brett fünf der Gästespieler Bernd Lange seinen großen materiellen Vorteil, er hatte einen Läufer mehr, gegen Wolfgang Pfeiffer zum Sieg genutzt und dadurch den Mannschaftskampf ausgeglichen hatte, ging der SCR durch Kochs Gewinnpartie mit 3,5:2,5 in Führung. Das Blatt hatte sich gewendet, und es zeichnete sich ein Sieg der Gäste ab. Denn in den beiden noch laufenden Partien waren sie in Vorteil. So stand Andreas Schramenko am ersten Brett gegen Manfred Herbold in einem Turmendspiel aufgrund seines zentralisierten Königs besser, konnte den ganzen Punkt aber nicht einheimsen, da sich sein Gegner erfindungsreich verteidigte. Nachdem sich die beiden auf Remis geeinigt hatten, hätte Markus Müller am zweiten Brett gegen Christian Hofmann gewinnen müssen, um den TSV vor der Niederlage zu bewahren. Doch das war ziemlich illusorisch, denn Müller musste in einem Läuferendspiel ums Remis kämpfen. Als Anziehender hatte er gegen Hofmann den Altherrenzug 1. Sf3 gespielt, war dann im Mittelspiel positionell in Nachteil geraten und im Endspiel auf zwei schwachen Bauern am Damenflügel sitzen geblieben. Hofmann hätte die Partie wohl gewinnen können, doch wählte er nach langem Nachdenken einen Zug, mit dem er seinen Vorteil verspielte, aber ein sicheres Remis erreichte. Der halbe Punkt genügte ja seinem Team zum 4,5:3,5-Sieg. Bei dem unterlegen und auf den dritten Tabellenplatz abgerutschten TSV Hütschenhausen hielt sich die Enttäuschung in Grenzen. „Wir hätten auch höher verlieren können“, kommentierte Markus Müller die erste Saisonniederlage seiner Mannschaft. (pkn)

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