Kaiserslautern Schon als Kind hier mitgesungen
Schon als junges Mädchen hat sie im Gesangsverein Fockenberg-Limbach mitgewirkt. Nun hat Monika Sedlmeier-Mägel die Seiten gewechselt und gibt dem gemischten Chor als neue musikalische Leiterin den Takt vor.
Jeden Dienstagabend um 20 Uhr sammeln sich die Mitglieder des gemischten Chors. Für Monika Sedlmeier-Mägel ist es ein Abstecher in die alte Heimat. Sie ist in Fockenberg-Limbach aufgewachsen, kennt hier alles, auch den Gesangsverein. Denn ihm hat sie bereit mit 13 Jahren ihre Stimme geliehen. Nach der Wahl zur musikalischen Leiterin ist sie im Juni aus den Reihen der Sänger getreten, um den Taktstock zu schwingen. Ein Seitenwechsel, den sie früher nicht für möglich gehalten hat. „Es ist schon ungewohnt, vor dem Chor zu stehen, aber es macht mir großen Spaß“, sagt die 52-Jährige. Der Chor singt nicht nur auf heimischem Boden, auch bei Veranstaltungen andernorts ist er angefragt. „Im Herbst haben wir Auftritte in Mackenbach und Reichenbach. Dann kommt die Weihnachtszeit, es gibt viel zu tun.“ Die Proben laufen bereits. Das Repertoire ist umfangreich: Beschwingtes und Besinnliches, Traditionelles und Modernes, Herbst-, Wein- und Jagdlieder. Das alles will von den Aktiven, die sich in vier Tenöre, drei Bässe, acht Sopran- und vier Altstimmen aufteilen, einstudiert werden. Sie sind über die Jahre zu einer eingeschworenen Gemeinschaft zusammengewachsen. Der Dienstagabend ist für die Chorprobe reserviert – aber nur einer von vielen Terminen der neuen Leiterin. Tagsüber managt sie das Büro im Ramsteiner familieneigenen Heizungs- und Sanitärbetrieb. Abends wandelt sie auf musikalischen Pfaden. Und das mehrmals in der Woche. „Alles eine Frage der Organisation“, sagt Monika Sedlmeier-Mägel und lacht. Dass sie sich der Musik verschrieben hat, passt ins Bild. Sie hat in ihrer Familie von jeher eine große Rolle gespielt. Alle fünf Geschwister spielen ein Instrument. Sie hätten zusammen locker eine Band gründen können. „Meine Brüder haben Tuba, Klavier, Saxophon und Gitarre erlernt. Sie haben im Musikverein Reichenbach gespielt. Meine Schwester hat Zither gespielt. Ich selbst durfte Klavier und Akkordeon lernen, habe im Akkordeon-Club Ramstein mitgemacht .“ Beruflich schlägt sie nach dem Abitur am St. Franzikus-Gymnasium in Kaiserslautern aber einen anderen Weg ein und macht eine Ausbildung zur Bauzeichnerin. Als sie ihren Mann kennenlernt, steigt sie in seinen Betrieb ein und siedelt nach Ramstein um. Der Musik bleibt sie treu. 1988 legt sie beim Pfälzer Sängerbund eine Prüfung als Chorleiterin ab. „Bis es soweit war, habe ich ein Jahr lang jeden Samstag die Schulbank gedrückt, um mich im Singen, Komponieren, Dirigieren und in den Grundlagentechniken unterrichten zu lassen. Das war anstrengend, aber ich bin ein Fan von Fortbildungen.“ Die Mühe zahlt sich aus, bereits sechs Monate später wird sie Leiterin des gemischten Chors Schönenberg. Ihn begleitet sie bis 2015. „Dann musste er aus Altersgründen abgemeldet werden.“ Seit der jüngste Nachwuchs auch erwachsen ist, wird der Terminkalender der Vollblutmusikerin immer voller. Ab 2015 leitete sie vertretungsweise ein Jahr lang den katholischen Kirchenchor Ramstein. Im Oktober 2016 kam die Anfrage des gemischten Chors Elschbach. Zwei Abende die Woche gehören dem Orgelspiel in der Miesenbacher Kirche und in St. Nikolaus Ramstein. Dazu summieren sich die Auftritte mit den Chören. Bleibt da noch Zeit für anderes? Monika Sedlmeier-Mägel lacht den Zweifel weg: „Die Woche hat sieben Tage. Meistens kriege ich alles unter einen Hut.“