Kaiserslautern
Schnelltests für alle sind meist nur wochentags verfügbar
Im Schnelltestzentrum des Westpfalz-Klinikums in der Alten Eintracht war die Nachfrage am Montag mit neun Personen noch sehr gering, im Laufe der Woche stieg sie auf rund 60 Personen täglich, wie Klinik-Sprecherin Hanna-Maria Weills mitteilt. Die Schnelltests, die seit Montag jedem Bürger mindestens einmal pro Woche kostenlos zustehen, sind nur für Personen ohne Symptome, die zum Beispiel vor dem Besuch gefährdeter Menschen mehr Sicherheit haben wollen, selbst nicht infektiös zu sein.
Während das Klinikum und Rettungseinrichtungen die Schnelltest-Kits vom Land zur Verfügung gestellt bekommt, müssen sich Ärzte und Apotheker diese selbst besorgen. Bisher bekamen sie über die Kassenärztliche Vereinigung (KV) dafür neun Euro erstattet, ab dem 1. April sind es nur noch sechs Euro. Für die Testung selber erhält die Arztpraxis 15, die Apotheke zwölf Euro.
„Hauptsache, wir machen das jetzt“
Solche Unterschiede für dieselbe Leistung hat Anne Verlage, Inhaberin der Bännjerrück-Apotheke, inzwischen schon hingenommen. Sie bietet als eine von demnächst zwei Apotheken in der Stadt Schnelltests an. Dafür hat sie „schon einen ganzen Aktenordner“ mit Schriftverkehr und Unterlagen zur Vorbereitung darauf, dass sie Tests anbieten darf. „Aber Hauptsache ist, wir machen das jetzt“, lautet ihre Devise im Kampf gegen das Virus.
Sie bietet die Tests gezielt montags bis samstags von 7.30 bis 8.30 Uhr an. Eine Lücke mit diesen Randzeiten zu schließen, war ihre „Triebfeder“: „Was nützt dem Kita- oder Schulpersonal ein Test zwischen 10 und 16 Uhr?“ Denn das Testzentrum und die meisten anderen Stellen beginnen in der Regel später.
Die Schwanen-Apotheke ist voraussichtlich noch die ganze nächste Woche allein mit den Vorbereitungen beschäftigt. „Die Registrierung als Teststelle war einfach“, sagt Inhaberin Daniela Kimmel-Schulze. Aber nun müsse sie die verschiedenen bürokratischen Hürden und die räumlichen Voraussetzungen wie einen separaten Eingang schaffen. Als gut frequentierte Apotheke in der Innenstadt sieht sie sich quasi in der Pflicht, Testungen anzubieten. Sie wird voraussichtlich während ihrer gesamten Öffnungszeiten werktags von 8 bis 18.30 Uhr und samstags von 9 bis 14 Uhr testen. Wie die anderen Stellen, außer der Alten Eintracht, mit Anmeldung.
Arzt Ulrich Frankenberger testet sogar sonntags
Eine landesweite Ausnahme ist der Arzt Ulrich Frankenberger: Er steht samstags und sogar sonntags zum Testen in der Praxis. Und bezeichnet dies als „nicht erwähnens- oder lobenswert“. „Ich habe schon von Heiligabend bis Neujahr täglich Tests durchgeführt“, erzählt Frankenberger, der derzeit noch bis 21. März im Urlaub ist. Er möchte gezielt helfen: „Wenn jemand am Samstagabend etwas vorhat, dann wird es schon eng mit einem Test vom Freitag.“
Wie lange ein Schnelltest „gültig“ ist, man also von keiner oder äußerst geringer Ansteckungsgefahr ausgehen kann, dazu wollen weder er noch das Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung Angaben machen; es sei „nur eine Momentaufnahme“, so das Amt. Verdienen könne man an den Schnelltests, die über die KV abgerechnet werden, nicht, stimmen Arzt und Apothekerinnen überein.
Für die Lücke am Wochenende können laut Landesamt „die seit kurzem auf dem Markt befindlichen Selbsttests eine Lösung darstellen“. Dass jene jedoch noch sehr rar sind, zeigt sich nicht nur am sofortigen Ausverkauf bei Discountern am Samstag. In Drogerien sind sie kaum zu bekommen, und auch Apotheken haben Probleme. Anne Verlage hat welche im Angebot, ansonsten herrscht bei Apotheken in der Stadt meist Ebbe.