Kaiserslautern Schließung der Küche am Westpfalz-Klinikum nun offiziell

Das Westpfalz-Klinikum in Kaiserslautern.
Das Westpfalz-Klinikum in Kaiserslautern.

Im September vergangen Jahres hatte die Geschäftsführung diese Pläne bereits öffentlich gemacht. Der Aufsichtsrat stimmte der Maßnahme am Mittwoch zu, wie das Klinikum am Donnerstag bekannt gab.

Die Neuausrichtung betrifft alle vier Standorte der Westpfalz-Klinikum GmbH in Kaiserslautern, Kusel, Kirchheimbolanden und Rockenhausen. Sie wird ab dem Frühsommer 2026 wirksam.

Hintergrund ist der Sparzwang des Klinikums. Die Auslagerung der Küche ist eine von über 20 Maßnahmen eines Sanierungspaketes, das die Geschäftsführung 2023 beschlossen hat. Die Essensversorgung wurde europaweit ausgeschrieben, die Übernahme durch einen Caterer ist laut Klinikum wirtschaftlicher als die Küche mit rund 130 Mitarbeitern aufrechtzuerhalten.

Geschäftsführer Hemmer: „Entscheidung ist ohne Alternative.“

Thorsten Hemmer, Geschäftsführer des Westpfalz-Klinikums, betont: „Wir haben diese Entscheidung mit großer Verantwortung für die betroffenen Mitarbeitenden getroffen. Leider ist sie vor dem Hintergrund der wirtschaftlich angespannten Lage des Klinikums ohne Alternative.“ Die bestehende Küche des Klinikums soll voraussichtlich noch bis Ende April 2026 in Betrieb bleiben.

Welcher Caterer die Essenslieferung übernimmt, dürfe das Klinikum noch nicht bekannt geben, erwidert Klinik-Sprecher Ralph Arnold auf Nachfrage. „Es gibt eine zehntägige Rügefrist, in der unterlegene Bewerber gegen die Entscheidung Einspruch einlegen können“, begründet er dies.

Die Beschäftigten der Krankenhausküche wurden am frühen Donnerstagnachmittag in einer Informationsveranstaltung von der Geschäftsführung persönlich informiert, teilt er weiter mit. Gemeinsam mit dem Betriebsrat arbeite die Geschäftsführung „an einer sozialverträglichen Lösung für die betroffenen Mitarbeitenden“. Ziel sei es, betriebsbedingte Kündigungen möglichst zu vermeiden, und viele Beschäftigte in andere Bereiche des Klinikums zu übernehmen oder über eine Transfergesellschaft beruflich neu zu orientieren. „Da der neue Anbieter das Essen nur bis zur Tür liefert, benötigen wir für die hausinterne Logistik eine gewisse Anzahl an Personen, vielleicht 20 bis 30“, schätzt er.

Die vom Aufsichtsrat beschlossene Auslagerung sei notwendig, um „auch künftig eine wirtschaftliche, zukunftsfähige und qualitativ hochwertige Speisenversorgung sicherzustellen“. Durch diese Lösung „können in den kommenden vier Jahren Investitionen und Betriebskosten in Höhe von voraussichtlich rund 6,7 Millionen Euro eingespart werden“, begründet das Klinikum den Schritt. In den Vertragsverhandlungen wurde zudem besonderen Wert auf Nachhaltigkeit gelegt. Dazu zählen unter anderem eine regionale und saisonale Menügestaltung, der Ausbau vegetarischer und veganer Angebote sowie die Reduktion von Zusatz- und Konservierungsstoffen.

Mehr dazu und was Verdi zu der Entscheidung sagt, lesen Sie hier.

x