Kaiserslautern Satte Sounds voller Spielfreude

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Ein Doppelkonzert mit zwei hervorragenden Bigbands und einer großen stilistischen Bandbreite erwartete die Besucher am Samstag im Audimax der Technischen Universität. Das 24-köpfige Ensemble der Uni-Bigband Kaiserslautern und das 18-köpfige Musikerkollektiv Subway Jazz Orchestra aus Köln präsentierten klassische, moderne und überarbeitete Werke aus der vielfältigen Bigband-Literatur.

Das Doppelkonzert diente an diesem Abend nicht nur dem freundschaftlichen Aufeinandertreffen zweier exzellent besetzter Bigbands, sondern auch zur Feier eines wichtigen Ereignisses für die hauseigene Uni-Bigband: Im Oktober 2015 belegte das Ensemble den ersten Platz beim 9. Landesorchesterwettbewerb. Mit entsprechender Feierlaune stiegen die Musiker ins schwungvolle Set und eröffneten den musikalischen Reigen unter der Direktion von Thomas Weithäuser mit dem imposanten Klassiker „A Night in Tunisia“ aus der Feder von Gillespie/Paparelli. Schon stellte die üppige Kapelle unter Beweis, dass sie den ersten Platz nicht ohne Grund eingeheimst hat. Der Wechsel zwischen klassisch und zeitgenössisch arrangierten Werken verlief reibungslos, stimmig und mit viel klanglichem Bombast, so dass es gleichermaßen Freude bereitete, die elastischen Nummern wie Kay Swifts „Can’t We Be Friends“ aus dem Jahr 1929 oder Stevie Wonders rhythmischem 1973-Hit „Don’t You Worry ’bout a thing“ zu lauschen. Beide wurden nicht zuletzt dank des gesanglichen Einsatzes von Rolf John und Katja Welck-Möhnen an den richtigen Stellen mit feinen Nuancen bereichert. Die stilistische Bandbreite des Ensembles war schon beachtlich. Doch das Zusammenspiel der Instrumentalisten war noch um einiges beachtlicher. Die sieben Holzbläser (Saxofone) und zehn Blechbläser (Posaunen und Trompeten) manövrierten sich mit Piano, Bass und Drums im Rücken durch den satten, kraftvollen und leicht romantisch beschwingten Sound von Geoffrey Keezer („Spring Relief Spell“) und den zeitgenössischen Swing Gordon Goodwins („A Few Good Men“), der den hoch talentierten Solisten die perfekte Fläche für einen wohlklingenden Schaulauf lieferte. Nach der Pause marschierten dann die Gäste des Subway Jazz Orchestra aus Köln auf die Bühne, angeführt von Bandleader, Komponist und Tenor-Saxophonist Jens Böckamp. Bei dieser Truppe durften die Besucher nicht nur einige hervorragend überarbeitete Fremdkompositionen, sondern auch eine Vielzahl prächtiger Eigenwerke miterleben. Auch in diesem Repertoire ein Stevie Wonder-Klassiker, „Golden Lady“, der sich ganz in Ohrwurm-Manier schnell in die Gehörgänge bohrte und durch das schöne Arrangement von Johannes Ludwig angenehm „umspielt“ wurde. Ein schöner Höhepunkt auch das von Böckamp selbstverfasste „Morning Dew“, das von dem ideenreichen Dialog zwischen Klarinettist Malte Dürrschnabel und Pianist Lucas Leidinger lebte. Das Kölner Ensemble schaffte es, sich von Nummer zu Nummer in der Komplexität der ausgewählten Stücke zu steigern, so dass selbst das Jimi-Hendrix-Rockopus „Freedom“ zum Abschluss neben den üblichen Bigband-Arrangements nicht aus der Reihe fiel. Sensationell, wie die Bläser mit spitzem Ton in kraftvolle Höhen vorstießen und dem Neu-Arrangement einen übermächtigen Ausdruck verliehen. Ein schöner Ausklang eines rundum gelungenen Konzertes, für das die beiden Bands alle Register zogen. Die Musiker ließen dabei ihr Können zunehmend freien Lauf und erlaubten sich großen Spielraum für großartige Soli in einem durchweg raffinierten und epochenübergreifenden Repertoire.

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