Kaiserslautern
Sascha Kleinophorst auf dem Stiftsplatz
Die Besonderheit bestand hauptsächlich aus zwei Komponenten: zum einen aus dem schier unerschöpflichen Repertoire des Künstlers, das ungemein viele Genres moderner Unterhaltungsmusik abdeckte. Kleinophorsts Programm ging dabei (unter anderem) von „Wonderful Life“ über „Don’t Worry, Be Happy“ bis hin zu ,„Hollywood Hills“. Es beinhaltete altes Material der nicht nur lokal bekannten Lautrer Band Wet Desert (bei der er früher mitwirkte) und insbesondere weniger gängige Titel wie etwa „Morgen“ von der Ersten Allgemeinen Verunsicherung.
Letzteren präsentierte der Musiker mit österreichischem Zungenschlag, später rappte er sogar mal eben locker durch einen extra-schnellen Song. Zugleich beherrschte er aber auch traditionelle, mehr in die Tiefe gehende Lieder wie „Heute hier, morgen dort“. Gibt es eigentlich ein musikalisches Metier, das der vielseitige Interpret nicht mit Erfolg angehen könnte?
Kleinophorst mit Großrepertoire
Die zweite Besonderheit ist die interpretatorische Qualität, mit der Kleinophorst sein großes Repertoire darbot. Nur mit seiner Stimme (die im Übrigen mühelos zwischen dunklem Bass und hellem Falsett changieren kann), zwei wechselnd eingesetzten akustischen Gitarren und relativ minimalistischem technischen Aufwand schaffte es der Musiker, sein vielköpfiges Publikum auf all den Liegestühlen rundherum bis zum Schluss des mehrstündigen Konzerts gut zu unterhalten, ja zu fesseln, stellenweise sogar zum lauten Mitsingen zu animieren. Zusammengehalten wurde der Auftritt über alle präsentierten Stil-Welten hinweg und damit dem Eindruck der Beliebigkeit entgegenwirkend insbesondere eben durch genau diese spielerische Qualität und Präsentationsweise. Da hätte man glatt noch deutlich länger zuhören können.
Letztlich wurde der gute Eindruck noch dadurch abgerundet, dass Kleinophorst auch zwischen den Sets den Kontakt zum begeisterten Publikum suchte und sich dadurch über die reine Bühnenpräsenz hinaus als fähiger Künstler zeigte.
Info
Das nächste „Lautrer Sommerabende“-Konzert findet am 25. Juli, 17 Uhr, auf dem Martinsplatz statt. Es spielt das Duo Stephan Flesch und Elmar Federkeil.