Handball
Saar-Pfalz-Derby in der Dritten Liga: TuS Dansenberg bei der HG Saarlouis
Im Saar-Pfalz-Derby der Dritten Liga gastiert der um den Klassenverbleib kämpfende TuS Dansenberg am Samstag (19.30 Uhr) bei der heimstarken HG Saarlouis. Im bislang letzten Aufeinandertreffen beider Mannschaften erzielte Luca Steinführer für den TuS Dansenberg zehn Tore und sicherte seiner Mannschaft in letzter Minute einen Punkt. Obwohl die Westpfälzer den zweitschwächsten Angriff stellen, waren die Dienste des torgefährlichen Rechtsaußen zuletzt nur noch sporadisch gefragt.
Beim jüngsten 33:33-Teilerfolg im Heimspiel gegen Düsseldorf/Ratingen schmorte Steinführer auf der Bank, durfte lediglich bei vier Siebenmetern ran. Nachdem er die ersten drei noch souverän verwandelt hatte, vergab er beim Stand von 29:29 (51.) die mögliche Führung. Sein Wurf traf Torhüter Sebastian Bliß am Kopf, was dem Regelwerk entsprechend eine Rote Karte nach sich zog.
Verständnis für die Entscheidung des Trainers
Bliß ging vor dem Strafwurf direkt auf Steinführer zu und gab ihm unter den gellenden Pfiffen der Dansenberger Fans noch ein paar Worte mit auf den Weg. „Er hat zu mir gesagt, dass er den Ball jetzt halten und sein Team danach in Führung gehen würde. Vielleicht habe ich mich unterbewusst davon beeinflussen lassen. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass er einfach stehen bleibt. Er hat den Ball ja mehr oder weniger rausgeköpft“, so Steinführer.
Obgleich er mit seiner Reservistenrolle nicht zufrieden sei, habe er für die Entscheidung von Trainer Thomas Weber durchaus Verständnis: „Es waren jetzt schon drei, vier Spiele, in denen ich nicht zum Einsatz gekommen bin, aber Josip Repusic macht seine Sache auf Rechtsaußen auch sehr gut. Er erzielt viele Tore und hat eine hohe Trefferquote. Aus Trainersicht gibt es dann keinen Grund zu wechseln. Natürlich will ich gerne spielen, und die Situation ist für mich persönlich alles andere als toll, aber der Erfolg der Mannschaft steht im Vordergrund. Letzte Saison habe ich lange im rechten Rückraum gespielt, was mir viel Spaß gemacht hat, aber unser Trainer sieht mich eher als Rechtsaußen.“
Steinführers Zukunft in Dansenberg offen
Dass es auch fehlende Wechselmöglichkeiten waren, die den TuS Dansenberg gegen Düsseldorf einen wichtigen Punkt im Kampf um den Klassenverbleib kosteten, steht außer Frage. Die Mannschaft lief in den Schlussminuten auf der letzten Rille, was zu Konzentrations- und Abspielfehlern führte, und gab einen Sieben-Tore-Vorsprung aus der Hand. Dass spätestens seit dem längerfristigen Ausfall von Routinier Frano Vujovic im Rückraum dringender Handlungsbedarf herrscht, steht außer Frage. Der vor Saisonbeginn als Pass- und Ideengeber von der HG Saarlouis verpflichtete Spielmacher fehlt an allen Ecken und Enden. Aus den drei Heimspielen gegen die direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenverbleib holte die zuhause noch sieglose Weber-Sieben nur zwei von sechs möglichen Punkten. „Es ist momentan einfach schwer, die Situation ist für alle unbefriedigend, zumal die Vorbereitung richtig gut lief“, sagt Steinführer.
Wie zu hören war, wurden beim TuS bislang noch keine Gespräche mit den Spielern geführt, deren Verträge auslaufen. Auch die Zukunft von Steinführer ist offen. „Wie es mit mir persönlich weitergeht, wird sich erst in den kommenden Wochen und Monaten entscheiden.
Viermal pro Woche von Worms nach Kaiserslautern
Ob der Aufwand als kommender Vater noch zu stemmen sein wird, steht auf einem anderen Blatt“, orakelt Steinführer, der viermal pro Woche aus seiner Heimatstadt Worms zum Training nach Kaiserslautern pendelt. Aktuell hat der gelernte Chemikant auch abseits des Platzes viel um die Ohren, da am Haus der Familie Umbaumaßnahmen koordiniert werden müssen.
Dass seiner Mannschaft ebenfalls arbeitsreiche Wochen bevorstehen, ist dem 26-Jährigen bewusst: „Wir gehen als Underdog in die nächsten Spiele. Diese Rolle müssen wir jetzt annehmen und das Positive herausziehen. In Köln hatten wir nichts zu verlieren und sind prompt als Sieger vom Feld gegangen. Auch beim Topteam Nieder-Roden haben wir ein richtig gutes Spiel gemacht.“