Kaiserslautern Südafrikanische Kampfsportler zu Gast im Funakoshi-Dojo

Viel los im Dojo: südafrikanische Karatekas und ihre Mehlinger Gastgeber beim gemeinsamen Training.
Viel los im Dojo: südafrikanische Karatekas und ihre Mehlinger Gastgeber beim gemeinsamen Training.

«MEHLINGEN.»Der Karate-Verein Mehlingen hatte bei seinem diesjährigen Sommerlehrgang in der örtlichen Halle Besuch vom Dojo aus Südafrika. Gemeinsam mit jeweils einem Dojo aus Belgien, Neuseeland und Australien bilden die fünf Genannten die Karate-Gemeinschaft Funakoshi International. Den 16 südafrikanischen Karatekas gefiel es gut im Mehlinger Dojo.

19 Tage sind die südafrikanischen Karatekämpfer in Europa unterwegs. Die Reise begann für sie bei Frank Zota in Bottrop. Dort trainierten sie einige Tage das Selbstverteidigungssystem Krav Maga. Danach ging es zur Stadtbesichtigung nach Köln. Fünf Tage blieben die Südafrikaner in Mehlingen, um von dort über einen Zwischenstopp in Paris nach Belgien zu der nächsten Trainingseinheit mit Geert Caers, Sensei des belgischen Dojos, zu reisen. Letzte Station wird Amsterdam sein, bevor alle wieder die weite Heimreise nach Gordon’s Bay in der Nähe von Kapstadt antreten. Der Kontakt mit Südafrika kam über den Gründer des Mehlinger Karate-Vereins zustande, durch Sensei Marius Bouwer, der selbst Südafrikaner ist und im Jahr 2009 mit dem Karatestil Funakoshi beginnen wollte. Davor hatte er Shotokan unterrichtet. Da ihm diese Stilrichtung aber nicht mehr gefiel, rief er eine Bekannte in Südafrika an und fragte sie, ob sie mit ihm nicht Funakoshi unterrichten wolle. Bouwer selbst hatte damals Kontakt mit dem Gründer des Funakoshi-Stils, Edwin „Eddie“ James Ward, aufgenommen. Die Bekannte hatte zwar kein Interesse an dieser Stilrichtung, sie verwies Bouwer aber an eine ihrer Schülerinnen, die vielleicht den nötigen Eifer besäße. Birgit Smit, Sensei des südafrikanischen Dojos und Tochter von deutschen Auswanderern, befand sich damals in Föhr. „Von Föhr bis Mehlingen ist es quasi um die Ecke“, sagt Smit lachend. „Nach acht Stunden Zugfahrt traf ich mich mit Marius Bouwer und fand diesen Kampfstil interessant.“ Smit musste sich entscheiden. Also wechselte sie von ihrer damaligen Trainerin zu Funakoshi. Für sie eine gute Entscheidung. Der neue Vorstand im Mehlinger Karate-Verein hat seine internationale Feuertaufe mit Bravour bestanden. Alles sei gut organisiert gewesen, von der Vorsitzenden Alena Wetz und und ihrer Stellvertreterin Laura Wetz, Holger Wanders (Schriftführer), Franziska Finck (Kassenwartin) und Jochen Hardt (Beisitzer), betont Birgit Smit. Für die kostenlose Bereitstellung der Feldbetten (Technisches Hilfswerk Kaiserslautern) sind Smit und ihre Karatekas sehr froh gewesen: „Wir haben so komfortabel darauf geschlafen.“ In diesem Gasshuku (Freizeitkurs) gab es natürlich auch Prüfungen. Die Südafrikanerin Celeste Rosant und ihr Sohn Utroff bestanden die Prüfung zum schwarzen Gurt. Vom Mehlinger Verein traten Klaus Bayer und sein Neffe Felix Bayer die Prüfung zum schwarzen Gurt an und bestanden auch. „Es war eine reine Familiensache in diesem Sommer-Gasshuku“, scherzte Birgit Smit, die hier die Prüfungen abnahm. 2020 wird Karate erstmals eine olympische Disziplin sein. Birgit Smits Tochter Anke sammelt dafür eifrig Punkte bei Wettkämpfen. Vielleicht wird sie für ihr Land in Tokio antreten dürfen.

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