Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel RHEINPFALZ-Sommerredaktion: Beim TuS Dansenberg treffen sich Teammanager und neuer Trainer nach langer Zeit wieder

Auf ein Wasser und einen doppelten Espresso: Alexander Schmitt, Teammanager des TuS Dansenberg, und Trainer Steffen Ecker kennen
Auf ein Wasser und einen doppelten Espresso: Alexander Schmitt, Teammanager des TuS Dansenberg, und Trainer Steffen Ecker kennen sich von früher.

„Da ist es“, Steffen Ecker grinst zufrieden, und Alexander Schmitt beugt sich über sein Handy. Und dann rätseln sie gemeinsam. Ecker, früher Spieler, seit dieser Saison Trainer des Handball-Drittligisten TuS Dansenberg, hat ein Bild aus dem Jahr 2002 hervorgekramt, vergrößert Ausschnitt um Ausschnitt, und gemeinsam versuchen beide, ihre früheren Mitspieler zusammenzubekommen, die sich auf der Treppe des Vereinsheims zum Mannschaftsbild versammelt haben.

Die Treppe gibt es inzwischen nicht mehr, die Halle wurde umgebaut, aber an die Spieler und die Spiele dort können sich beide nur allzu gut erinnern. Für Ecker war es ein bisschen wie heimkommen, als er nach Dansenberg zurückkehrte. „Ich kenne viele Leute von früher, habe viele Hände geschüttelt“, erzählt er und schwärmt vom Handballdorf, in dem die Leute abends wie selbstverständlich in der Halle vorbeischauen.

Seit sie umgebaut ist, hat er nicht mehr drin gespielt, hat aber den Umbau damals live mitbekommen. „Wir haben ein Jahr lang überall trainiert, in der Barbarossahalle, der Goetheschule ... Dann bin ich weggegangen.“ Die neue Halle kennt er jetzt als Zuschauer, und inzwischen auch vom Training. In der vergangenen Woche ist er mit dem Team in die Vorbereitung gestartet, arbeitet im athletischen Bereich, hat Lauftests in der Halle gemacht. Ende nächster Wochen will er „Spitzen“ setzen und dann seiner Mannschaft eine Woche Pause gönnen, „damit sich die Knochen erholen können“, bevor es in die heiße Phase geht.

Alexander Schmitt, Teammanager beim Handball-Drittligisten, ist froh, dass sein Mannschaftskollege von damals wieder zurück ist. Auch wenn dem der Abschied von seinem alten Klub schwergefallen ist. Sieben Jahre war er bei den Handballfreunden Illtal, letzte Saison Oberliga-Vizemeister. „Das war eine lange Zeit. Viele Spieler waren die sieben Jahre in der Mannschaft. Man hat sie aufwachsen sehen vom Jugendlichen zum erwachsenen Menschen, zum Familienvater“, sinniert er.

Inzwischen ist Ecker auch längst Familienvater. Seine Tochter ist 2002 geboren, in dem Jahr, in dem das Mannschaftsfoto mit Ecker und Schmitt entstanden ist. In der Dansenberger Halle war sie noch nicht. „Meine Frau und meine Tochter sind nicht so handballinteressiert“, erklärt er und schiebt gleich hinterher: „Das ist auch gut so, vor allem bei Niederlagen, wenn man dann über was anderes reden kann.“

Dass er für den Sport viel im Auto sitzt, kennt er. Ecker wohnt in Bexbach, fährt 50 Kilometer nach Dansenberg, genauso viel wie nach Illtal. Mit seinem Job lässt sich das wunderbar vereinbaren. „Ich bin Lehrer“, sagt er und erzählt vom Krankenhausunterricht an der Uniklinik in Homburg, wo er Schüler mit psychischen Erkrankungen unterrichtet.

Dass er mal die Mannschaft von Dansenberg leiten wird, hat er immer wieder zu hören bekommen. „Ich hab’ dann geschmunzelt.“ Inzwischen ist er mittendrin, verfolgt nicht nur sportliche Ziele. „Wir wollen alles mehr professionalisieren und auf mehreren Schultern verteilen“, sagt er, und Schmitt erzählt von der Überlegung, einen hauptamtlichen Geschäftsführer einzustellen. Schließlich sei das ganze Drumherum schon fast ein „kleines mittelständiges Unternehmen“. Dessen finanzieller Background wachsen muss, um das Ziel Zweite Liga anzusteuern, und das nicht von einem Sponsor abhängig sein will.

Das Thema Ausbau der Halle oder Umzug steht erst mal nicht auf der Liste. „Wir haben mit die besten Fans der Liga“, sagt Schmitt. „Und die Halle ist ein Hexenkessel“, ergänzt Ecker, der genau dieses Flair nicht verlieren will. Aber eine gemeinsame große Vision haben dann beide doch. „2024 werden die Handballer 100 Jahre. Vielleicht haben wir bis dahin was Großes geschafft“, sagt er, ohne das Wort Aufstieg in den Mund zu nehmen. Und Ecker träumt den Traum weiter: „Wenn ich da noch Trainer bin, habe ich nicht viel falsch gemacht.“

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