Handball
Regionalliga Südwest: TuS Dansenberg empfängt die HF Illtal
Gegen die HF Illtal peilen die Westpfälzer am Samstag (20 Uhr/Layenberger-Sporthalle) den fünften Sieg im sechsten Spiel an.
Wenn Timo Holstein (24) trifft, dann gerne auch mal auf Vorlage seines Bruders Marco (25), der den pfeilschnellen Linksaußen besonders gut in Szene zu setzen weiß und ihm schon das ein oder andere Kempa-Tor aufgelegt hat. „Wir probieren das oft im Training, warum also nicht auch mal im Spiel“, sagt Timo Holstein. Der nach dem deutschen Handball-Ass Bernhard Kempa benannte Trick ist ein Spielzug, bei dem der Ball auf einen in Richtung Tor springenden Spieler gepasst wird, der ihn in der Luft fängt und dann sofort auf das Tor wirft, bevor er wieder den Boden berührt. Das blinde Verständnis der beiden Holstein-Brüder ist eine der großen Stärken des TuS Dansenberg in dieser Saison. Im Schnitt ging bislang mehr als jeder dritte Treffer auf das Konto des torgefährlichen Duos. Ein Pfund ist aber auch die Abwehr, die sich im Zusammenspiel mit Stammtorhüter Michael Hoppe in den ersten fünf Spielen als echtes Bollwerk erwies. Nur Spitzenreiter HV Vallendar hat weniger Tore zugelassen.
Stehende Ovationen
Apropos Vallendar: Gegen die als Topfavorit auf die Meisterschaft in die Saison gegangene Mannschaft setzte es die bislang einzige Niederlage. Beim 25:26 verspielten die Schwarz-Weißen im zweiten Durchgang eine anscheinend komfortable Sechs-Tore-Führung. „Gegen Vallendar wäre mindestens ein Unentschieden dringewesen. Von daher denke ich, dass wir durchaus das Zeug dazu haben, um vorne mitspielen können. Wir haben eine super Truppe, jeder kommt mit jedem klar“, sieht Rückraumspieler Marco Holstein einen der Schlüssel für einen erfolgreichen Saisonverlauf im kameradschaftlichen Miteinander.
Dass jeder für jeden rennt und kämpft, wurde gegen Vallendar deutlich. Auch bei der Niederlage im Topspiel ließen die Spieler ihr Herz auf der Platte, was vom Publikum im Anschluss an die Partie entsprechend honoriert wurde. Die Zuschauer erhoben sich kollektiv von ihren Plätzen und applaudierten lautstark.
„lltal ist besser, als es die Platzierung aussagt“
Mit den HF Illtal gibt am Samstag eine Mannschaft ihre Visitenkarte ab, die den eigenen Ansprüchen bislang noch hinterherhinkt. Die „Zebras“ konnten aus den ersten fünf Partien nur einen Punkt holen. Der erhoffte Befreiungsschlag glückte im sechsten Anlauf mit einem 28:25-Erfolg gegen die SG Zweibrücken. Ob der Knoten damit geplatzt ist, wird sich am Samstag zeigen. Davon, den Gegner zu unterschätzen, ist TuS-Coach Theo Megalooikonomou nicht erst seit dem ersten Saisonsieg der Saarländer weit entfernt: „Illtal ist besser, als es die aktuelle Platzierung aussagt. Sie haben erst kürzlich den TV Homburg aus dem Pokal geworfen und dabei ein sehr gutes Spiel gezeigt.“ Gegen ihren klar favorisierten Ligarivalen setzten sich die „Zebras“ nur vier Tage vor dem Sieg gegen Zweibrücken mit 41:27 souverän durch.
Dass es der amtierende Saarlandpokalsieger auch im Ligaalltag kann, will er am Samstag zeigen. Ein Erfolg beim spielstarken Tabellenzweiten würde die erhoffte Trendwende aus Sicht der Saarländer perfekt machen, eine Niederlage die Abstiegssorgen hingegen weiter vergrößern.