Handball
Realität des Abstiegs des TuS Dansenberg rückt näher
„Wir haben heute 50 Minuten lang gut gespielt, doch die letzten zehn Minuten waren schwach“, so fasst TuS-Trainer Theodoros „Theo“ Megalooikonomou das Pfalzderby am Freitag zusammen. Der Grieche hatte seine Truppe gut auf die „Alles-oder-nichts-Partie“ eingestellt, ließ unter der Woche eine neue aggressive, offensive 3-2-1 Abwehrvariante einstudieren: „Die 6-0-Abwehr gegen Saarlouis hat nicht funktioniert, wir mussten etwas anderes ausprobieren“, gab „Theo“ zu Protokoll. Das funktionierte zunächst gut. Im ersten Durchgang musste Torhüter Michel Fiedler, der viele gute Paraden zeigte, nur zwölf Mal hinter sich greifen und auch in der zweiten Spielhälfte standen nur 13 Gegentore zu Buche: „Ich bin sehr stolz auf meine Abwehr“, lobte Megalooikonomou.
In der Offensive fehlten jedoch zwei Leistungsträger im Rückraum. Frano Vujovic wartet nach seiner Knieverletzung im Spiel gegen Saarlouis noch auf eine Diagnose, während Jan Claussen gegen seinen Ex-Verein aufgrund einer Ellenbogenverletzung nur wenige Akzente setzen konnte und früh ausgewechselt wurde: „Ohne Jan und Frano mussten wir es mit allem, was wir hatten, probieren, haben es aber leider heute nicht geschafft. Wir haben zu wenig geworfen“, kommentiert „Theo“ die schwache Offensivleistung seiner Mannschaft.
Tor ist wie vernagelt
Dabei hatten die Dansenberger auch Pech, auf einen bestens aufgelegten Roko Peribonio im Tor der Hausherren zu treffen, der mit 18 Paraden (48,5 Prozent-Quote) seinen Kasten vernagelt hatte. Megalooikonomou lobte jedoch Henrik Walb, der für Clausen ins Spiel kam, über ein Viertel aller Tore des TuS erzielte und mit fünf Treffern am Ende bester Feldtorschütze der Partie war: „Henrik ist ein toller Abwehrspieler, hat heute aber auch offensiv sehr gut gespielt. Er hätte sogar noch mehr Tore machen können.“
Nach einer torarmen ersten Halbzeit, in der die Hausherren dank eines stark aufspielenden Moritz Schulz die Nase vorne hatten, ging es mit einem 12:9 für das HLZ in die Kabinen. Zu Beginn der zweiten Hälfte schien es, als könnten sich die Vorderpfälzer entscheidend absetzen, 15:10 nach 38 Minuten.
Kopfsache
Doch der TuS bäumte sich auf, angeführt von Walb legte er einen 5:1-Lauf auf die Platte und traf zum 16:15 (46.)-Anschlusstreffer. 90 Sekunden später traf Kapitän Sebastian Bösing zum 17:16. Doch die Dansenberger verpassten es, den wichtigen Ausgleichstreffer zu erzielen, gerieten stattdessen durch einen 4:0-Lauf der Gastgeber (20:16, 50.) wieder deutlicher in Rückstand. Claussen: „Wir hatten schon viele schwache Spiele, daher merkt man bei uns klar, dass wir nicht frei im Kopf sind, jetzt, wo es um alles geht. Wir hatten auch heute Chancen, hätten den Ausgleich machen können. Aber genau in diesen Momenten sieht man, wie verunsichert die Mannschaft ist. Uns fehlt aktuell das Selbstvertrauen und die Abgezocktheit.“
Walb verkürzte erneut auf 21:19 (53.), doch den Westpfälzern sollte kein weiterer Treffer gelingen, sodass sie sich am Ende mit 25:19 geschlagen geben mussten. „Heute war ein echter Tiefschlag“, resümiert Claussen, gibt sich aber auch kämpferisch: „Rechnerisch ist noch alles möglich, wir wollen in den beiden Spielen vor heimischem Publikum noch einmal alles reinhauen. Wir wollen es vernünftig zu Ende bringen, ob es am Ende reicht oder nicht, das sehen wir dann.“