Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Rapper Majan und Crew im Kulturzentrum Kammgarn

Heizt das Publikum an: Rapper Majan.
Heizt das Publikum an: Rapper Majan.

Sie kamen zu dritt – und machten ein musikalisches Fass auf, als wären sie mindestens doppelt so viele. Am Samstagabend zeigten Rapper Majan und seine kleine Crew im Kulturzentrum Kammgarn, wie man kompositorisch komplexen und unterhaltsam-vielseitigen Hip-Hop hinkriegt.

„Hey, was geht?“, begrüßt der junge Musiker nonchalant seine zahlreichen Fans im Kasino der Kammgarn, wohin man den Auftritt witterungsbedingt aus dem Kulturgarten hereinverlegt hat. „Eine ganze Menge“, möchte man schon nach ein paar Minuten darauf antworten. Die Aufwärmphase ist kurz, spätestens bei „Vodka Fanta“ hält es die meisten nicht mehr auf den Stühlen. Von nun an: anhaltender Applaus nach jedem Stück, aufmunternde Zurufe zwischendrin, tanzende Pärchen allenthalben, Party-Stimmung pur.

Die Themen in den weitgehend deutschsprachigen Songs des 21-jährigen Künstlers drehen sich vordergründig (auch) um Liebe, Rausch und lässiges Leben („Tagein, tagaus“). Viele Texte bleiben dabei nicht an der Oberfläche, sondern erreichen stellenweise eine Tiefe, die man der Reife eines Älteren zuordnen würde. Das ist oft der Fall bei Titeln, die ursprünglich mit anderen zusammen produziert wurden, „Beifahrersitz“ etwa, ein Lied um den Wunsch, dass eine nächtliche Autofahrt mit der geliebten Person noch lange nicht zu Ende gehen möge. In der Fassung mit Sängerin Lea letztes Jahr schon hinhörenswert, liegt er nun von – Majan allein aus einer anderen erzählerischen Perspektive heraus präsentiert – noch einmal auf einer deutlich direkteren, emotionaleren Ebene. Das hat schon was. Exkursionen in andere Sprachen („No Friend“, ebenfalls ein Duett) ließen aufhorchen und rundeten diesen Part des Konzerts ab.

Mehr als Hip-Hop von der Stange

Auch die darunter tragende Musik, die Majan zusammen mit Marten Baum (Gitarre, Bass) und Kilian Wilke an Keyboard und als DJ an jenem Abend geradezu zelebrierte, war mehr als das, was der Vordergrund anbot, mehr als nur schnöder Hip-Hop von der Stange. Da gab es auch entspannte Reggae-Klänge, kleine Ausflüge in Richtung Pop, gefühlvoll am Flügel gespielte Balladen. Zusammen mit den live gespielten Saiten-Instrumenten und den gut koordinierten Beats entstand so ein abwechslungsreicher Sound, der zum Tanzen ebenso animierte wie zum Nachspüren der komplexen Rhythmen. Langweilig wurde es jedenfalls nie.

Alles zusammen hatte seine Wirkung: Kurz vor Schluss des Konzerts gibt es kein Halten mehr. Viele stehen jetzt buchstäblich auf den Stühlen oder ganz vorne an der Bühne, dem Star des Abends ganz nah. Erst beim (auch textlich) hochemotionalen „Es geht mir gut“ mit seinem sanften Piano-Intro wird es wieder ruhiger im Saal. Kurz darauf: Licht an. Glänzende Augen. Zufriedenheit. Viele bleiben noch eine Weile sitzen. Gerne hätte man sich noch einen langen Zugabenteil gewünscht.

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