Kaiserslautern
Ramstein: Oliver Gimper bringt mit seinem „Witz von Olli“ den Saal im Congress Centrum zum Kochen

200 Comedyfans lachten am Freitagabend im Ramsteiner Congress Center Tränen, als Oliver „Olli“ Gimper, der witzigste Malermeister Deutschlands, sein neuestes Programm mit dem Titel „Voll auf die Zwölf“ zelebrierte. Der Pforzheimer erzählte nicht nur Witze am Fließband, er nahm sein Publikum mit auf eine dreistündige Reise voller verrückter Geschichten aus seinem Leben.
Das pechschwarze Haar schnittig zurückgekämmt, schwarzer Intelligenzverstärker auf der Nase, 165 Zentimeter Körpergröße. Ein Riese jedoch, eine echte Rampensau auf der Bühne. Da geht er ab wie eine Rakete. „Erwartet bitte kein niveauvolles Programm, keinen Pulitzerpreis-verdächtigen Vortrag“, sagt Gimper gleich zu Beginn. „Ich bin der erfolgreichste, älteste Comedy-YouTuber Deutschlands“, stellt er sich in seinem badischen Dialekt vor. „Ihr werdet die Welt heute Abend mit andern Augen sehen.“ Und wie der 56-Jährige Witze erzählen kann! Die Witze sind kurz, „voll auf die Zwölf“. „Warum sitzen die Glatzköpfe bei mir immer in der ersten Reihe?“, fragt er. „Dass die Einarmigen Beifall klatschen können.“
Intelligente Witze mit überraschenden Wendungen
Seine Witze sind intelligent aufgebaut und beinhalten eine überraschende Wendung. Vor allem aber erzählt er mit Ganzkörpereinsatz. Ständig ist er in Bewegung, Mimik und Gestik sind zum Schießen, und er ist unglaublich eloquent. Gerade deshalb ist er so erfolgreich, weil er sympathisch ist, sich gerne unters „Volk“ begibt und selbst gerne lacht.
„Ich muss über meine Witze lachen“, verrät er, „weil ich sie mir bildlich vorstelle. Als Unternehmer hab’ ich schon allerlei rhetorische Schulungen genossen. Aber was wirklich zum Erfolg führt, ischt, wenn du authentisch bischt. Witze erzählen gehört einfach zu mir. Wenn ich im Betrieb mal zwei Tage lang keinen Witz erzähle, sagen meine Mitarbeiter: ,Chef, was isch mit Ihnen los? Müssen wir uns Sorgen machen?’“
Lachen sei bei ihm eine Familienkrankheit. Und es helfe auch in tieftraurigen Situationen. „Ich vergleiche das Lachen mit einem Parabelflug“, konstatiert er. „In dem Moment, in dem du so richtig lachst, bischt du schwerelos und vergisst alles andere. Lachen hat eine befreiende Wirkung.“
Als Zuhörer muss man um die Ecke denken
Olli versteht es auch, die Erwartungen seiner Zuhörer zu bedenken, ihre Intentionen zu erkennen. Oft muss man als Zuhörer um die Ecke denken. „Sitzen zwei Blinde auf ’ner Parkbank. Der eine niest. Sagt der Zweite: Klasse. Mach’ mir auch ’n Bier auf!“ Sein Psychologe habe ihn gefragt: „Olli, bischt du schizophren?“ „Wieso?“ „Dann können wir doch zu viert essen gehen!“
Dabei ist „Witz vom Olli“ ein Zufallsprodukt. Alles fing an, als Ollis Kumpel Wolfi, der in Neuseeland lebte, meinte, dort könne keiner einen guten Witz erzählen. Er dachte an Olli, der immer der beste Witzeerzähler im Freundeskreis war. Er bat ihn, per Whatsapp einen Witz als Video zu schicken. Gesagt, getan. Olli saß im Auto, stellte sein Handy aufs Armaturenbrett und begann zu filmen.
Ende 2015 wurde durch Zufall die Presse aufmerksam. Irgendjemand hatte die Witze, die Olli mittlerweile wöchentlich per Whatsapp an seine engsten Kumpel schickte, außerhalb der Gruppe geteilt. Die Klickzahlen stiegen schlagartig in die Hunderttausende. Seine Videos, in denen er sich selbst dermaßen schieflacht, dass ihm „schier der Helm explodiert“, sind im Internet mittlerweile Kult. Seine Facebook-Seite „Witze vom Olli“ hat 130.000 Abonnenten, sein YouTube-Kanal 28.000. Mit seinen Live-Shows füllt das Comedy-Naturtalent mittlerweile fast jedes Wochenende die Hallen.
Ollis Witze können aber auch bösartig sein: „Warum spielen Fraue über 40 kein Versteckles?“, fragt er. „Weil sie keiner sucht.“ Ja, Witze für jede nur erdenkliche Gelegenheit hat er auf Lager. Als er zum guten Schluss die tagesaktuellen („täglich bekomme ich eine Unmenge neue Witze geliefert“) Top Ten erzählt und schließlich zum „Finale furioso“ kommt, erreicht er absolute Höchstform. Der Saal kocht vor Begeisterung.