Kaiserslautern
PRE investiert 25 Millionen Euro in C&A-Gebäude
Die Gesellschafter der PRE Invest II GmbH & Co. KG, Gunther Pfaff, Willi Fallot-Burghardt, Hans Höhn und Michael Wenk, haben nach einer Standortanalyse lange geplant und Ideen immer wieder verworfen, auch ein Komplettabriss war zwischendurch mal Thema. Einen großen Lebensmittelmarkt, den sich viele für diese wichtige Verbindungsachse zwischen Hauptbahnhof und Innenstadt gewünscht hatten, sei nicht zu realisieren gewesen, erklärt Hans Höhn. Es hätte Probleme mit der Anlieferung gegeben, Lärmschutzvorgaben hätten nur sehr schwer eingehalten werden können bei einem 1300 Quadratmeter großen Vollsortimenter.
Kleinerer City-Markt weiter möglich
Die Idee für einen kleineren City-Markt gibt es nach wie vor. Mieter stehen aber noch gar keine fest. Die Nutzung sehr wohl. „Wir wollen hier Firmen aus dem Umfeld von Wissenschaft und Forschung großzügige Räume anbieten. Im alten C&A-Gebäude sollen dazu auf zwei Ebenen Mietflächen mit Loftcharakter geschaffen werden, mit viel Glas, Experimentalatmosphäre, das soll großstädtisch werden und wird die Eisenbahnstraße nachhaltig aufwerten“, erklärt der Immobilienkaufmann Michael Wenk. Einziehen sollen kreative Branchen, Softwareentwickler, Werbeagenturen, Start-ups mit einem Draht zu den Instituten und Hochschulen vor Ort, die auch Ableger in dem Gebäude ansiedeln könnten. „Der Trend geht in Zeiten von Homeoffice weg von Einzelbüros, hin zu solchen Büroflächen, mit Telefonzellen, Gruppenräumen, Caféecken.“ Es soll sehr großzügig werden, mit flexiblen Wänden, an den Decken sollen die Lüftungsrohre zu sehen sein, nix von der Stange, eher ein bisschen im Google-Stil. Das Gebäude verfüge über eine gute bis sehr gute Bausubstanz, das vorhandene Stahlbetonskelett mit großer Spannweite und die Raumhöhe von über vier Meter seien ideal für ihre Pläne, sagt Willi Fallot-Burghardt. Zur Eisenbahnstraße hin soll die bisherige Optik weitgehend beibehalten werden.
600 Quadratmeter großer Dachgarten
Das alte Dach des C&A-Gebäudes wird abgenommen und neu aufgebaut. Darüber soll auf einer Fläche von 600 Quadratmeter ein Dachgarten entstehen, eine grüne Landschaft mit Bäumen, Sträuchern, einem kleinen Kinderspielplatz, teilweise überdacht mit Platz für Solarpanels und Freisitze. Dort könne auch Regenwasser zurückgehalten werden, erläutert Gunther Pfaff.
40 Mietwohnungen entstehen
Das Alt-Gebäude wird komplett entkernt. Das ehemalige Deichmann-Gebäude soll aufgestockt werden. „Damit liegen wir im Trend, wir schaffen neuen Wohnraum, machen das, was alle wollen, wir verdichten im Bestand, ohne neue Flächen zu versiegeln, das ist nachhaltig“, so Pfaff. Im zweiten bis vierten Obergeschoss sollen 60 bis 130 Quadratmeter große Wohnungen errichtet werden, in einem Staffelgeschoss sechs Penthousewohnungen mit bis zu 120 Quadratmeter Fläche. Ebenfalls zugunsten von einem neuen Mehrfamilienhaus mit fünf Geschossen wird das hintere Gebäude im Bereich der früheren Anlieferung in der Weberstraße abgerissen. Insgesamt entstehen 40 Mietwohnungen. Auf alle Dächer kommen Photovoltaikanlagen. Gebaut wird in einer Kombination aus Stahlbeton und Massivholz. Alle Wohnungen sollen über eine Terrasse oder einen Balkon verfügen und über Aufzüge erschlossen werden. Zur Beheizung und Kühlung der Gebäude sind Wärmepumpenkaskaden vorgesehen, Spitzenlasten sollen über Fernwärme abgedeckt werden. Pfaff kündigt an, dass im Zuge der Neustrukturierung 400 Quadratmeter Fläche im Innenhof entsiegelt wird, zugunsten von Grün.
Architekt ist der Kaiserslauterer Harald Lang
Architekt für den modernen Wohn- und Bürokomplex ist der Kaiserslauterer Harald Lang, mit dem die PRE auch bei ihren neuen Bürogebäuden im PRE-Park zusammengearbeitet hat. Die Baugenehmigung sei innerhalb von zwei Monaten erteilt worden, „in Rekordzeit“, lobt Pfaff. In zwei Jahren soll alles fix und fertig sein. Die PRE investiert an dem Standort 25 Millionen Euro, Gebäudeerwerb inklusive.
Fallot-Burghardt ist sicher: „Das wird Signalwirkung haben, das wird in der Eisenbahnstraße neue Entwicklungen anstoßen. Im Hof entstehen 70 Parkplätze, 50 im Freien und 20 in einer Parkgarage. Zudem kommen Fahrradkeller.