Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Präsidentin und ihr ewiger Prinz fiebern großer Narrensänger-Sitzung entgegen

Seit mehr als einem Vierteljahrhundert glücklich verheiratet: Andrea und Volker Fodor.
Seit mehr als einem Vierteljahrhundert glücklich verheiratet: Andrea und Volker Fodor.

Im Hause Fodor geht’s nicht selten närrisch zu. Wie sollte es auch anders sein, wenn sich Fastnachtsverrückte gesucht und gefunden haben. Andrea Fodor ist Präsidentin und treibende Kraft bei der Karneval-Gesellschaft Narrensänger, auch Ehemann Volker schwirrt seit vielen Jahren durch die Narrhalla. Am Samstagabend wartet eine besondere Herausforderung: Es gilt, nach der Corona-Durststrecke die große Prunksitzung zum Vereinsjubiläum über die Bühne zu bringen.

„Ich hab’ echt ein bisschen Angst“: Das mag ja kaum glauben, wer Andrea Fodor näher kennt. Doch in der Tat: Vor der Sitzung der Karneval-Gesellschaft Narrensänger (KGN) am Samstagabend hat die Präsidentin etwas Bammel, wie sie sagt: 300 Narren werden die Otto-Barth-Halle in Erlenbach füllen, gut fünf Stunden sollen die Beiträge des Bühnenprogramms zünden. Die Präsidentin ist schon jetzt stolz darauf, noch ’ne ordentliche Schippe daraufgelegt und den ein oder anderen „Kracher“ verpflichtet zu haben. Was soll da, bitteschön, noch schiefgehen?

„Wir werden gerade ein bisschen gehyped“, erläutert die Vereinschefin. Das sei zwar schön, doch vielleicht auch schon fast zu viel des Guten. „Wir wissen, wo wir herkommen, und wir wissen noch allzu gut, wie tief wir gefallen waren, wie schnell so etwas passieren kann.“

Vor acht Jahren Verein fast kollabiert

Acht Jahre ist der Absturz nun her. 2015 lag der Verein am Boden. Wäre ums Haar kollabiert, als der damalige Vorsitzende die Brocken hinwarf, mit ihm noch der ein oder andere dem Verein den Rücken kehrte und damit auch das eigene Repertoire an Bühnenbeiträgen immens litt. Es brauchte einige Jahre und viel Durchhaltevermögen, ehe die Narrensänger wieder an Quantität und Qualität gewonnen hatten. Statt der zuvor zelebrierten Prunksitzungen hatten die KGN-Freunde nach dem Beinahe-Aus zunächst mit arg abgespecktem Programm vorlieb nehmen müssen.

Sehr überschaubar war auch das Publikum, das sich beim „Närrischen Treiben“ – Sitzung wollten die Narrensänger ihre Spar-Darbietungen schon gar nicht mehr nennen – in der Halle der Geschwister-Scholl-Schule verloren hatte. Die Treuesten kamen noch. Sonst keiner mehr.

Stellvertreterin übernimmt die Führung

Doch das sollte sich ändern – dank der Beharrlichkeit, die vor allem Andrea Fodor in den Wiederaufbau steckte. Sie, die mit dem Verein großgeworden war, hatte zum Zeitpunkt des Fast-Zusammenbruchs als Stellvertretende Vorsitzende fungiert. Es kam, wie es kommen musste, auch wenn sie sich zunächst noch wehrte. „Ich wollte nie an die erste Stelle“, sagt sie rückblickend. Doch machten ihr die Mitstreiter schon bald klar, dass gar niemand anders für diese Aufgabe in Frage komme.

Bei der letzten Sitzung – wenige Tage vorm Corona-Lockdown – waren die Narrensänger schon wieder voll auf der Höhe. Volle Halle, ein Riesenprogramm – alles bestens. Oder?

Von Kindesbeinen an dem Tanz verbunden

Die Pandemie hat ja alle Fastnachter ausgebremst. Den Narrensängern hat sie zusätzlich das 44. Jubiläum verhagelt. Zwar hat die Karneval-Gesellschaft im November zum Sessionsauftakt feiern können, lieber aber wäre allen gewesen, das Schnaps-Jubiläum im Frühjahr zu begehen.

1978 hatten sich die Narrensänger gegründet. Andrea Rheinheimer, wie sie damals hieß, war im zarten Alter von neun Jahren schon über die Bühne gewirbelt. Dem Tanz blieb sie verbunden – „Bütt’ ist nicht meins“ –, der aktiven Laufbahn folgte ein Engagement als Trainerin, das sie bis heute auf Trab hält.

Auch zweiter Prinz in KGN-Geschichte heißt Fodor

„Ich war von Geburt an von Fastnacht infiziert“, sagt sie. Ihren Mann hat sie hingegen angesteckt: Volker Fodor hat seine närrischen Ambitionen erst entdeckt, als beide schon ein Paar waren. „Ich hab’ ihm damals klar gesagt: Für nichts und vor allem für niemanden werde ich die Fastnacht aufgeben.“ Ihr Mann fügte sich – und fand Gefallen daran, engagierte sich auch im Dachverband, war Zeremonienmeister bei Fernsehsitzungen.

Andrea Fodor war auch schon mal KGN-Prinzessin – und hat ihren Mann dann 2005 davon überzeugt, es auch als Paar zu versuchen: Beide repräsentierten eine Session lang den Verein als Prinzenpaar. Davon abgesehen, ist Volker Fodor längst zum „ewigen Prinzen“ der Präsidentin avanciert. Ein Prinzenpaar aber gibt es aktuell wieder – kaum verwunderlich, dass der Prinz Fodor heißt: Elias Fodor, Jüngerer von zwei Söhnen des Ehepaars – und Selina Mollen pflegen ebenfalls schon eine recht närrische Beziehung. Die Prinzessin ist auch die Lebensgefährtin des KNG-Prinzen.

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