Kaiserslautern Präpositionen für Assis
Wieder war die neueste Ausgabe der Comedy-Reihe „Nightwash live“ am Mittwoch im Cotton Club ausverkauft. Der Mix aus Top-Comedians und neuen Talenten bot eine schillernde Show, die kein Auge trocken ließ. Leider wurden aktuelle politische Themen nur am Rande erwähnt.
Ein bunt glitzerndes Trio präsentierte da der Moderator Faisal Kawusi in seinem Waschsalon, das sich echt gewaschen hatte. Der in Köln lebende Afghane drückte sofort auf den Schnellwaschgang. Ein Mann wie ein Kleiderschrank, 24 Jahre alt, 140 Kilo schwer. Ein schwarzer Bart umrahmt sein markantes Gesicht. Zunächst das Übliche: Kokettieren mit den Zuschauern, um die eigene Schlagfertigkeit zu beweisen. Wie ein Buch, ja wie ein Wasserfall redete dabei der Zungenakrobat. Köstlich war seine Selbstironie. Über sich und sein Volk der Afghanen lachen zu können, zeichnete Kawusi besonders aus. „He, Papa, ich mach’ jetzt Comedy. Ich steh’ auf der Bühne und erzähl’ Witze.“ Mit minutenlangem Stierblick mimte der Comedian seinen Erzeuger, der ihm dann antwortete, er sei der Sohn eines Esels. „Ja, Vater, du hast Recht“, gibt er zur Antwort. Die Flüchtlingskrise findet er „total geil“: „Ich wollte ja auch Klamotten spenden, aber es gibt keine dicken Flüchtlinge.“ Seit den Ereignissen am Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht sei alles anders geworden, so Kawusi. „Neulich schaute ich einer Frau nur ganz tief in die Augen, schon taten mir die Augen weh. Scheiß Pfefferspray.“ Burkas gefielen ihm, weil sich darunter ein „Überraschungsei“ befinde. Eine Bonsai-Kopie des Moderators schien Tino Bomelino, ebenfalls in Köln wohnhaft. „Den haben sie wohl vergessen zu gießen“, meinte Kawusi. Ein schmächtiges, schüchtern erscheinendes Kerlchen mit sanfter Stimme, die urplötzlich explodierte. „Kennt Ihr das, wenn man (sich) klein machen will, und es kommt groß raus?“ Zumindest für diesen Comedian traf das hundertprozentig zu. Beim Poetry-Slam „über den langweiligsten Text der Welt“, „Fifty chats of gray“ verballhornte er den Text mit seinen ironischen Zwischenkommentaren, dass sich die Balken bogen. Auch kombinierte er Gesang mit umwerfendem Slapstick. Als umwerfender Stimmenimitator entpuppte sich der Kölner Sertac Mutlu, Iraker von Geburt, 28 Jahre alt. Dabei schlüpfte er in die verschiedensten Rollen und piepste, krähte, seufzte, stöhnte, ächzte und keuchte, dass die Waschbrühe in dem Salon nur so spritzte. Selbstironisch nahm er seinen Bauchansatz auf die Schippe und verriet, dass er immer als „knuffig und mopsig“ verniedlicht werde, was ein Grund sei zum Abnehmen. Aber das Training auf dem Laufrad im Fitness-Studio sei so anstrengend für ihn, während die Frauen darauf noch während dem Laufen „laberten“. Die totale Stimmungskanone war Christiane Olivier. Mit ihrer gnadenlosen Frauen-Power riss sie den coolsten „Eisschrank“ mit. In einem Waschgang erzählte sie von ihrem Sohnemann und befreite gleichzeitig die Redeweise der Jugendlichen mit einer kräftigen Portion „Witzpulver“ vom Schmutz. „Mädchen seien dumm, habe ihr Junge gesagt: „Die Dünnen meinen immer, sie seien zu dick. Die Dicken meinen, sie müssten Leggins tragen.“ An Beispielen wie „Mach mal Badewanne“ und „Ich geh Bahnhof“ forderte sie: „Wir brauchen Präpositionen für Assis!“