Kaiserslautern Popcorn und Sternenhimmel
Das war unschlagbare Konkurrenz für die Kaiserslauterer Kinos: Am Samstagabend verwandelte die Gartenschau den Kaiserberg in ein Open-Air-Kino mit dem Film „Honig im Kopf“. Bei Hochsommerwetter genossen rund 800 Besucher die Abendstimmung über den Lichtern der Stadt.
Sie kamen mit Picknickkörben, Bollerwagen und Klappstühlen: Zum Open-Air-Kino zog es wahre Besucherströme von Familien, Jugendlichen und älteren Semestern. Mit dem Terrassengelände auf dem Kaiserberg hatte das Event-Team der Gartenschau einen idealen Platz für dieses neue Veranstaltungskonzept gewählt. Auch wer nichts mitgebracht hatte, konnte einen entspannten Kino-Abend in einzigartiger Umgebung erleben. Das Event-Team hatte mit Bierbänken und Stühlen zahlreiche Sitzgelegenheiten auf der frischgemähten Wiese geschaffen. Mit Bratwurst oder Popcorn, Bier, Limo oder Cocktail im Verpflegungsangebot musste kein Besucher hungrig oder durstig bleiben. Dafür bot die halbe Stunde Vorlauf bis zum Filmbeginn bei Sonnenuntergang gerade genügend Zeit. Während der Duft von Popcorn über die Wiese zog, konnten sich die Besucher in Ruhe ihren Lieblingsplatz suchen, die mitgebrachten Decken und Picknickzutaten ausbreiten und die Kinder noch auf dem Gelände herumtoben. Bei bester Laune waren Theresa Moser und Jacqueline Hänsel mit ihren Freunden. „Wir sind extra aus Speyer gekommen für diesen Abend“, sagt Moser und fügt hinzu: „Das wollten wir immer schon mal machen.“ Mit Sekt und Gläsern, Brezeln und Knabberkram haben sich Gabi und Lilo Wellstein mit einer Siebener-Gruppe auf Picknickdecken niedergelassen. Die Kaiserslauterer finden die Idee und das Wetter perfekt. Und der Film? „Ein Klassiker für jedermann, den kann man immer wieder gucken“, so freuen sie sich auf den Abend. Mit dem Bollerwagen ist Hanno Reinhard mit Familie und Freunden gekommen. „Ich bin überrascht, dass so viele Leute da sind“, sagt der Familienvater. Er genießt die friedliche, familiäre Stimmung und meint: „Es hat sich jetzt schon gelohnt.“ Dabei hatte der Film noch gar nicht begonnen. Den konnten die Zuschauer auf einer Leinwand von zehn Metern Breite erleben. Das Besondere an diesem Hingucker: aufgeblasen wie eine Hüpfburg, allerdings absolut standfest installiert, so dass das Kino-Erlebnis nicht zum Wackelbild-Schauen wurde. „Es freut uns wahnsinnig, dass es so gut hinhaut“, sagte Roland Stichler vom Event-Team der Gartenschau. Die Idee sei gewesen, dass die Besucher in der Abenddämmerung gleichzeitig den Blick auf die Leinwand und auf die Lichter der Stadt haben und später dann unterm Sternenhimmel sitzen könnten. Bei der Planung Anfang des Jahres hatten sie mit 400 Besuchern gerechnet, so Stichler. „Es war spannend, weil wir nicht wussten, wie viele Leute kommen würden.“ Aber anhand der vielen telefonischen Anfragen der letzten Tage sei klar geworden, dass die Nachfrage größer werden würde. Die Entscheidung für den Film hätten sie erst vor etwa vier Wochen getroffen. „Es war uns wichtig, dass nicht nur eine Zuschauergruppe, wie beispielsweise Frauen, angesprochen wird. Wir sind froh, dass das Publikum ganz gemischt ist“, sagt der Event-Planer. „Honig im Kopf“ sei einer der erfolgreichsten deutschen Filme der letzten Jahre. Mit dem Thema Demenz habe man gleichzeitig die Verbindung zur Lebenshilfe, dem Träger der Gartenschau, hergestellt, erklärte Stichler die Entscheidung. Ganz schön ins Schwitzen seien allerdings die Mitarbeiter bei den Vorbereitungen in den letzten Tagen gekommen. Rasen mähen, Elektroinstallationen einrichten, zusätzliche Toiletten aufstellen – „und das bei diesen Temperaturen“, lobt Stichler den Einsatz. Gut, dass die Hitze am Abend nachließ. In der Abenddämmerung schwirrten die Fledermäuse über den Köpfen des Publikums, während die ersten Szenen des Films liefen. Als der Film gegen 23 Uhr zu Ende war, standen schon längst die Sterne am Himmel. „Das war schön“, so der Kommentar einer Zuschauerin.