Kaiserslautern Pokal-Aus für starke Krokodile

Trotz einer über weite Strecken sehr ordentlichen Leistung haben die Wasserballer des Kaiserslauterer Schwimmsportklubs das Endspiel im südwestdeutschen Pokal verpasst. 12:17 (5:4/2:4/3:7/2:2) endete das Halbfinale gegen den WSV Vorwärts Ludwigshafen II, der sich damit für die Oberliga-Niederlage am letzten Montag revanchierte.
Es fing alles andere als optimal an für die Krokodile, die sich nicht nur einem im Vergleich zum Montag um Längen besser besetzten Kader der Ludwigshafener gegenüber sahen. Hinzu kam ein heftiger Wolkenbruch zu Spielbeginn und der Umstand, dass sich bis dahin keine Unparteiischen im Warmfreibad eingefunden hatten. Aufgrund des sowieso schon engen Terminplans beider Teams einigte man sich darauf, die Partie nicht zu verlegen, sondern von anwesenden Schiedsrichtern leiten zu lassen. Da die Rheinstädter aber keine lizensierten Unparteiischen in ihren Reihen hatten, stellte der KSK beide Referees. Für Melanie Keller und Stefan Stranz rückten Anita Raspudic und Jan-Philipp Minges in den Kader nach, sodass auf der Bank zumindest quantitativ alles beim Alten blieb. Im Wasser mussten sich die Krokodile allerdings erst an die neuen Gegebenheiten gewöhnen, was die Gäste bis zur vierten Minute in einen 3:1 Vorsprung ummünzen konnten (zwischenzeitliches 1:1 durch Frederik Ramthun). Langsam kamen aber auch die Lauterer in der Partie an , und es entwickelte sich – wie am Montag – eine ausgeglichene Begegnung. Nach Treffern von Stefan Raspudic und Johannes Bröhl hieß es 3:3, und nach der erneuten Führung des WSV war es wieder Frederik Ramthun, der seine Farben mit einem Doppelschlag erstmals in Front brachte. Mit 5:4 ging es ins zweite Viertel, das gerade einmal eine Minute alt war, als Raspudic in Überzahl das 6:4 erzielte. In den folgenden Angriffen verpasste es der KSK trotz bester Möglichkeiten, den Vorsprung auszubauen und musste stattdessen zwei Kontertore hinnehmen. Mittlerweile schienen die Krokodile zwar den Gegner im Griff zu haben, doch schlichen sich auch immer wieder Unachtsamkeiten ein, die der WSV rigoros bestrafte. So vergaben sie beim Stand von 7:7 ein Überzahlspiel und gingen statt mit einer eigenen Führung mit 7:8 in die Halbzeit. Offensichtlich war der „Pausentee“ den Krokodilen nicht bekommen, denn nachdem Ulf Feddeck und Frederik Ramthun zunächst für das 9:9 sorgten, gab der KSK innerhalb von 180 Sekunden die Partie aus der Hand, vergab nicht nur im Angriff zwei „Mann-mehr“-Situationen, sondern glich auch hinten eher einem Hühnerhaufen als einer Abwehr, was die Gäste zu vier Treffern in Folge nutzten. Ramthun konnte zwar auf 10:13 verkürzen, bis zur letzten Pause, hatte Ludwigshafen den Vorsprung allerdings auf fünf Tore ausgebaut – die Partie war so gut wie entschieden. Im Schlussabschnitt knüpften die Lauterer dann zwar wieder halbwegs an die Leistung der ersten Halbzeit an, zu einer Aufholjagd sollte es aber nicht mehr reichen. Immerhin konnten sie das Viertel nach zwei Treffern auf beiden Seiten (Raspudic und Feddeck für den KSK) ausgeglichen gestalten und das Ergebnis mit 12:17 in Grenzen halten. Dank der konstanteren Leistung zog der WSV Ludwigshafen verdient ins Endspiel ein – der KSK hatte sich hingegen die Niederlage aufgrund des verschlafenen dritten Viertels selbst zuzuschreiben. Schon durch die Halbfinal-Teilnahme sind die Krokodile für den übergeordneten süddeutschen Pokal in der nächsten Saison qualifiziert und können sich nun auf die Oberliga konzentrieren, wo es schon am Mittwoch weitergeht. Gegner zum dritten Mal nacheinander: WSV Ludwigshafen – diesmal die dritte Mannschaft. (sts)